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Fokus: Schweizer Deflation läuft langsam aus

Mit einem Rückgang der Konsumentenpreise um -1.4% gegenüber Vorjahr verzeichnete die Schweizer Inflationsrate Ende letzten Jahres noch den niedrigsten Wert seit 1959……


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Seitdem zeigt die Jahresrate jedoch steil nach oben. Alleine im April hat sich der Preisrückgang bei den Konsumentenpreisen mehr als halbiert, von -0.9% auf -0.4%. Der überraschend starke Anstieg wurde zwar durch die volatilen Reisepreise jüngst wohl etwas nach oben verzerrt. Dies ändert jedoch nichts am generellen Aufwärtstrend bei der Inflation.

Das Absinken des Preisniveaus im letzten Jahr wurde fast ausschliesslich durch zwei Faktoren getrieben: dem Ölpreiszerfall und mehr noch dem Wechselkursschock. Dies hat zu einer wesentlichen Verbilligung von importierten Konsumgütern geführt – auch weil der Handel den Wechselkursvorteil insgesamt schneller als in vergangenen Aufwertungsphasen des Franken weiter gegeben hat. Seit dem Herbst 2014 haben sich die Mineralölprodukte in der Schweiz am stärksten verbilligt, um gut ein Viertel. Daneben weisen dauerhafte Waren, die mehrheitlich importiert werden, einen deutlichen Preisrückgang von über 5% auf.

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Und betrachtet man die Preisentwicklung seit 2007, in dem Jahr als die Stärkephase des Schweizer Franken begann, fällt die Preisanpassung für dauerhafte Waren nochmals erheblich stärker aus. Im letzten Jahrzehnt sind Elektronikprodukte, Haushaltsgeräte und auch Automobile im Durchschnitt um über 20% günstiger geworden. Weiterhin nach oben zeigten währenddessen vor allem die Konsumentenpreise für inländische Dienstleistungen und auch die Mieten.

Da der Wechselkursschock aber nun bereits mehr als ein Jahr hinter uns liegt, ist der preissenkende Impuls der Franken aufwertung in den letzten Monaten weitgehend ausgelaufen. Die Kerninflationsrate, die Energie, Nahrungsmittel als auch Saisonprodukte ausschliesst, ist damit von Januar bis April um knapp 1 Prozentpunkt auf Null angestiegen. Darüber hinaus hat mittlerweile auch der negative Beitrag der Energiepreise zur Inflationsrate den Höhepunkt klar überschritten. Nach -12% im letzten September betrug der Rückgang der Energiepreise im April gegenüber Vorjahr noch gut -5%.

Kurzfristig ist ohne erneute starke Ausschläge beim Schweizer Franken und beim Ölpreis kein weiterer Sprung der Inflationsrate mehr nach oben angezeigt. Leicht steigende Preise sollten die Gesamtinflationsrate im weiteren Jahresverlauf allmählich Richtung der Marke von Null anheben und zum Jahreswechsel nach längerer Zeit wieder spürbar in den positiven Bereich führen. 2017 dürften die Konsumentenpreise auf Jahresbasis dann das erste Mal seit 2011 wieder sichtbar ansteigen.

Die Schweizerische Nationalbank hat bei ihrer letzten Sitzung im März ihre Inflationsprojektionen hingegen nochmals nach unten angepasst, auf -0.8% für 2016 und +0.1% für 2017. Ausgehend von der jüngsten Preisentwicklung erscheint uns für die kommende Lagebeurteilung im Juni eine Aufwärtsrevision als durchaus wahrscheinlich. Auswirkungen auf den geldpolitischen Kurs und kurzfristig auf den Negativzins sollte dies jedoch nicht haben. Denn eine stärkere Preisbeschleunigung ist nicht in Sicht. Die Nachwehen des Wechselkursschocks im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und auch im Gastgewerbe sollten den Preisdruck zusammen mit moderaten Lohnabschlüssen auf absehbare Zeit weiter gering halten – was zum Beispiel auch die Verkaufspreiserwartungen der Schweizer Unternehmen widerspiegeln.

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Quelle: BONDWorld.ch


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