Schweizer Industrie schrumpft weiter….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Konjunkturdaten aus Asien zum Wochenbeginn waren klar enttäuschend. Die chinesischen Handelszahlen für Januar sind unerwartet stark gefallen. Die nominalen Exporte waren im Jahresvergleich um 6.6% rückläufig. Und das japanische BIP schrumpfte nach einem vorübergehenden Anstieg im Vorquartal zum Jahresende wieder um 0.4%. Dies hat die Talfahrt an den Finanzmärkten allerdings nicht nochmals angefacht. Im Gegenteil, die Aktienmärkte konnten sich deutlich erholen. Die Stimmungsaufhellung wurde u.a. durch zwei wichtige positive Entwicklungen begünstigt. Erstens haben in den USA Ende letzter Woche die Detailhandelsumsätze positiv überrascht. Damit haben sich die von der schwächelnden US-Industrie ausgehenden Rezessionsängste wieder etwas verringert. Der US-Konsum bleibt nach wie vor solide. Zweitens hat die chinesische Zentralbank nach dem Neujahrsfest für den Beginn des Jahres des Affen den Yuan gegenüber dem USD zu Wochenbeginn spürbar aufwerten lassen. Die chinesischen Offiziellen haben zuvor betont sich gegen Angriffe von Spekulanten zu wehren. Die jüngste Intervention dürfte die Erwartungen einer ausgeprägten Yuan-Schwäche verringert haben.
Es ist jedoch noch zu früh von einer nachhaltigen Stabilisierung an den Märkten zu sprechen. Nicht zuletzt der tiefe Ölpreis hält die Sorgen um mögliche, massive Kreditausfälle im Energiesektor hoch und belastet den Bankensektor (siehe dazu auch Fokus auf Seite 2). Unter der Führung von Russland und Saudi-Arabien wurden diese Woche zwar Verhandlungen über ein Einfrieren der Fördermenge auf dem Niveau von Beginn des Jahres initiiert. Aber nicht alle wichtigen Förderländer wollen sich beteiligen. Und von einer notwendigen Förderkürzung zum Abbau der rekordhohen Lagerbestände ist derzeit keine Rede.
Auch die Daten aus der US-Industrie bleiben insgesamt schwach. Zwar fiel die Industrieproduktion im Januar besser als erwartet aus, was die Hoffnungen auf eine Stabilisierung nährt. Die Auftragslage bleibt jedoch angeschlagen, was sich nächste Woche in den Zahlen zu den Auftragseingängen für langlebige Güter widerspiegeln dürfte. Die Sorgen, dass die schwächelnde Industrie und die Turbulenzen an den Finanz
märkten den robusten US-Konsum doch noch aus dem Tritt bringen, bleiben damit vorerst bestehen. Zudem sind die Inflationserwartungen, trotz der guten Dynamik am Arbeitsmarkt, rückläufig. In der letzten Fed-Lagebeurteilung wurde bereits der weitere Rückgang der marktbasierten Inflationserwartungen betont. Fed-Vize Dudley stellte Ende letzter Woche zudem fest, dass auch die langfristigen Inflationserwartungen der privaten Haushalte jüngst gesunken sind. Im Rahmen der Konsumentenumfrage der University of Michigan sind die 5Jahres-Inflationserwartungen auf ein neues Rekordtief von 2.7% auf 2.4% gefallen. Die Markterwartungen für eine zweite Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung im März bleiben entsprechend nahe bei Null. Aktuell ist für 2016 überhaupt keine weitere Zinserhöhung mehr eingepreist. Dies ist auch unser Basisszenario.
Während sich für die US-Zinsnormalisierung bereits wieder eine Pause abzeichnet, ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung durch die EZB hoch. Die BIP-Zahlen für die Eurozone im vierten Quartal zeigten zwar mit einem Quartalswachstum von 0.3% eine Fortsetzung der Erholung mit dem Tempo der Vorquartale. Auch die Niveaus der Unternehmensumfragen signalisieren keine Abschwächung der Konjunktur im Euroraum. Ungeachtet dessen wiederholte EZBPräsident Mario Draghi diese Woche die Bereitschaft, weitere Massnahmen zu ergreifen. Dies war auch im Protokoll der letzten EZB-Ratssitzung ersichtlich. Aufgrund der Erfahrungen vom Dezember will man jedoch vermeiden, zu hohe Erwartungen zu schüren. Nächste Woche werden die vorläufigen Euroraum-Einkaufsmanagerindizes für Februar und die wichtigen nationalen Geschäftsklimaindikatoren weitere Anhaltspunkte über die Robustheit der Euroraum-Konjunktur liefern. Schwieriger stellt sich nach wie vor die Situation in der Schweizer Industrie dar. Obwohl sich EUR/CHF diese Woche wieder über der Marke von 1.10 stabilisiert hat, belastet die starke Währung genauso wie in den USA die Umsatzdynamik. Die realen Exporte sind im Januar den dritten Monat in Folge deutlich gesunken. Dies sollte sich kommende Woche in den Schweizer Produktionszahlen für das vierte Quartal bemerkbar machen. Im Vorquartal waren diese im Jahresvergleich um 2.8% rückläufig.
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