Moderates Wachstum in der Eurozone setzt sich fort….
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Diese Woche stand im Zeichen der laufenden Berichtssaison für die Unternehmensgewinne im Q1 sowie der Notenbanksitzungen in den USA und Japan. Die US-Gewinnerwartungen wurden bisher zwar mehrheitlich übertroffen. Die Gewinne sind jedoch im Jahresvergleich deutlich rückläufig (siehe Fokus). Die Fed wiederum zögert den nächsten Zinsschritt weiter hinaus. Wie allgemein erwartet hat sie die Leitzinsen diese Woche unverändert belassen. Auch wenn die globalen Risiken nicht mehr so stark betont wurden, gab es keine Hinweise für eine Zinserhöhung an der nächsten FOMC-Sitzung im Juni. An den Markterwartungen hat sich deshalb nichts geändert. Für das laufende Jahr ist an den Terminmärkten weiterhin höchstens ein Zinsschritt eingepreist.
Überraschend fiel hingegen die Lagebeurteilung der Bank of Japan (BoJ) aus. Im Vorfeld wurde zumindest eine geringe Ausweitung der expansiven Massnahmen erwartet. Die BoJ hat aber lediglich das Zieldatum für die anvisierten 2%Inflation auf März 2018 abermals nach hinten verschoben. Dies hat den Nikkei sowie auch in geringerem Ausmass die globalen Aktienmärkte belastet. Der Entscheid zeigt unseres Erachtens, dass die Zweifel über den Nutzen der ultraexpansiven Geldpolitik auch innerhalb der BoJ zugenommen haben. Eine zusätzliche Lockerung in den kommenden Monaten bleibt aber weiterhin auf der Agenda, nicht zuletzt weil der Yen jüngst deutlich aufgewertet hat. Zudem verläuft die Konjunkturentwicklung weiter schleppend. Der Preisdruck ist gering und nach dem BIP-Rückgang zum Jahresende signalisieren die Vorlaufindikatoren keine wesentliche Verbesserung.
Stabile Wachstumssignale kamen diese Woche dafür aus dem Euroraum. Das Eurozonen-BIP hat im Q1 um 0.6% gegenüber Vorquartal zugelegt, also stärker als zum Jahresende (0.3%). Spanien hat mit 0.8% erneut ein hohes Wachstum vermeldet und auch Frankreich erzielte mit 0.5% ein starkes Ergebnis. Die BIP-Zahlen für Deutschland und Italien werden erst übernächste Woche bekanntgegeben. Positiv stimmen zudem auch die Niveaus der Vorlaufindikatoren. Die europäischen PMI deuten insgesamt weiterhin auf eine Fortsetzung der moderaten Wachstumsdynamik hin, die von der Binnennachfrage getragen wird.
Der Marktfokus richtet sich nächste Woche auf die Konjunkturdaten aus den USA. Nach dem schwachen BIP-Wachstum im Q1 (annualisierte 0.5% gegenüber Vorquartal) wird es erste Indikationen dazu geben, wie gut die US-Wirtschaft ins 2. Quartal gestartet ist. In den letzten beiden Monaten hat sich die Unternehmensstimmung im Verarbeitenden Gewerbe klar erholt, was auf ein Ende der Wachstumsdelle in der Industrie hoffen lässt. Andererseits hat sich dies in den harten Daten bisher kaum widergespiegelt. Zudem fielen die jüngsten regionalen Stimmungsumfragen in der Summe wieder schwächer aus. Für den ISM wird daher ein leichter Rückgang erwartet. Zum Wochenausklang folgt dann der Arbeitsmarktbericht. Die Beschäftigungskomponente des ISM für den Dienstleistungssektor hat sich in den letzten beiden Monaten von einem hohen Niveau aus deutlich verringert. Die Anzahl der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe war jedoch auch zuletzt noch sehr niedrig. Es wird daher erneut ein solider Arbeitsmarktbericht mit einem Stellenplus von rund 200’000 erwartet.
Schliesslich folgen nächste Woche auch die Stimmungsumfragen für China und andere Schwellenländer. Im Reich der Mitte zeigten die Konjunkturdaten dank umfangreichen Stimulusmassnahmen zuletzt nach oben. Wir erwarten beim PMI nach dem Anstieg der letzten Monate daher keinen Rückschlag. Der brasilianische PMI wiederum dürfte zeigen, ob das Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin Dilma Rousseff für zusätzliche Unsicherheiten sorgt oder gar einen positiven Effekt hat.
Insgesamt hat sich die Stimmung in den grossen Schwellenländern dank China und Indien leicht verbessert. Davon profitiert auch die Schweizer Wirtschaft, genau wie von der anhaltenden Expansion in der Eurozone. Die Schweizer Ausfuhren zeigten im letzten halben Jahr insgesamt eine positive Quartalsdynamik. Auch der Einkaufsmanagerindex hat sich deutlich verbessert. Die Unternehmensstimmung lag im März erstmals wieder auf dem Niveau von vor Januar 2015, also der Aufhebung des Mindestkurses durch die Nationalbank. Nächste Woche bei der Veröffentlichung für April sehen wir allerdings nach dem starken Jahresbeginn eine Korrektur beim Einkaufsmanagerindex als wahrscheinlich. Darüber hinaus stehen auch die Schweizer Detailhandelsumsätze und das Konsumentenvertrauen zur Veröffentlichung an.
Quelle: BONDWorld.ch
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