Image

PensExpert : Benachteiligung von Frauen in der Vorsorge

PensExpert : Benachteiligung von Frauen in der Vorsorge: Reformen sind dringend notwendig.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Prof. Dr. Martin Eling, Professor für Versicherungswirtschaft, HSG


Eine neue Studie der Universität St. Gallen im Auftrag des Vorsorgedienstleisters PensExpert analysiert die Vorsorgesituation von Frauen in der Schweiz und weist in dem Zusammenhang auf erhebliche Missstände im Vorsorgesystem hin.

Die Renten von Frauen sind in der Schweiz rund ein Drittel niedriger als diejenigen der Männer. Dies kann insbesondere mit unterschiedlichen Erwerbsbiografien erklärt werden. In der Schweiz kommen aber eine Reihe institutioneller Defizite dazu, weshalb die Schweiz auch im internationalen Vergleich einen überdurchschnittlich hohen «Gender Pension Gap» aufweist. Dazu gehören etwa die Eintrittsschwelle und der Koordinationsabzug in der beruflichen Vorsorge oder eine unzureichende Berücksichtigung von Betreuungszeiten im Vorsorgesystem. Aus sozialpolitischer Sicht ist dies kritisch zu hinterfragen.

Um politische Diskussionen zur Reduktion des «Gender Pension Gap» anzustossen, hat PensExpert die Universität St. Gallen mit einer Studie zur Vorsorgesituation von Frauen beauftragt. Die Studienautoren entwickelten sieben Reformvorschläge und stellten diese im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung (1’197 Teilnehmende, durchgeführt von der gfs-Zürich) sowie einer Befragung von Expertinnen und Experten (40 Teilnehmende) zur Diskussion.

Dabei zeigt sich eine klare Einigkeit zwischen Bevölkerung und Fachleuten, dass

  1. die Eintrittsschwelle für die berufliche Vorsorge abgeschafft wird,
  2. das Eintrittsalter für das Sparen in der beruflichen Vorsorge auf 18 Jahre sinkt und
  3. es eine Möglichkeit gibt, etwaige Lücken in der Säule 3a aufgrund von Auszeiten für Kinderbetreuung und Pflege nachzufinanzieren.

«Wir interpretieren die Einigkeit zwischen Bevölkerung und Expertinnen und Experten als klaren Handlungsauftrag an die Politik», sagt Martin Eling, Professor für Versicherungswirtschaft an der HSG. «Dies nicht in dem Sinne, dass alle Aspekte umgesetzt werden müssen, aber doch die politische Machbarkeit dieser Vorschläge überprüft werden sollte.» Aus Sicht der Forschenden ist eine Reduktion von Eintrittsschwelle und Eintrittsalter sinnvoll und politisch machbar. «Wir sprechen uns auch für eine Öffnung der Säule 3a, eine Reduktion des Koordinationsabzugs sowie eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus – drei weiteren Massnahmen, welche ohne grössere Systemeingriffe umsetzbar sind», ergänzt Eling.

Die Resultate der Studie zeigen, dass Frauen sich tendenziell später als Männer mit dem Thema Vorsorge befassen und weniger Kenntnisse zu Finanzen und Vorsorge aufweisen. Dementsprechend soll die Studie neben den Vorschlägen zur strukturellen Optimierung auch ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung sein – einerseits an die Frauen selber, andererseits aber auch an Politik und Vorsorgeinstitutionen, diese Missstände aktiv anzusprechen. Dies in einer geeigneten Form, dass Frauen sich möglichst früh mit Vorsorgethemen auseinandersetzen, so dass sie die Weichen für auskömmliche Pensionen besser stellen können. Es muss auch eine adäquate Vorsorgelösung für Konkubinatsbeziehungen definiert werden, die heute im Vorsorgesystem noch unzureichend abgebildet sind, sagen die Forschenden.

Quelle: AdvisorWorld


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.