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11.01 Chinas Wirtschaftsdaten enttäuschen

Missglückter Auftakt ins Börsenjahr…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Zum Jahresauftakt haben die Finanzmärkte mit schwachen Wirtschaftsdaten und geopolitischen Spannungen bereits schwere Kost zu verdauen. Die Vorlaufindikatoren aus China haben die erwartete Wachstumsverlangsamung bestätigt. Der Caixin Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist mit 48.2 Punkten aber noch deutlicher gefallen als erwartet. Und auch der Indikator für den Dienstleistungssektor hat mit 50.2 Punkten enttäuscht. Die Befürchtungen einer stärkeren Wachstumsverlangsamung und die Zweifel an Chinas Wachstumsmodell steigen. Vor diesem Hintergrund werden auch die nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden chinesischen Aussenhandelszahlen für Dezember von grosser Bedeutung sein.

Auch der Einkaufsmanagerindex aus den USA hat jüngst enttäuscht. Er ist auf den tiefsten Stand seit Sommer 2009 gefallen und bestätigt unsere Einschätzung, dass der USKonjunkturzyklus bereits weit fortgeschritten ist (siehe Fokus auf Seite 2). In der kommenden Woche erwarten wir für die US-Detailhandelsumsätze im Dezember aufgrund eines soliden Weihnachtsgeschäfts einen Anstieg. Die Industrieproduktion dürfte dagegen weiterhin rückläufig bleiben. Der Ölsektor kämpft mit sinkenden Preisen und bei relativ warmer Witterung dürfte auch die Produktion bei den Energieversorgern verhalten ausgefallen sein.

Die Vorlaufindikatoren aus der Schweiz waren jüngst gemischt. Während das KOF-Konjunkturbarometer im Dezember einen deutlichen Rückgang aufweist, zeigt der Einkaufmanagerindex eine anhaltende Erholungstendenz, vor allem aufgrund der volatilen Produktionskomponente. Wir gehen insgesamt davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft auch im Q4 2015 und zu Jahresbeginn 2016 kaum vom Fleck kommt. Auch die Detailhandelszahlen im November dürften die schwierige Situation bestätigen. Die Schweizer Arbeitslosenquote verharrte im Dezember bei 3.4%, dürfte aber aufgrund des bescheidenen Wirtschaftswachstums im Jahresverlauf auf 3.7% ansteigen. Bei der Inflation zeichnet sich allmählich eine Trendwende ab. Der Preisrückgang im Dezember betrug noch 1.3%, nachdem in den Vormonaten jeweils -1.4% verzeichnet wurde. 2015 sanken damit die Konsumentenpreise insgesamt um 1.1%, so stark wie seit 1950 nicht mehr.

Die Rohstoffmärkte verzeichnen einen äusserst turbulenten Jahresstart. Der Konflikt zwischen den OPEC-Staaten SaudiArabien und Iran hat den Ölpreisrückgang nur für Stunden gebremst. Aktuell überwiegen wieder die Befürchtungen, dass die Öl-Nachfrage aufgrund der chinesischen Wachstumsverlangsamung enttäuschen könnte, bei gleichzeitig andauernder Ölschwemme. Öl der Sorte Brent notierte mit USD 33 so tief wie seit 12 Jahren nicht mehr und droht, die Marke von USD 30 zu testen. Dagegen erfüllte Gold zuletzt mit einem leichten Preisanstieg seine Funktion als sicherer Hafen – anders als noch im Vorjahr, als die Marktturbulenzen keinen Preisanstieg auslösen konnten. Damals hat der Effekt des stärkeren USD den Goldpreis geprägt und Avancen verhindert.

Auch die Aktienmärkte haben zum Jahresauftakt deutlich unter den schwachen Daten, vor allem aus China, gelitten. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen wurden sogar wiederholt vom Handel ausgesetzt. Den chinesischen Regulatoren gelingt es nicht, die negative Marktdynamik zu drosseln. Die jüngste Massnahme, ein als Schutzschalter gedachter Mechanismus, hat die Verkaufswelle vielleicht sogar verstärkt: Der Aktienhandel wird für 15 Minuten ausgesetzt, wenn die Indizes um 5% sinken und für den Rest vom Tag gestoppt, wenn die Indizes anschliessend auf -7% fallen. Vor dem drohenden Stopp steigt der Verkaufsdruck, da Investoren illiquide Aktienpositionen vermeiden wollen. Der Misserfolg dieser Massnahme hat dazu geführt, dass sie bereits wieder eingestellt wurde. Und die erneute Währungsabschwächung von USD/CNY Richtung 6.60 verunsicherte die Märkte zusätzlich.

Der Schweizer Aktienmarkt kann sich dem negativen Trend nicht entziehen, auch wenn die Verluste dank seiner defensiven Qualitäten leicht geringer ausfallen als im europäischen Gesamtmarkt. Eine negative erste Handelswoche ist für den SMI keine Seltenheit. Der bisher grösste Verlust in den ersten fünf Handelstagen resultierte 1991 mit -2.4%. Die zweitgrössten Verluste waren 2001 und 2008 zu verzeichnen (-2.2%, respektive -1.7%), jeweils als Auftakt zu äusserst schwachen Börsenjahren. Davon gehen wir jedoch für das Gesamtjahr 2016 nicht aus. Mit der Korrektur zum Jahresbeginn nähert sich der Markt relativ attraktiven Einstiegsniveaus. Allerdings zeichnet sich in China keine rasche Beruhigung ab, womit wir nicht zum Einstieg in den Aktienmarkt raten, bis sich die von China ausgelöste Nervosität etwas legt.

Quele: BONDWorld.ch


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