15.05 : Weiterhin konjunkturelle Erholung in der Eurozone

Fed-Minutes dürften die Erwartung eines späteren Zinsschrittes bekräftigen…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Um 0.4% qoq ist die Wirtschaft der Eurozone in den ers-ten drei Monaten gewachsen und festigt die Erholungs-tendenz. Der zunehmende Konsum in den Kernländern wurde bereits durch steigendes Verbrauchervertrauen angedeutet. Denn für einmal sorgten sogar die chroni-schen Reform-Sünder für positive Überraschungen: Italien legte mit 0.3% über Erwartung zu (0.2%) und hat damit aus der Rezession gefunden. Noch stärkere Signale kom-men aus Frankreich, welches mit einem Quartalswachs-tum von 0.6% die Schätzungen (0.4%) erstaunlich deut-lich übertraf und damit die höchste Wachstumsrate seit fast zwei Jahren verzeichnet, was für den Geschäftsklima- Index auf den dritten Anstieg in Folge deutet.

Etwas anders sieht die Lage in Deutschland aus. Zwar bleibt die Nummer Eins der Währungsunion mit 0.3% auf Wachstumskurs, die Dynamik hat sich nach den 0.7% im Vorquartal mehr als halbiert. Für deutlich positive Impulse sorgten die private und öffentliche Konsumnachfrage sowie die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen, während vor allem der Aussenhandelsbeitrag belastend wirkte. Der starke Binnenkonsum sowie die weitere Erholung in der Eurozone dürfte die Stimmung in Deutschland jedoch nicht nachhaltig trüben.

Von ganz anderen Sorgen bleibt Griechenland geplagt. Nachdem beim Eurogruppe-Treffen keine Einigung im Schuldenstreit erzielt werden konnte, ist der Wirtschafts-rückgang um -0.2% ein zusätzlicher Dämpfer für die Hel-lenen. Die Lage wird für Griechenland immer ungemütli-cher. Zwar überwies die griechische Regierung die fällige IWF-Kreditrate von rund 750 Millionen EUR demonstrativ einen Tag früher als vereinbart, offenbar stammten davon jedoch 650 Millionen EUR vom eigenen IWF-Notfallkonto. Die Handlungsspielräume werden für Athen offensichtlich immer enger und die Zeit für eine Lösung im Schuldenpo-ker immer drängender. Denn gemäss Giannis Varoufakis, könne Griechenlands Liquidität schon in den nächsten zwei Wochen zu einem ernsthaften Problem werden.

In den USA hat das Statement zur letzten Fed-Sitzung bereits dazu geführt, dass die Erwartungen bezüglich des ersten Zinserhöhungsschrittes weiter nach hinten rutsch-ten. Die nächste Wochen veröffentlichten “Minutes” wer-den zu den Bedenken der FOMC-Mitglieder weitere De-tails offenbaren, auch wenn diese mittlerweile von der Realität teilweise überholt worden sind. So befindet sich etwa der US-Arbeitsmarkt mit 225’000 im April neu ge-schaffenen Stellen (ausserhalb der Landwirtschaft) bereits wieder auf Kurs. Allerdings bleibt der Öl- und Gassektor Sorgenkind, während die Bauwirtschaft einen starken Wachstumsbeitrag leistete, was sich auch in den Zahlen zur Bautätigkeit niederschlagen sollte. Die Konjunktur sollte somit nach der Wachstumsdelle im Q1 wieder Fahrt aufnehmen und der Einkaufsmanager-Index für das Ver-arbeitende Gewerbe weiter leicht zulegen.

Mit weiterhin abnehmender Wachstumsdynamik und fallenden Exporten sieht sich China konfrontiert. Wie er-wartet reagierte die chinesische Zentralbank mit einer erneuten Senkung der Leitzinsen. Eine Massnahme, die nicht zuletzt auf die Befeuerung der Inflation zielt, welche im April mit 1.5% gegenüber dem Vorjahr erneut niedrig ausgefallen ist und die noch im März kommunizierte an-gestrebte Jahresteuerung von rund 3% zusehends un-wahrscheinlich erscheinen lässt. Gegen die gestiegenen Lohnkosten und den Druck durch die starke Währung dürfte die Zinssenkung indes vorerst wenig bewirken, weshalb der Mai-PMI für das Verarbeitende Gewerbe erneut unter 50 Punkten verharren dürfte.

In Japan wiederum ist die Wirtschaft uneinheitlichen Strömungen ausgesetzt. Während sich die Exportindustrie einer nachlassenden Auslandsnachfrage ausgesetzt sieht, sind bei den binnenorientierten Unternehmen durchaus ermutigende Tendenzen zu vermerken, was sich in einem leichten Wachstum im Q1 manifestieren sollte.

In der Schweiz hat zu Jahresbeginn der Detailhandel ent-täuscht und die Hoffnung auf eine schnelle Erholung ist vorerst nicht in Sicht .

Quelle: BONDWorld.ch


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