Nuveen : Der Konsensus der Marktteilnehmer sieht US-Zinssenkungen bis Ende 2023 vor.
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Von Saira Malik, CIO von Nuveen
Saira Malik, CIO von Nuveen, dem Vermögensverwalter des US-Lehrerpensionsfonds TIAA, bleibt bei der Einschätzung, den Ausblick für Aktien und Anleihen aus Schwellenländern anzuheben. Die potenzielle Zinserhöhungspause der Fed könnte ein Katalysator für eine weitere Abschwächung des US-Dollars sein. Dieser ist gegenüber den Währungen der Schwellenländer seit seinem Höchststand im Oktober 2022 bereits um etwa sechs Prozent gefallen. Das dürfte den Schwellenländern Auftrieb geben und es ihnen erleichtern, ihre Dollar-Schulden zu begleichen.
Bei Schwellenländeraktien sind Länderauswahl und Diversifizierung entscheidend. China steht immer auf dem Prüfstand, da es etwa ein Drittel des MSCI EM Index ausmacht. Nuveen bleibt derzeit für chinesische Aktien vorsichtig optimistisch. Grund ist auch der anhaltende Anstieg der inländischen Nachfrage nach Dienstleistungen, insbesondere in Restaurants und bei den Freizeitaktivitäten. Im März erreichte der chinesische PMI-Index für das nicht verarbeitende Gewerbe 58,2 und damit den höchsten Stand seit Mai 2011. PMI-Werte über 50 deuten auf Expansion hin.
Brasilien und Mexiko im Blick behalten
Nuveen sieht zwei aufstrebende Aktienmärkte unter den Schwellenländern: Brasilien und Mexiko.
In Brasilien geht die Inflation weiter zurück und lag im März bei 4,65 Prozent, verglichen mit einem Höchststand von 12,1 Prozent im April 2022. Der Leitzins der brasilianischen Zentralbank liegt bei 13,75 Prozent und damit etwas unter dem höchsten Stand von vor 15 Jahren. Da sich die Inflation rasch abkühlt, müssen die politischen Entscheidungsträger die Zinssätze möglicherweise eher früher als später senken, was eine starke Rallye am Aktienmarkt auslösen könnte.
Die Situation in Mexiko ist ähnlich wie in Brasilien: hohe nominale und reale Zinssätze und eine sich verlangsamende Inflation. Da Mexiko eng mit den USA verbunden ist, neigt die mexikanische Zentralbank dazu, ihre Geldpolitik entsprechend den Massnahmen der Fed zu ändern. Diesmal könnte sie sich jedoch viel früher als die Fed zu einer Zinssenkung entschliessen, vor allem bei einem Realzins von 4,4 Prozent.
Die Länderauswahl ist auch bei Schwellenländeranleihen von entscheidender Bedeutung. Die Anlageklasse ist im Vergleich zu US-Krediten nach wie vor günstig, mit einem aktuellen Spread von 189 Basispunkten, der mehr als fünfmal so hoch ist wie der langfristige Durchschnitt von 36 Basispunkten . Wie bei den Schwellenländeraktien könnten auch bei den Schwellenländeranleihen die zu erwartenden Zinssenkungen zu hohen Gesamtrenditen beitragen. Die technischen Marktdaten sind nach wie vor günstig, da grössere Barmittelbestände an der Seitenlinie liegen und die Herausforderungen, mit denen notleidende Staaten konfrontiert sind, weitgehend eingepreist sind.
Quelle: AdvisorWorld.ch
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