Wachstumssorgen um Schwellenländer halten an….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Volatilität an den Finanzmärkten ist weiterhin hoch. Der Entscheid der US-Notenbank die Zinsen noch nicht zu erhöhen, hat die Aktienbörsen nicht beruhigt. Im Gegenteil: Die andauernde Ungewissheit über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung belastet die Märkte zunehmend. Und das Rätselraten um den ersten Zinsschritt geht kommende Woche in die nächste Runde, da einige wichtige US-Daten veröffentlicht werden. Beim ISM Einkaufsmanagerindex wird nur noch ein Wert von knapp über 50 erwartet. Die regionalen Stimmungsumfragen fielen praktisch durchwegs schlechter aus. Im Gegensatz zur europäischen Industrie sind die US-Fabrikanten mit dem Nachteil einer starken Währung konfrontiert. Zudem wird der in den USA besonders bedeutende Energiesektor nach wie vor durch den niedrigen Ölpreis belastet. Zwar sind jüngst erstmals seit längerem im Verarbeitenden Gewerbe netto Stellen gestrichen worden. Die amerikanische Industrie macht jedoch nur 9% der Gesamtbeschäftigung der USWirtschaft aus. Der Löwenanteil der neu geschaffenen Stellen ist auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Und da gibt es keine Hinweise für eine langsamere Wachstumsdynamik. Fundamental bleiben die Aussichten für den privaten Verbrauch weiter positiv. Daher rechnen wir nächste Woche erneut mit einem soliden Arbeitsmarktbericht.
Wir gehen aber nicht davon aus, dass die uneinheitliche Datenlage klare Schlüsse über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung zulässt. Ob der Zinsschritt im Oktober, Dezember oder gar erst nächstes Jahr erfolgt, ist nach wie vor völlig offen. Die Ungewissheit hält also weiter an – genau wie die Wachstumsängste um die Schwellenländer, insbesondere um China. Im Reich der Mitte sind die Konjunkturmeldungen auch zuletzt wieder negativ ausgefallen. Die Unternehmensstimmung in der Industrie verschlechterte sich entgegen den Markterwartungen erneut. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 47.0, dem niedrigsten Stand seit März 2009. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die geld-und fiskalpolitischen Massnahmen der letzten Monate auch im September nicht zu einer Belebung der Konjunktur geführt haben. Dass die Regierung das Wachstumsziel für 2015 verpasst, wird immer wahrscheinlicher. Und auch in anderen grossen Schwellenländern zeigt sich keine Verbesserung der Wachstumsdynamik. Mit der Ausnahme von Indien liegen die Einkaufsmanagerindizes dort ebenfalls unter der wichtigen Marke von 50. Nächste Woche dürften die Umfrageergebnisse für September wieder ein ähnliches Resultat zeigen. Neben strukturellen Problemen haben die Wachstumsabschwächung in China und die Baisse an den Rohstoffmärkten einen spürbar negativen Einfluss auf viele Schwellenländer, insbesondere auf Russland und Brasilien. Bei letzteren wird auch im Q3 und Q4 wieder ein BIPMinus erwartet.
Die Abschwächung in den Schwellenländern begrenzt das Potential für positive konjunkturelle Überraschungen in den Industrienationen. Andererseits dürften die Industrieländer auch nicht empfindlich getroffen werden. Ihre Exporte in die aufstrebenden Märkte machen nur einen geringen Anteil am BIP aus. Der schwache ISM Einkaufsmanagerindex ist in erster Linie auf die oben genannten Faktoren und nicht auf die Wachstumsverlangsamung in China zurückzuführen. In der Eurozone hat sich die Unternehmensstimmung im September zwar geringfügig verringert. Insgesamt fielen die Einkaufsmanagerindizes im dritten Quartal aber dennoch leicht besser aus als im Q2. Auch das Konsumentenvertrauen hat ebenfalls keinen Dämpfer erhalten. In Deutschland ist das Ifo-Geschäftsklima im September gar überraschend angestiegen. Insgesamt sollte damit das BIP-Wachstum im Euroraum auch im Q3 wieder robust ausfallen. Die Auftragslage in der europäischen Industrie ist zudem nach wie vor solid. Dies deutet daraufhin, dass sich die Expansion auch im vierten Quartal fortsetzen dürfte. Davon sollte auch die Schweiz profitieren .
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