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04-09 Chinas Exporte dürften erneut zurückgehen

Industrieländer weiter in guter Verfassung….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Lage der chinesischen Wirtschaft ist nach wie vor das dominierende Thema an den globalen Aktienmärkten. Neue Stimmungsdaten aus dem Reich der Mitte haben die Aktienkurse erneut belastet. Der vom nationalen Statisti-kamt ermittelte Einkaufsmanagerindex für das Verarbei-tende Gewerbe fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 50. Dies bedeutet nicht, dass die Industrieproduktion zurückgeht. Es bestätigt aber das Bild einer sich abkühlen-den Wachstumsdynamik. Welchen Einfluss dies auf den Arbeitsmarkt hat, ist schwierig abzuschätzen, da entspre-chende Daten fehlen oder deren Qualität fragwürdig ist. Die offizielle Arbeitslosenrate wird an den Märkten nicht beachtet. Sie ist seit Jahren ungewöhnlich stabil. Ausser-dem sind die Heerscharen von Wanderarbeitern nicht in der Statistik abgebildet. Wie stark sich die Arbeitsmarktdy-namik verschlechtert, könnte nächste Woche die Beschäf-tigungsumfrage von Manpower zeigen. Im Fokus sind aber vor allem die Exportdaten. Im August hatte der überra-schend starke Rückgang von 8% auf Jahresbasis die Wachstumssorgen um China schlagartig erhöht. Die Prog-nosen für nächste Woche sind nur geringfügig besser. Bei den chinesischen Unternehmensumfragen war die Ex-portauftrags-Komponente erneut rückläufig. Zudem gibt es negative Indikationen aus dem benachbarten Südkorea.

Die Aktienmärkte dürften daher auch nächste Woche an-fällig für Rückschläge bleiben. Allerdings geben die nomi-nalen Ausfuhren keine eindeutigen Hinweise darüber, wie stark sich das Wachstum abschwächt. Der Rückgang der nominalen Exporte liegt vor allem am Preiseffekt. Volu-menbasiert haben die Ausfuhren von China und Südkorea auch zuletzt noch zugenommen. Der handelsgewichtete Yuan hat aufgrund der engen Bindung zum US-Dollar in den letzten 12 Monaten, trotz der jüngsten Abwertung, um 10% zugelegt. Das hat die chinesischen Exporteure zu Preissenkungen gezwungen.

Die Wachstumsdynamik in den Schwellenländern schwächt sich zwar offenkundig ab, insbesondere auch in den Roh-stoffexportländern (siehe Seite 2). In China zeigen die ver-fügbaren Konjunkturdaten jedoch nach wie vor keine star-ke Wachstumsdelle an. Und die Industrienationen sind weiterhin in relativ guter Verfassung. Die Unternehmens-stimmung in der Eurozone hat auch im turbulenten August zugelegt. Dennoch revidierte die EZB bei der Septembersit-zung diese Woche ihre Wachstums- und Inflationsprogno-sen nach unten. Das schwächere Schwellenländerwachs-tum belastet. Und die Abwärtsrisiken überwiegen weiter-hin. Es sei jedoch zu früh, um beurteilen zu können, ob die jüngsten Turbulenzen den mittelfristigen Inflationsausblick nachhaltig negativ beeinflussen. Entsprechend steht die EZB bereit das Anleihenkaufprogramm zu erhöhen bzw. zu verlängern – möglicherweise über 2016 hinaus. Derzeit wird aber noch nicht darüber diskutiert.

In den USA hat sich der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe aufgrund der schlechteren Ein-schätzung zur Auftragslage von 52.7 auf 51.1 verringert. Das dürfte primär auf den Rückgang des Ölpreises zurück-zuführen sein, was den amerikanischen Energiesektor wie-der unter Druck setzt. Zudem hat sich der US-Dollar han-delsgewichtet erneut aufgewertet – aufgrund der Ab-schwächung bei den Schwellenländerwährungen. Nichts-destotrotz ist die US-Wirtschaft auf solidem Wachstums-kurs. Im Gegensatz zum Verarbeitenden Gewerbe ist die Unternehmensstimmung im grösseren Dienstleistungssek-tor nach wie vor gut. Die Perspektiven für den Arbeits-markt und den privaten Verbrauch sind damit weiterhin intakt. Trotzdem dürfte die Fed die Zinsen aller Voraussicht nach noch nicht im September erhöhen. Wir erwarten erst im Dezember höhere Leitzinsen – unter der Bedingung dass die Finanzmarktvolatilität dann nicht mehr erhöht ist und Chinas Wachstumsverlangsamung tatsächlich kontrolliert verläuft. Der aktuelle Rückgang der Auftragskomponente des Einkaufsmanagerindex stellt zudem in Frage, ob die Erholung der US-Industrie andauern wird. Die Industrieak-tivität zeigt nach der Delle im ersten Halbjahr erst seit kur-zem wieder nach oben. Und schliesslich ist der Preis-und Lohndruck weiter gering und drängt die Notenbank nicht zur Eile.

In der Schweiz steht nächste Woche die Arbeitslosenquote an. Trotz konjunkturellem Gegenwind werden weiter Stel-len geschaffen. Im ersten Halbjahr allerdings ausschliesslich im Dienstleistungssektor. Im Jahresverlauf ist die Arbeitslo-senquote leicht von 3.2% auf 3.3% angestiegen. Sie dürfte sich bis zum Jahresende auf 3.4% erhöhen.

Quele: BONDWorld.ch


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