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Fokus “Raiffeisen Fonds – Global Invest” 2. Quartal 2014

In Anlehnung an ein berühmtes Zitat des Schriftstellers Mark Twain lässt sich sagen, dass die vor vier Jahren aufgekommenen Nachrichten über den Tod des Euro stark übertrieben waren. Die Einheitswährung ist zwar gerettet, doch viele Anleger bleiben bezüglich der weiteren Aussichten für die Europäische Währungsunion stark verunsichert. Die Frage bleibt im Raum, ob nicht jederzeit ein Rückfall in eine akute Krise möglich wäre….

Christophe Bernard (Vontobel-Chefstratege)- Fokus “Raiffeisen Fonds – Global Invest” 2. Quartal 2014


Nun, alles in allem ist die Europäische Union allen Unkenrufen zum Trotz gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Daran ändert auch der Vormarsch der EU-Skeptiker bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai nichts. Europa hat nämlich entscheidende Schritte in Richtung Krisenverhinderung und -bekämpfung unternommen. So haben 25 EU-Staaten – im Stil der Schweiz – Schuldenbremsen eingeführt. Mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus steht zudem ein Instrument zur Unterstützung von Ländern mit Finanzierungsschwierigkeiten bereit. Ausserdem hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) verpflichtet, notfalls unbegrenzt zu intervenieren, um ungerechtfertigte Zinsausschläge bei einzelnen Euro-Ländern zu verhindern. Ein weiterer Eckpfeiler der gefestigten institutionellen Architektur, die europäische Bankenunion, steht kurz vor der Realisierung.

Natürlich bleiben in der Eurozone Probleme bestehen. Die EZB hat Anfang Juni denn auch die Zinsen abermals gesenkt und ihre Bereitschaft bestätigt, notfalls aussergewöhnliche Massnahmen zur ergreifen, um wirtschaftliche Verwerfungen zu verhindern. Die Schritte der europäischen Währungshüter dürften den Euro schwächen, was sich wiederum positiv auf die EU-Konjunktur auswirken sollte. In diesem Umfeld bleiben europäische Aktien aus unserer Sicht eine bevorzugte Anlage.

Aktien – Positive Rendite, ähnlich dem Referenzwert

Im zweiten Quartal des Jahres hat der Raiffeisen Fonds – Global Invest Balanced eine Rendite ähnlich derjenigen des Vergleichsindexes erzielt. In der Anlageklasse Aktien resultierte unsere Allokation im Bereich Ausland (wir sind hier übergewichtet) in einer leichten Mehrrendite gegenüber dem Referenzindex, während die Titelauswahl sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland leicht negativ zu Buche schlug. Die Aktienmärkte starteten verhalten ins zweite Quartal, setzten ihren Aufwärtstrend jedoch ab Mitte April fort. Wir nutzen Kursschwächen noch ausgeprägter als im Vorquartal für Zukäufe. Aktuell weisen wir eine 7 Prozent höhere Aktienquote als der Vergleichsindex aus – dies zulasten von Barmitteln und Obligationen. Die Entspannung hinsichtlich der russisch-ukrainischen Krise sowie bezüglich der Konjunkturaussichten Chinas bekräftigt uns in der Annahme, dass die Weltwirtschaft sich weiter erholen wird und Aktien mittelfristig profitieren dürften. Die soliden Unternehmensergebnisse für das erste Quartal des Jahres, die aus unserer Sicht faire Bewertung der Aktienmärkte sowie die anziehenden Fusions- und Übernahme-Aktivitäten deuten ebenfalls in diese Richtung.

Unsere Auswahl der insgesamt neutral gewichteten Schweizer Aktien vermochte im zweiten Quartal nicht zu überzeugen: Die Credit Suisse, der Basler Saatgut-Optimierer Syngenta sowie der Technologiekonzern

ABB belasteten das Ergebnis. Erfreuliche Beiträge lieferten hingegen der Luxusgüter-Hersteller Richemont, der Chemikalien-Spezialist Clariant, der Tiefkühlbäcker Aryzta sowie der Arbeitskräftevermittler Adecco.

Einen negativen Effekt auf die Rendite hatte auch die Titelauswahl im Bereich Ausland. Das Engagement in Titeln aus den Bereichen Finanz und Informationstechnologie der Vereinigten Staaten wirkte sich belastend aus – dies nach einem überdurchschnittlichen Ergebnis im Vorquartal. Erfreulich entwickelten sich hingegen unsere Positionen im britischen Pharma-Wert Shire, dem deutschen Konsumgüter-Riesen Henkel sowie den Chemikalien-Spezialisten BASF und DSM. Die von uns übergewichteten Aktien der Schwellenländer lieferten einen neutralen Beitrag.

Gute Allokation innerhalb der Obligationen

Im Obligationenbereich bleibt unsere Strategie unverändert: Wir untergewichten Staatsanleihen zugunsten von Unternehmensanleihen und setzen stärker auf kurze Durationen als der Vergleichsindex.

Im Bereich der Schweizerfranken-Obligationen kostete uns der Fokus auf kurze Durationen zwar Rendite. Dies wurde jedoch durch den positiven Beitrag unserer Übergewichtung von Unternehmensanleihen ausgeglichen. In ausländischen Staatsanleihen waren wir im Vergleich zum Referenzwert ebenfalls weniger engagiert, was zu einem neutralen Gesamtergebnis führte. Positiv auf die Performance wirkte sich unser im April aufgebautes Übergewicht in Schwellenländerobligationen aus, während das im Vergleich zum Referenzwert stärkere Engagement in Hochzinsanleihen im zweiten Quartal nicht rentierte. Unsere Fondsauswahl, insbesondere die des «Axa High Yield»-Fonds, überzeugte nicht.

Untergewichtung von alternativen Anlagen zahlt sich aus

Nach einer erfreulichen Entwicklung der alternativen Anlagen Gold und Rohstoffe im ersten Quartal bröckelten die Preise ab. Unsere Untergewichtung in diesen beiden Anlageklassen wirkte sich entsprechend positiv auf die Performance aus.

Währungen – Positionierung im US-Dollar positiv

Der US-Dollar wertete sich im zweiten Quartal gegenüber dem Schweizerfranken auf – entsprechend vorteilhaft war unsere Übergewichtung des «Greenback». Ebenso haben sich die von uns überdurchschnittlich gewichteten Währungen Norwegens und Mexikos zum Franken gefestigt und das Gesamtergebnis so ebenfalls positiv beeinflusst. Das Übergewicht in Fremdwährungen zahlte sich im zweiten Quartal also aus.


Christophe Bernard (Vontobel-Chefstratege)

Andreas Bentzen (Portfoliomanager Global Invest, Vontobel)


 

Source: AdvisorWorld.ch


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