Nachfolgend ein paar kurze Gedanken zu den Geschehnissen der letzten Woche…….
Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld Click here to register for your free copy
Jim Leaviss
Darüber hinaus stellte die dänische Regierung kürzlich Pläne vor, wonach Bargeld in Geschäften nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert werden soll. Offiziell möchte man damit „die administrativen und finanziellen Belastungen verringern“. Diese Maßnahme ist Teil eines Reformprogramms, mit dem das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden soll – es gibt nämlich Hinweise darauf, dass eine intensive Nutzung von Bargeld als Zahlungsmittel innerhalb einer Volkswirtschaft das BIP-Wachstum beeinträchtigt. In diesem Artikel wird auch eine Studie von McKinsey erwähnt, wonach das BIP-Wachstum in den USA allein durch die Verwendung von Bargeld pro Jahr um 0,47 Prozent gemindert wird. Aber die Nutzung von Bargeld ist nicht nur kostspielig. Darüber hinaus können Barzahlungen auch den Steuerbehörden nur allzu leicht durchs Kontrollnetz schlüpfen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weshalb Dänemark einen rein elektronischen Zahlungsverkehr anstreben könnte. Mit einem Depositensatz von -0,75 Prozent sind die dänischen Zinsen zurzeit negativ. In einer Welt mit physischem Geld besteht für viele Wirtschaftsteilnehmer die Möglichkeit, negative Zinsen zu umgehen, indem sie ihr Geld einfach dem Bankensystem entziehen und es in Schließfächern oder unter ihrem Kopfkissen verwahren. In der Schweiz (einem weiteren Land mit negativen Zinsen) werden 60 Prozent des in Umlauf befindlichen Bargelds in 1.000 Franken-Scheinen (den größten dortigen Banknoten) gehalten – vermutlich, um so eine „Verwahrung“ außerhalb des Bankensystems zu erleichtern. Nur durch die Abschaffung von physischem Geld und die Umstellung auf elektronischen Zahlungsverkehr kann eine Notenbank die Geldpolitik also wirklich vollumfänglich kontrollieren. Aus einer entsprechenden Studie von Trond Andresen von der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (die auch auf die Erkenntnisse von Krugman zum Thema eMoney eingeht) geht ebenfalls hervor, dass ein elektronischer Zahlungsverkehr es den Notenbanken ermöglichen würde, anstatt lediglich die Geldmenge vielmehr die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu kontrollieren. Ein Umfeld negativer Zinsen wird den Trend hin zur Abschaffung von Papiergeld durch die Behörden noch beschleunigen.
Und dann ist da noch Tesla. Ich habe schon länger genug davon, dass die Ölpreise – abhängig von den Launen irgendwelcher Diktatoren und Kartelle, die die Förderung anheben oder senken – den Wert meiner Anleiheninvestments nach oben und unten treiben. Aber schon bald könnte dieser ganze Quatsch hinter uns liegen. Denn letzte Woche gab die Firma Tesla bekannt, für ihren neuen Energiespeicher, der sowohl für den Privatgebrauch als auch für die Nutzung durch Unternehmen geeignet ist, bereits Aufträge im Wert von 800 Mio. US-Dollar (das entspricht 38.000 Einheiten) erhalten zu haben. Damit sind diese Batterien bis Mitte nächsten Jahres ausverkauft. Aus diesem Grund versucht das Unternehmen nun, seine Produktionskapazitäten auszuweiten, um diese Nachfrage zu befriedigen. Jedes dieser Aggregate kann ein Einfamilienhaus für fünf Stunden mit Strom versorgen. Das ist zwar kein langer Zeitraum (und mit bis zu 2.300 Pfund sind diese Batterien auch recht teuer), aber das Tempo, in dem sich diese beiden Kennzahlen verbessern, ist wirklich ermutigend. Meiner Meinung nach ist dies ein Riesen-Fortschritt für die Energiesicherheit weltweit. Ich hatte meine Hoffnungen ja bereits auf das Segment Atomenergie gesetzt, aber in letzter Zeit ist es um diesen Sektor ein wenig ruhig geworden. Stattdessen ist in Europa still und heimlich eine beträchtliche Zahl von Solarstromanlagen installiert worden. Im Jahr 2014 wurden zusätzliche Solarstromkapazitäten von 7,3 GW in Betrieb genommen, von denen 2,2 GW auf Anlagen entfallen, die auf den Dächern von Privathäusern installiert worden sind. Im Vergleich dazu produziert ein großes Atomkraftwerk lediglich 1,6 GW Strom (auch wenn es rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche läuft und nicht nur dann, wenn die Sonne scheint). Die Fähigkeit, Strom auf immer günstigere und effizientere Art und Weise zu speichern, wird beträchtliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Und dabei nimmt nicht nur Tesla eine Vorreiterrolle ein. Samsung produziert schon wesentlich größere Batterien (von der Größe eines Sattelschleppers), die derzeit bereits von Stromerzeugern genutzt werden. Für mich ist dabei nicht nur die gesunkene Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen attraktiv, sondern auch die geringere Abhängigkeit vom staatlichen Stromnetz. Denn dadurch steigen auch die Chancen, dass die Menschheit im Falle einer globalen Katastrophe (wie einem Atomkrieg, einem Meteoriten-Einschlag oder einem Zombie-Angriff) überlebt, beträchtlich. Denn durch die Selbstversorgung mit Strom fällt die Abhängigkeit von lediglich einer Handvoll äußerst komplexer Kraftwerke und Versorgungsnetze praktisch weg. Mit Solarenergie und Batterien müssten wir im Hinblick auf Wissenschaft und Technologie im Ernstfall nämlich nicht wieder ganz von vorn anfangen. Zumindest aber können wir uns dann unsere „House of Cards“-DVDs anschauen, während wir auf die nächste Zombie-Attacke warten.
Quelle: BONDWorld.ch
Newsletter




