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US-Zinsdiskussion intensiviert sich

Moderates Quartalsplus beim Schweizer BIP erwartet….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Verschiedene US-Notenbanker haben nochmals bekräftigt, dass eine Zinserhöhung im Juni oder Juli angemessen sei, wenn die Wirtschaft nach dem schwachen Q1 wie erwartet an Fahrt gewinnt. Entsprechend sind nun vor allem die USKonjunkturdaten im Marktfokus, beispielsweise der nächste Woche anstehende Arbeitsmarktbericht oder die Stimmungsumfragen vom ISM. Wir bleiben skeptisch, dass die Fed die Zinsen im Juni oder im zweiten Halbjahr erhöht. Ihr geht es wohl vor allem darum, sich alle Optionen offenzuhalten, falls die Konjunktur positiv überrascht. Die US-Wirtschaft ist aber nach wie vor Gegenwind ausgesetzt und bleibt zweigeteilt. Die Energieinvestitionen sind trotz höheren Ölpreisen bisher auch im Q2 rückläufig. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe stagniert weiterhin und die Aufträge für Kapitalgüter blieben auch im April im Abwärtstrend. Die anhaltend schwierige Lage in der Industrie wird durch die regionalen Stimmungsumfragen bestätigt, die zuletzt wieder mehrheitlich schlechter ausfielen. Nächste Woche wird beim ISM für das Verarbeitende Gewerbe daher erneut ein schwacher Wert erwartet. Auf der positiven Seite stehen die Detailhandelsumsätze, deren starker Anstieg im April auf eine gute Konsumentenstimmung und eine Beschleunigung des privaten Verbrauchs hindeutet. Das gleiche gilt für die Neubauverkäufe. Das Hauptaugenmerk dürfte die US-Notenbank aber auf den Arbeitsmarkt legen, der in den letzten Monaten etwas an Dynamik eingebüsst hat. Für Mai wird ein Stellenzuwachs von 160’000 erwartet und je nach Ergebnis könnten die Zinserwartungen für Juni oder Juli nochmals entscheidend beeinflusst werden.

Auch Sorgen um die Weltwirtschaft könnten der Fed durchaus noch einen Strich durch die Rechnung machen, auch wenn Sie momentan nicht im Marktfokus stehen und sich zuletzt Zuversicht an den Aktienmärkten breit gemacht hat. China bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Der starke Anstieg der Investitionen chinesischer Staatsbetriebe hat die Konjunktur auf Kosten neuer Schulden und Überkapazitäten zwar kurzfristig stabilisiert. Die strukturelle Wachstumsverlangsamung setzt sich aber weiter fort. Die Markterwartungen für die anstehende Stimmungsumfrage von Caixin sind daher erneut wenig optimistisch. Laut Konsens dürfte der PMI für das Verarbeitende Gewerbe leicht fallen und zum fünfzehnten Mal unter der Marke von 50 bleiben.

Daneben stehen nächste Woche auch die Stimmungsdaten für die anderen grossen Schwellenländer an. Die Einkaufsmanagerindizes für Japan und die Eurozone für den Monat Mai sind bereits bekannt. Der PMI von Nikkei  hat sich seit Jahresbeginn stetig abgeschwächt und notiert nun mit 47.6 auf einem Mehrjahrestief. Auch nach dem stärker als erwarteten BIP-Ergebnis im Q1 bleiben die Aussichten für die japanische Wirtschaft also wenig erbaulich. Weitere Massnahmen seitens der BoJ bleiben auf der Agenda, nicht zuletzt weil die Inflationsrate weiter negativ ist. In der Eurozone wiederum blieb der Composite PMI nahezu unverändert, genau wie die Geschäftsklimaindizes für Frankreich und Italien. Der deutsche Ifo-Index hat zwar positiv überrascht. Insgesamt zeigen die europäischen Daten aber weiterhin nur eine moderate Konjunkturerholung an. Dies dürfte nächsten Donnerstag auch die EZB an der Ratssitzung bestätigen, die relativ ereignislos ausfallen dürfte. Die Käufe von Unternehmensanleihen starten im Juni und zusätzliche geldpolitische Massnahmen sind derzeit nicht angezeig. Für positive Stimmung an den europäischen Aktienmärkten hat die Grundsatzeinigung zwischen der Euro-Gruppe und dem IWF zu den Griechenland-Krediten geführt. Der IWF wird sich wohl am dritten Hilfspaket beteiligen. Die Euro-Gruppe hat im Gegenzug zugesagt, in zwei Jahren indirekte Schuldenerleichterungen für Griechenland zu prüfen, u.a. eine Verlängerung der Rückzahlungsfristen. Das Risiko, dass Griechenland im Sommer keine Hilfskredite erhält und daher in akute Zahlungsschwierigkeit gerät, hat somit abgenommen.

In der Schweiz stehen nächste Woche die Zahlen zum BIPWachstum für Q1 an. Der starke Anstieg des PMI in den letzten Monaten hat sich bisher nur bedingt in den harten Zahlen widergespiegelt. Die Industrieproduktion ist im Q1 mit einem Plus von 1% gegenüber Vorjahr zwar erstmals seit Ende 2014 wieder in den positiven Bereich vorgestossen. Gleichzeitig waren die realen Exporte aber rückläufig. Wir erwarten daher nur ein moderates BIP-Plus von 0.2% gegenüber Vorquartal. Im Q4 war das Wachstum von 0.4% stark getrieben von einem Lageraufbau, der sich kaum fortgesetzt haben dürfte.

Quelle: BONDWorld.ch


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