SNB mit Wirkung der Geldpolitik zufrieden….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Mit der Zuspitzung der Situation um Griechenland und dem Zinsentscheid in den USA haben die Finanzmärkte erwartungsgemäss turbulente Tage hinter sich. Und dies, obwohl die US-Notenbank bei der jüngsten Lagebeurteilung sehr darauf bedacht war, die Märkte nicht zu erschrecken. Die Fed-Vorsitzende Janet Yellen hat an der Pressekonferenz nochmals betont, dass die Zinsen nur langsam erhöht werden sollen und die Geldpolitik insgesamt noch lange expansiv bleibt. Die Notenbanker haben zudem ihre Zinsprognose für 2016 und 2017 geringfügig nach unten korrigiert. Allerdings geht eine leichte Mehrheit der Fed unverändert von zwei Zinsschritten im weiteren Jahresverlauf aus. Und die Hürden für eine Zinserhöhung im September sind aus unserer Sicht eher niedrig gesetzt: Gemäss Yellen würde schon eine Fortsetzung der soliden Arbeitsmarktdynamik reichen, um eine Inflationstendenz Richtung 2%-Ziel festhalten zu können. Die Zinserwartungen des Marktes haben sich noch nicht an die Fed-Prognose angenähert. In den Fed Funds Futures ist per Ende Jahr nur eine Zinserhöhung eingepreist. Ein Zinsanstieg im Herbst bleibt aber weiter unser Basisszenario.
Das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal dürfte weniger stark rückläufig gewesen sein, als ursprünglich angenommen, sollte sich die Markterwartung für die BIPRevision der kommenden Woche bestätigen. Und im Q2 zeichnet sich ein Wachstum von annualisierten rund 2% ab. Die Vorlaufindikatoren deuten auf weiterhin positive Konjunkturdaten hin, wodurch der Arbeitsmarkt auch im Q3 gut unterstützt bleiben sollte. Die Bedingungen der Notenbank dürften somit bald erfüllt sein. Neben der BIPRevision stehen kommende Woche die Aufträge für Kapitalgüter auf der Agenda, die bereinigt um die volatilen Komponenten einen leichten Anstieg zeigen dürften.
Die Lagebeurteilung und der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank liess im Vergleich zur US-Fed weniger Spielraum für Interpretationen offen. Die SNB ist mit der Wirkung der Geldpolitik zufrieden. Diese basiert aktuell auf möglichen Devisenmarktinterventionen und Negativzinsen. Tatsächlich scheinen diese Massnahmen momentan zu wirken. Trotz grosser Volatilität an den Finanzmärkten hat sich der EUR gegenüber dem CHF deutlich über Parität gehalten. Die wöchentlichen Daten der Sichtguthaben bei der SNB zeigen, dass dies ohne – oder mit sehr geringen – Interventionen möglich war. Aber auch die SNB konstatiert, mit ihren Massnahmen im internationalen Vergleich “sehr weit gegangen” zu sein. Eine weitere Zinssenkung ist vor diesem Hintergrund nicht wahrscheinlich. Das Ausmass der Negativzinsen ist bereits beträchtlich. Guthaben im Wert von CHF 155 Mrd. Sind aktuell davon betroffen, was bei einem Satz von -0.75% jährlich knapp CHF 1.2 Mrd. ausmacht. Als erfreulich bezeichnet die SNB die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Die Ungleichgewichte hätten sich nicht weiter verschärft. Wir teilen die Meinung einer leichten Beruhigung auf dem Markt für Wohnliegenschaften.
In der Eurozone hält der Fluss an positiven Konjunkturdaten an. Die kommenden Tage bringen neue Indikationen zum Geschäftsklima in Deutschland, Frankreich und Italien den wichtigsten europäischen Handelspartnern der Schweiz. Besonders im Fokus steht der deutsche Ifo- Geschäftsklimaindex, der auch bei einem leichten Rückgang weiterhin eine solide Konjunkturdynamik anzeigen dürfte. Die anhaltende Erholung in der Eurozone sollte somit helfen, die Frankenstärke teilweise zu kompensieren. Die Schweizer Aussenhandelszahlen zeigten für Mai, dass die preisbereinigten Exporte gegenüber April um über 5% zugenommen haben. Aber die Preise sind sogar leicht stärker gefallen und haben nominal einen leichten Exportrückgang bewirkt. Dies verdeutlicht den hohen Margendruck bei den Exporteuren.
Auch mit soliden Konjunkturdaten dürften in den kommenden Tagen die Marktschwankungen hoch bleiben. Insbesondere die Situation um Griechenland kann jederzeit eskalieren (siehe Fokus) und temporär Druck auf die Schweizer Zinskurve ausüben. Eine Flucht in den CHF würde die SNB bekämpfen, wahrscheinlich bei einem Niveau um 1.03, spätestens aber, wenn sich der Franken der Parität nähern würde.
Quelle: BONDWorld.ch
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