US-Wirtschaft kommt wieder in Schwung…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
An der anstehenden Juni-Sitzung der US-Notenbank erwarten wir keine Überraschungen. Fed-Vorsitzende Janet Yellen dürfte an der Pressekonferenz betonen, dass eine Zinserhöhung in diesem Jahr angemessen sei, vorausgesetzt die Konjunkturentwicklung erfülle die Wachstumserwartungen. Gemäss den Fed Funds Futures erwartet der Markt aber bereits einen Zinsschritt im Herbst, so dass diese Aussage nicht mehr für Nervosität sorgen sollte.
Und eine Zinserhöhung nächste Woche oder im Juli ist mit ziemlicher Sicherheit vom Tisch. Die US-Wirtschaft kommt zwar mittlerweile wieder in Schwung. Am Arbeitsmarkt werden wieder ähnlich wie 2014 kräftig Stellen geschaffen. Zudem haben die Detailhandelsumsätze erstmals seit Monaten die Erwartungen erfüllt – ein Anzeichen dafür dass der Konsum wieder in die Gänge kommt. Für die Fed ist es aber wohl noch zu früh, um abschliessend festhalten zu können, dass die Konjunkturdynamik gedreht hat. Daran sollten auch die Daten nichts ändern, die noch kurz vor der Fed-Sitzung anstehen: Bei der Industrieproduktion zeichnet sich nach monatelangem Rückgang nur ein leichtes Wachstum ab. Im Gegensatz zum Verarbeitenden Gewerbe kommen von der Bohraktivität am Erdölmarkt noch keine positiven Impulse. Auch bei den Baubeginnen und Baugenehmigungen ist nach dem unerwartet starken Anstieg auf Nachkrisenhochs kein weiterer Sprung nach oben angezeigt. Im Mai hat sich die Stimmung bei Bauunternehmern leicht verschlechtert und auch die Hypothekenanträge waren rückläufig.
Für eine Zinserhöhung im September sehen wir aber weiterhin gute Chancen: Die Vorlaufindikatoren sind klar im grünen Bereich und insbesondere der Dienstleistungssektor sendet unverändert positive Signale. Die Kerninflation wiederum zeigt sich gemessen am Konsumentenpreisindex seit Anfang Jahr überraschend robust, was auch Ende nächster Woche bestätigt werden sollte. Bei gleichbleibender Dynamik würde per Jahresende eine Kernteuerung von 2.5% resultieren. Einen ganz so hohen Wert erwarten wir zwar nicht, denn die niedrigen Importpreise dürften mit zeitlicher Verzögerung dämpfend wirken. Die aktuelle nahe bei 2% liegende Jahresrate zeigt aber klar, dass ein gewisser Preisdruck bereits vorhanden ist.
Um nicht Gefahr zu laufen, der Teuerung hinterherzuhinken sollte sich die US-Notenbank daher die Option für eine Zinserhöhung im September offen lassen. Gleichzeitig dürfte Janet Yellen aber die Märkte beruhigen und wiederholen, dass die Leitzinsen nur graduell angehoben werden.
Von der US-Inflation abgesehen, stehen nächste Woche praktisch keine Konjunkturindikatoren an, welche das Potential haben, die Marktvolatilität zu erhöhen. In der Eurozone ist der Datenkalender ausgesprochen dünn. Und in China sollte sich die Dynamik bei den Immobilienpreisen zumindest kurzfristig nicht wieder deutlich verschlechtern. Die jüngsten Wirtschaftsdaten fielen mehrheitlich leicht besser und damit im Rahmen der Erwartungen aus, was darauf hindeutet, dass die fiskal- und geldpolitischen Lockerungsmassnahmen langsam ihre Wirkung entfalten. Die Chancen für ein leicht stärkeres BIP-Wachstum im Q2 sind somit intakt.
In der Schweiz rechnen wir ebenfalls mit keinen Überraschungen. Die realen Ausfuhren haben nach dem Taucher im Februar wieder zugelegt. Und mit der Konjunkturerholung in der Eurozone haben sich die Aussichten für den Schweizer Exportsektor wieder ein Stück weit aufgehellt. Die SNB dürfte zudem an ihrer Lagebeurteilung keine grundlegenden Änderungen vornehmen .
Quelle: BONDWorld.ch
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