Image

01-09 China-Turbulenzen an den Aktienmärkten

Fed-Erwartungen wieder nach hinten verschoben….


Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. Click here to register for your free copy 


Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Wachstumsängste um Chinas Wirtschaft haben letzte Woche weltweit eine Ausverkaufswelle an den Börsen losgetreten. Diese mündete Anfang dieser Woche in einem vorübergehenden Absturz der Kurse. Nachdem sich der Kurszerfall an den chinesischen Märkten trotz staatlicher Stützungskäufe ungebremst fortgesetzt hatte, gaben die Notierungen europäischer Aktien am Montag im Tagesverlauf massiv nach. Der Schweizer SMI lag zwischenzeitlich gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag nahezu um 8% im Minus. Die Einschätzung der Marktteilnehmer, dass die drastischen Korrekturen der Vortage vielleicht doch übertrieben waren, haben die Märkte wieder stabilisiert. Unterstützung fand die teilweise Erholung der Kurse durch geldpolitische Lockerungsmassnahmen der chinesischen Zentralbank. Diese hat die Zinsen erneut gesenkt und mehr Liquidität in das Bankensystem gepumpt.

Aus fundamentaler Sicht geben die verfügbaren chinesischen Konjunkturdaten derzeit keinen Hinweis auf eine bevorstehende harte Landung der Wirtschaft. Dennoch sollten die Märkte auf Grund der anhaltend hohen Unsicherheiten vorerst anfällig bleiben. Dies zeigt die anhaltende Volatilität vor allem an den chinesischen Börsen im Verlauf dieser Woche. Die Konjunkturdaten für China stehen nun im Fokus. Nächsten Dienstag werden die Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht.

Darüber hinaus stehen zum Monatswechsel wie üblich weltweit die neuen Ergebnisse der Einkaufsmanager- Umfragen an. Wir gehen nicht davon aus, dass der amerikanische ISM-Index und der Schweizer PMI auf Grund der jüngsten Ereignisse um China stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Das deutsche Ifo-Geschäftsklima und der französische INSEE konnten diese Woche auf jeden Fall sogar leicht zulegen. Auch das KOF-Konjunkturbarometer dürfte nach der starken Erholung im Vormonat keinen Rückschlag erleiden. Die Umfragen bei den Schweizer Unternehmen weisen weiterhin auf eine rasche Stabilisierung nach dem Wechselkursschock hin, wie auch die BIP-Daten für das zweite Quartal. Insgesamt stellt sich die konjunkturelle Lage in den Industrieländern mehrheitlich robust dar. Dies sollte sich auch in den Aussagen der Wirtschaftskontakte der Fed, im sogenannten Beige Book, widerspiegeln. Und für den USArbeitsmarktbericht

Ende nächster Woche wird erneut ein solider Beschäftigungsanstieg erwartet, nach überraschend starken US-Auftragseingängen für langlebige Güter und einer Aufwärtsrevision des Q2 BIP diese Woche. Damit sprechen die Konjunkturdaten eigentlich weiterhin für einen Beginn der Zinsnormalisierung der Fed in diesem Jahr. Mit den jüngsten Turbulenzen haben sich die volatile Markterwartungen jedoch wieder deutlich nach hinten verschoben. Dazu trug unter anderem die Aussage des Fed Vize-Vorsitzenden Dudley bei: “Die Gründe für eine Zinserhöhung im September sind nun weniger überzeugend”. Dieses Wochenende findet die alljährliche Konferenz der Federal Reserve Bank von Kansas City in Jackson Hole statt, bei der zahlreiche Notenbanker zur geldpolitischen Diskussion zusammenkommen. Vor allem die Rede des Fed- Vertreters Stanley Fisher wird mit Spannung erwartet.

Zu den vorsichtigeren Fed-Erwartungen beigetragen haben ebenfalls die anhaltenden Preisrückgänge bei den Rohstoffpreisen, die durch die Wachstumssorgen um China getrieben wurden. Dies hat die Inflationserwartungen wieder sinken lassen. Deswegen sollten nächste Woche auch die Inflationsraten für August in der Eurozone und in der Schweiz von bereits tiefen Niveaus leicht sinken. Eine Abwärtsrevision der Inflationsprognosen der EZB ist damit wahrscheinlich. Obwohl EZB-Offizielle betonen einer nachhaltigen Verschlechterung des Inflationsbildes jederzeit entgegentreten zu können, gehen die Notenbanker jedoch bislang nur von einem vorübergehenden inflationsdämpfenden Effekt der gesunkenen Rohstoffpreise aus. Dieser könne durch die Geldpolitik nicht beeinflusst werden. Da man aktuell auch keine realen negativen Auswirkungen der China-Turbulenzen auf die Euroraum-Konjunktur feststellen kann, erwarten wir für die kommende EZB-Sitzung am Donnerstag keine grössere Diskussion über eine Anpassung der Geldpolitik.

Source: BONDWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.