Schwellenländer trüben weiterhin die Exporte…..
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Seit heute Morgen herrscht Gewissheit, Grossbritannien will aus der EU austreten. Die initiale Marktreaktion auf das Abstimmungsresultat fiel heftig aus, denn die Finanzmärkte hatten sich in den vergangenen Wochen auf ein gegenteiliges Ergebnis eingestellt. Die Aktienmärkte eröffneten deutlich im Minus. Das britische Pfund wertete gegenüber dem US-Dollar innert Stunden um knapp 10% ab. Die sicheren Hafen wie USStaatsanleihen und Gold sowie CHF und JPY legten hingegen deutlich zu. Die SNB musste am Devisenmarkt intervenieren. Premierminister Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober bereits angekündigt und nun kommt es zu einem Machtwechsel an der Parteispitze und allenfalls sogar Neuwahlen, bevor die Austrittsverhandlungen mit den anderen 27 Mitgliedsländern angestossen werden. Auch die Lage in Schottland sorgt für innenpolitische Unsicherheiten. Eine klare Mehrheit der Schotten hat sich für den EU-Verbleib ausgesprochen. An den Märkten gibt es Befürchtungen, dass nun auch andere EULänder dem Beispiel Grossbritanniens folgen könnten. Wie sich der Brexit auf die Konjunktur Grossbritanniens und die politische Dynamik in der Eurozone auswirkt, ist aber noch nicht abzuschätzen. Die Nervosität an den Finanzmärkten dürfte deshalb auch in den kommenden Tagen anhalten und die akute Verunsicherung einen raschen Rebound verhindern.
Die Konjunkturdaten bleiben damit vorerst etwas im Hintergrund. In Europa bewegten sich die Stimmungsindikatoren sich diese Woche auf ansprechendem Niveau insgesamt seitwärts. Das Konsumentenvertrauen blieb über dem langfristigen Durchschnitt. Auch die Einkaufsmanager scheinen positiver Dinge zu sein, was sich im PMI von 52.8, also klar über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, für die Junibefragung ausdrückt.
Dem Markt bleiben zahlreiche andere Unsicherheitsfaktoren erhalten, wie beispielsweise die Wachstumsverlangsamung in China. Der nächste Woche anstehende chinesische Caixin PMI für das Verarbeitende Gewerbe wird erneut unter der Marke von 50 erwartet. Auch in weiteren Schwellenländern bleibt die Lage angespannt. In Russland beispielsweise ist nach dem Entscheid der EU, die Sanktionen weiterzuführen keine Besserung in Sicht. Zudem ist auch von den ölfördernden Ländern
momentan mit wenig Unterstützung für die Weltwirtschaft zu rechnen. Zwar konnten diese Länder in den letzten Wochen von einer Rally des Rohölpreises profitieren. Für eine nachhaltige Erholung reicht dieser kurzfristige Aufschwung jedoch nicht aus, zumal der Ölpreis immer noch relativ tief notiert. Durch das Ende der Preiszunahme wird auch bei der Inflation in der Eurozone kein Anstieg erwartet. Die Kerninflation dürfte sich seitwärts bewegen und unter der 1.0%-Marke bleiben. Um dem entgegenzuwirken hält die EZB an ihrem Anleihenkaufprogramm fest. Diese Woche hat zudem das deutsche Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit des OMTProgramms (Outright Monetary Transactions) entschieden. Wie auf breiter Front erwartet, kollidiert das von der EZB aufgegleiste, aber bisher noch nie zur Anwendung gelangte Programm grundsätzlich nicht mit den ziemlich vagen Bedingungen der Richter in Karlsruhe.
Die Eurozone bleibt weiterhin der Hauptabnehmer von Schweizer Produkten, wobei sich die Gesamthandelsbilanz der Schweiz weiterhin stark im positiven Bereich bewegt. Diese Exportüberschüsse und ausbleibende Portfolioinvestitionen im Ausland erschweren eine deutlich stärkere FrankenAbschwächung (siehe Fokus). Die Haupttreiber der Handelsbilanz bleiben weiterhin die chemisch-pharmazeutischen Produkte. Am anderen Ende liegt die Uhrenbranche, welche das dritte Mal in Folge über 10% verliert. Während die Exporte dem Frankenschock insgesamt trotzen, sind die Detailhandelsumsätze vor einem Jahr eingebrochen und haben sich nicht erholt. Grund dafür ist hauptsächlich der Einkaufstourismus im grenznahen Ausland. Nächste Woche stehen die Schweizer Detailhandelszahlen für den Mai auf der Agenda. Zudem werden das KOF-Konjunkturbarometer sowie der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Beide Indikatoren dürften den Erholungskurs der Schweizer Wirtschaft bestätigen.
Auch auf der anderen Seite des Atlantiks liegt der Fokus nächste Woche auf dem monatlichen Bericht zum Einkaufsmanagerindex (ISM). Die verschiedenen regionalen Unternehmensumfragen, welche eine bessere Produzentenstimmung anzeigen, deuten darauf hin, dass sich der ISM über 50 Punkten halten dürfte.
Quelle: BONDWorld.ch
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