Expansive Massnahmen stützen China-BIP…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Ähnlich wie vor einem Monat kam es diese Woche erneut zu einem abrupten Ausverkauf bei den Staatsanleihen, insbesondere bei europäischen. Auslöser waren zunächst bessere Inflationsdaten. In der Eurozone ist die Kerninflation im Mai mit 0.9% gegenüber Vorjahr stärker angestiegen als erwartet. Während der EZB-Pressekonferenz vom Donnerstag sind die Zinsen dann nochmals stark gestiegen: Die Notenbankpräsident liess verlauten, die Obligationenmärkte müssten sich an Phasen mit höherer Kursvolatilität gewöhnen, was von diesen nicht goutiert wurde. Besonders stark fiel die Korrektur bei den deutschen und französischen Bonds aus: die 10-jährigen Bundrenditen schossen beispielsweise innert Tagen von 0.5% auf knapp 1.0% hoch. Die jetzigen Zinsniveaus sind aus unserer Sicht fundamental nicht übertrieben. Und mit der erwarteten Fortsetzung der Konjunkturerholung in der Eurozone sollten die Zinsen grundsätzlich weiter aufwärts tendieren; nach dem sprunghaften Anstieg der vergangenen Tage allerdings in abgeschwächter Form. Denn mit der Fortsetzung der Anleihenkäufe durch die EZB bleiben die dämpfenden Effekte auf die Renditen bestehen. Das Anleihenkaufprogramm wird weitergeführt, denn gemäss EZB-Präsident Mario Draghi ist es noch viel zu früh, um abschliessend festhalten zu können, dass die Inflationsdynamik gedreht hat.
Die zehnjährigen US-Renditen sind ebenfalls angestiegen und bewegen sich mit knapp 2.4% im Rahmen unserer Erwartungen. Die bisherigen Konjunkturdaten im Q2 unterstreichen das Szenario einer moderaten Konjunkturerholung, womit eine Leitzinserhöhung im September weiter in Reichweite bleibt. Im zuletzt arg gebeutelten Industriesektor hat sich die Stimmung wieder aufgehellt. Die vorwärts gerichtete Auftragskomponente des Einkaufsmanagerindex hat in den letzten beiden Monaten deutlich zugelegt. Schliesslich bestätigen die Wirtschaftskontakte der Fed (Beige Book) das bessere konjunkturelle Momentum. Auch der Arbeitsmarkt sei weiter robust. Demzufolge erwarten wir für die nächste Woche anstehenden Detailhandelsumsätze einen soliden Anstieg, auch wenn sich die Konsumenten zuletzt eher zurückhaltend zeigten. Abgesehen vom Detailhandel werden die US-Daten nächste Woche aber kaum wesentlich neue Informationen zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung liefern.
In China hingegen ist der Datenkalender nächste Woche prall gefüllt. Und die Konjunkturindikatoren für Mai sollten Rückschlüsse auf die BIP-Entwicklung im Q2 zulassen. Momentan gibt es noch kaum Indikationen, ob die Konjunkturdynamik im Q2 nach der Abschwächung im Q1 wieder zugelegt hat. Die Einkaufsmanagerindizes haben sich seitwärts bewegt und lassen keinen klaren Schluss zu.
Allerdings gibt es zaghafte Hinweise, dass sich die fiskalund geldpolitischen Lockerungsmassnahmen der letzten Monate langsam auch in den harten Daten widerspiegeln. In den grössten Städten Chinas sind die Immobilienpreise zuletzt nicht weiter gefallen. Potential für Wachstumsimpulse im Q2 orten wir auch beim Privatkonsum. Gemäss Statistikbüro der Regierung hat sich die Konsumentenstimmung seit Jahresbeginn klar erholt. Der chinesischeAktienmarkt hat in den letzten Monaten eine fulminante
Performance hingelegt. Zudem dürfte auch der geringere Preisdruck zur besseren Stimmung beigetragen haben. Eine bessere BIP-Dynamik im Q2 erwarten wir auch für die Schweiz. Aktuell zeigen sich die Schweizer Einkaufsmanager nach dem Einbruch zu Jahresbeginn wieder optimistischer.
Die Indexkomponenten Aufträge und Produktion sind zurück auf Expansionsniveau, wobei zuletzt vor allem erstere deutlich angestiegen ist. Im Zuge der aktuellen Aufwärtsbewegung bei den europäischen Zinsen hat sichauch EUR/CHF erholt. Nichtsdestotrotz ist der Franken weiterhin hoch bewertet, was sich auch bei den Konjunkturdaten zeigt. Die Inflation dürfte nächste Woche deutlich im negativen Bereich bleiben. Und auch der Schweizer Arbeitsmarkt ist vom starken Franken betroffen .
Quelle: BONDWorld.ch
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