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ODDO BHF AG : Nachhaltigkeitsziele im anlageprozess

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Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer der ODDO BHF AG diese woche befasst er sich anlässlich der Weltklimakonferenz in Glasgow mit der Rolle und Implementierung von Nachhaltigkeitszielen im Investmentprozess.

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Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer der ODDO BHF AG


Er verweist darauf, dass in der Investment-Praxis die Anforderungen meist über die Nachhaltigkeit im ökologischen Sinn hinausgehen. Denn es werden auch ethische Aspekte, wie beispielsweise die Wahrnehmung sozialer Verantwortung durch ein Unternehmen und die Qualität der Führungsstrukturen und Unternehmenskultur berücksichtigt:

Die Welt schaut derzeit nach Glasgow zur Weltklimakonferenz der UN (COP26). Dort diskutieren führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusätzliche Massnahmen, um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens und des Rahmenabkommens der UN über Klimaänderungen – insbesondere die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C bis 2050 – tatsächlich verwirklichen zu können. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs brachte eine Reihe wichtiger Beschlüsse: Eine Verpflichtung zur Beendigung der Vernichtung der Wälder und zur Umkehrung dieser Entwicklung („Declaration on Forest and Land Use“) und zur Einschränkung der Methangas-Emissionen (Global Methane Pledge) sowie die „Glasgow Breakthrough Agenda“. Letztere sieht eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft bei der Entwicklung und für den beschleunigten Einsatz von grünen Technologien vor.

Die Massnahmen werden durch eine Vielzahl staatlicher und privater Initiativen ergänzt. Eine besondere Chance für Frankfurt ergibt sich daraus, dass das neue International Sustainability Standards Board (ISSB) – das Gremium, das ähnlich wie bei den Bilanzierungsregeln (IASB) die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen standardisieren soll – am hiesigen Finanzplatz seinen Sitz haben wird. Aus Sicht eines Vermögensverwalters interessant ist die Verpflichtung von mehr als 30 grossen internationalen Finanzdienstleistern (mit fast 9 Billionen US-Dollar verwalteten Vermögenswerten), Investitionen in Aktivitäten zu eliminieren, die mit der Vernichtung von Wäldern verbunden sind. Die von Mark Carney, dem ehemaligen Gouverneur der Bank of England, geleitete „Glasgow Financial Alliance for Net Zero“ (450 Banken, Versicherer und Kapitalanlagegesellschaften) stellt sogar in Aussicht, über die nächsten 30 Jahre bis zu 130 Billionen US-Dollar an privatem Kapital für das Ziel der Klimaneutralität („Net zero“) zu mobilisieren.

Die jüngsten Forschungsergebnisse ermitteln einen weltweiten Temperaturanstieg bis 2050 um 2,7°C, die Begrenzung auf 1,5°C ist bereits eine grosse Herausforderung. Die Beschlüsse der COP26 leisten hier hoffentlich einen Beitrag. Aus deutscher Sicht wichtig ist neben einer guten Klima-Innenpolitik auch eine erstklassige Klima-Aussenpolitik: Insbesondere die grossen Schwellenländer wie China und Indien müssen mitziehen, wenn die Klimaziele realisierbar bleiben sollen. Ein erfreulicher Nebeneffekt wäre es, wenn Deutschland dafür die Technologie liefern könnte.

Ein Vermögensverwalter oder Asset Manager hat zuallererst die Vermögensinteressen seiner Kunden im Auge zu behalten. Wir sind aber überzeugt, dass die Beachtung von Nachhaltigkeitsstandards keinen Verzicht auf Rentabilität bedeuten muss. Das belegen die hohen Bewertungen, die beispielsweise unsere Polaris-Fonds von Morningstar erhalten. Umgekehrt aber kann die Nichtberücksichtigung dieser Standards mit schwer abschätzbaren wirtschaftlichen, rechtlichen und Reputationsrisiken verbunden sein. Nachhaltigkeit ist ein Aspekt von Qualität, kein Ballast.“

Quelle: AdvisorWorld


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