Rund eine Woche bevor in Grossbritannien über den Austritt aus der Europäischen Union abgestimmt wird, zeichnet sich weiterhin ein äusserst knapper Ausgang der Volksabstimmung ab…..
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Jüngste Umfragen deuten jedoch in der Schlussphase des Abstimmungskampfes auf eine Zunahme beim Lager der Austrittsbefürworter hin.
Eine Mehrheit der Umfrageinstitute sieht eine Zunahme bei den Brexit-Befürwortern
Ergebnisse der ersten und der aktuellesten Umfrage sowie Veränderung des Anteils der Brexit-Befürworter, in %-Punkte

Aus Investorenperspektive bedeutet diese Ausgangslage, dass die Anlagen sowohl hinsichtlich eines möglichen Austrittsentscheids als auch eines ebenso möglichen Verdikts zu einem Verbleib in der EU zu prüfen ist. Wir gehen davon aus, dass sich das Votum Grossbritanniens hauptsächlich auf zwei Anlageklassen auswirken dürfte: Auf die Devisen einerseits und die Aktien andererseits. Entscheidet sich das Vereinigte Königreich am 23. Juni zu einem Austritt aus der EU, dürfte der Druck auf das Pfund weiter andauern. Auch wenn die Möglichkeit eines Brexit schon zu einem grossen Mass in den Devisenkursen eingepreist ist, wäre eine temporäre Schock-Reaktion in Form eines initialen Absacken des Pfundes nicht auszuschliessen. Aber auch der Euro dürfte bei einem Austritts-Entscheid vorerst weiterhin zur Schwäche neigen. Denn obwohl Grossbritannien kein Mitglied der Währungsunion ist, dürften damit die Sorgen über die weitere Integration Europas zunehmen, mit entsprechender Belastung auf den Euro. Aufwerten hingegen sollte sich im Falle eines AustrittsEntscheides der Franken, auch wenn sich die SNB gegen eine massive Erstarkung der Landeswährung zu stemmen versuchen würde. Denn als traditionelle Sicherer-Hafen-Währung wird der Franken bei den Anlegern ein noch begehrterer Zufluchtsort, als er dies heute schon ist.
Ohne Zweifel würde ein Brexit das Investitionsklima im UK belasten und die Frage über den europäischen Marktzutritt die Aktionäre in Sorge versetzen. Insbesondere im wichtigen Bankensektor dürfte ein Austritt Unruhe auslösen. Ein unter Druck stehendes Pfund bei gleichzeitig starkem Franken, könnte aber die erwartete Aktienmarktkorrektur etwas dämpfen. Das schwache Pfund hat bereits im Jahresverlauf den britischen Aktienmarkt vor einem deutlichen Rückgang bewahrt. (siehe Grafik, Phase 1 und 3): Denn trotz der mit einem Austritt verbundenen Marktunsicherheiten und aufkeimenden Rezessionsängsten, werden diese negative Effekte für die Unternehmen im UK gleichzeitig auch zu einem gewissen Mass durch das günstige Pfund abgemindert werden. Denn ein schwaches Pfund verschafft britischen Exportprodukten im internationalen Geschäft einen Preisvorteil.
Brexit-Abstimmung mit Auswirkungen auf die Währungen und damit auch auf die Aktienkurse
GBP/CHF sowie Leitindizes der Schweiz und Grossbritanniens

Gegenteilig dürfte es bei einem Entscheid zum Verbleib in der Europäischen Union aussehen. Das Pfund sollte in diesem Fall wieder an Terrain gut machen, während aufgrund der allgemeinen Erleichterung an den Märkten, der Schweizer Franken weniger stark gesucht wäre und daher abwerten dürfte. Eine Euphorie an den britischen Aktienmärkten würde aber das stärkere Pfund verhindern. Wie auch immer der Entscheid ausfallen wird – das BrexitReferendum dürfte damit an den Devisen- und Aktienmärkten zumindest bis zum Abstimmungstermin weiterhin für erhöhte Unruhe sorgen
Quelle: BONDWorld.ch
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