Richtungsweisender US-Arbeitsmarktbericht…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Negativnachrichten aus der Schweizer Industrie reissen 10 Monate nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze nicht ab. Die Gewinnerosionen wirken sich teilweise erst mit zeitlicher Verzögerung in rückläufigen Beschäftigungszahlen aus. Trotz negativer Währungseffekte in der Industrie konnte die Schweizer Wirtschaft insgesamt im ersten Halbjahr 2015 eine Rezession vermeiden. Nächste Woche stehen die Wachstumszahlen für Q3 zur Veröffentlichung an und dürften bestätigen, dass die Wirtschaft noch kaum Tritt gefasst hat. Der anhaltend starke private Konsum dürfte einen Rückgang der Wirtschaftsleistung jedoch verhindern. Von den Investitionen erwarten wir ebenfalls einen leicht positiven Wachstumsbeitrag, auch wenn im Bausektor Zeichen einer Sättigung auszumachen sind. Wir gehen für Q3 insgesamt von einem BIPWachstum von 0.1% gegenüber dem Vorquartal aus, respective von 0.7% gegenüber dem Vorjahr.
Auch das KOF-Konjunkturbarometer und der Schweizer Einkaufsmanagerindex für November werden in den kommenden Tagen kaum Anlass für mehr Optimismus für die Schweizer Wirtschaft geben. Das KOF-Barometer dürfte mit knapp 100 Punkten nur ein geringes Wachstums anzeigen und den Einkaufsmanagerindex erwarten wir ebenfalls nur leicht im expansiven Bereich von über 50 Punkten. Die Konsumentenpreise im November verharren zudem tief unter null. Gegenüber Oktober gehen wir allerdings von keinem weiteren Rückgang aus, was die Inflation auf -1.3% bringen dürfte.
Die kommenden Tage werden aber geprägt sein von Daten aus der Eurozone und den USA, die Auswirkungen auf die Geldpolitik in den beiden Wirtschaftsräumen haben können. In den USA wird der Arbeitsmarktbericht für November publiziert und damit der zentrale Faktor für den US-Zinsentscheid am 16. Dezember. Der gute Vormonatswert für die neugeschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft von 271’000 kann unseres Erachtens zwar nicht wiederholt werden. Aber auch ein Wert von knapp unter 200’000 Stellen dürfte ausreichen, um die Zinserhöhungswahrscheinlichkeit in den USA für Dezember hoch zu halten. Diese liegt zurzeit, gemessen an den Zinsfutures, bei 72%. Der ISM Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe gibt über die aktuelle Verfassung der US-Wirtschaft Aufschluss. Mit 50.1 Punkten liegt er nur knapp im Expansionsbereich. Ein Abrutschen unter 50 Punkte könnte für die Zinserhöhungserwartungen eine Neubeurteilung auslösen, auch wenn der Index für den Dienstleistungssektor anhaltend hohe Dynamik anzeigt.
Während die Fed die Zinsen erhöhen möchte, um ein Zeichen zu setzen, dass die Wirtschaft mit ausreichend Schwung unterwegs ist, zeigt sich die Tendenz in der Eurozone gegenläufig. Die EZB-Offiziellen stellen die Sorgen um das Wirtschaftswachstum und zu niedrige Inflation deutlich ins Zentrum. Denn EZB-Präsident Draghi will geldpolitisch nachlegen, nachdem er bereits eine mögliche Ausweitung der expansiven Massnahmen angekündigt hat .
Der EZB-Zinsentscheid vom 3. Dezember könnte auch für die SNB-Lagebeurteilung eine Woche später zu einem entscheidenden Ereignis werden. Eine leichte Senkung des EZBEinlagensatzes von aktuell -0.2% wird erwartet und dürfte keine grosse Belastung für EUR/CHF bedeuten. Die Differenz der Kurzfristzinsen zwischen EUR und CHF hat in den vergangenen Monaten für EUR/CHF an Einfluss verloren. EZBPräsident Draghi müsste unseres Erachtens die Markterwartungen deutlich übertreffen, um den Franken gegenüber dem Euro ansteigen zu lassen. Ein zu schwacher EUR sollte aber auch nicht in Draghis Interesse sein, um die US-Zinserhöhung im Dezember nicht zu gefährden. Daher könnte die SNB auch bei einer weiteren, nicht übermässigen geldpolitischen Expansion seitens EZB deutlich weniger unter Zugzwang geraten, als es die Zinsmärkte zurzeit befürchten. Denn die Senkung des Ziels für den 3-Monatslibor auf -1% wird für Dezember bereits eingepreist. Wir gehen allerdings davon aus, dass die SNB diesen Schritt vermeiden kann und bei einem stärkeren CHF primär EUR kaufen würde. Gegenüber USD bleibt die Situation entspannt. Mit USD/CHF um 1.02 hat der Dollar im Jahresverlauf rund 2% zugelegt.
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