Spanien droht langwierige Regierungsbildung….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die US-Notenbank hat wie erwartet erstmals seit neun Jahren die Zinsen erhöht. Das Zielband für den Leitzins wurde von 0%-0.25% auf 0.25%-0.5% angehoben. Die Fed-Vorsitzende Janet Yellen begründete den Schritt mit den Fortschritten, welche die US-Wirtschaft gemacht habe. Die Notenbank er-warte deshalb einen Anstieg der Inflation, was höhere Zinsen rechtfertige. Weitere Zinsschritte sind gemäss der neuen For-ward Guidance davon abhängig, ob sich die Inflation und die Beschäftigung im Rahmen der Erwartungen entwickeln. Insge-samt sei aber nicht mit regelmässigen Zinsschritten zu rech-nen. Die Geldpolitik soll nur graduell normalisiert werden. Etwas überraschend rechnen die Notenbanker für die kom-menden drei Jahre aber nach wie vor mit je vier Zinserhöhun-gen pro Jahr. Auf die Markterwartungen hatte dies aber prak-tisch keinen Einfluss. Die optimistische Zinsprognose der Fed wird vom Markt nicht geteilt. Die Zinsfutures preisen für 2016 lediglich zwei Zinsschritte ein, je einen im Q2 und Q4. Das gleiche gilt für 2017. Wir rechnen derzeit kommendes Jahr mit maximal zwei, vielleicht sogar nur einem Zinsschritt. Janet Yellen betont zwar die vorübergehende Natur der niedrigen Energiepreise. Der Ölpreis hat jedoch weiter nachgegeben und wir erwarten keine schnelle Erholung (siehe Seite 2). Zudem dürften der starke Dollar und die globalen Überkapazitäten die Teuerung weiterhin dämpfen. Die initiale Marktreaktion auf die erste Zinserhöhung fiel nicht negativ aus – im Gegenteil. Angesichts des unsicheren Inflationsausblicks sowie der Dis-krepanz zwischen Markterwartungen und Notenbankprogno-sen rechnen wir aber damit, dass die Ungewissheit über die zukünftige Geldpolitik weiterhin sehr hoch bleibt.
Nach dem Zinsentscheid der Fed ist der Datenkalender zum Jahresende dünn. Die Entwicklung des US-Konsums im No-vember wird eine gute Indikation liefern, ob die aktuelle Kon-sensprognose für das BIP-Wachstum im Q4 von annualisierten 2% angemessen ist. Nachdem der Privatkonsum relativ schwach ins Q4 gestartet ist, erwarten wir nun einen stärkeren Anstieg. Denn im November haben die Detailhandelsumsätze wieder auf breiter Basis zugelegt – mit Ausnahme vom Auto-handel, der nach der starken Entwicklung der letzten Monate zuletzt stagniert hat.
In Spanien stehen am Sonntag Parlamentswahlen an und es wird befürchtet, dass eine langwierige Regierungsbildung bevorsteht und vielleicht sogar eine Hängepartie mit baldigen Neuwahlen. Die bisherige Regierung, die konservative Volks-partei, liegt in den Umfragen zwar knapp vorne, dürfte das absolute Mehr aber klar verpassen. Eine Koalition mit der Mitte-Rechts-Partei Ciudadanos könnte möglicherweise rein numerisch zur Regierungsbildung reichen. Die Spannungen zwischen den Führungsriegen der beiden Parteien haben zu-letzt aber zugenommen und Ministerpräsident Rajoy schliesst daher eine Koalition mit den Sozialisten (PSOE) nicht aus. Eine ausschliesslich linke Regierung mit Beteiligung der Protestpar-tei Podemos und somit ein Richtungswechsel in der Wirt-schafspolitik gilt wiederum als unwahrscheinlichstes Szenario.
Nächste Woche steht in der Eurozone nur die Konsumenten-stimmung für Dezember zur Veröffentlichung an. Das Ver-brauchervertrauen ist auf einem vergleichsweise hohen Niveau und daran dürften auch die gestiegenen Terrorängste nichts ändern. Die Unternehmensumfragen für Dezember wiederum sind bereits bekannt. Der Composite PMI für die Eurozone sowie der Ifo-Geschäftsklimaindex waren zwar leicht rückläu-fig, zeigen aber unverändert eine gute Stimmung an. Die Un-ternehmen profitieren von der Erholung der Konsumenten-stimmung. Die nachlassende Nachfrage aus den Schwellen-ländern lässt aber keine Euphorie aufkommen.
In der Schweiz zeigt die Exportdynamik seit September zwar eine Belebung an, es ist jedoch noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Der harte Franken ist für viele Ex-porteure nach wie vor eine grosse Herausforderung. Nach dem starken Anstieg der realen Exporte im Oktober, ist nächs-te Woche ein ähnliches Ergebnis wenig wahrscheinlich. Das KOF-Konjunkturbarometer wiederum dürfte bestätigen, dass die Konjunkturdynamik auch im Q4 nicht wesentlich an Fahrt gewonnen hat.
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