DWS : Nach den US-Midterms diesmal wohl keine längere Phase der Unsicherheit; die Mehrheitsverhältnisse in beiden Häusern dürften sich bis zum Wochenende klären
Von Björn Jesch, Chefanlagestratege DWS
-Repräsentantenhaus: Knappe Mehrheit der Republikaner erwartet, damit Stillstand, etwa bei Unternehmenssteuererhöhungen
– Marktfokus liegt neben vielen anderen Sorgen klar auf den Inflationszahlen am Donnerstag
Aus Marktsicht kann man mit den bisherigen Ergebnissen der US-Midterms durchaus zufrieden sein. Das liegt vor allem daran, was nach einer turbulenten Wahlnacht vermutlich alles nicht passieren wird.
Erstens dürften es beim Senatssitz in Georgia zwar am 6. Dezember zu einer Stichwahl kommen. Aber inzwischen stehen die Chancen gut, dass es diesmal nicht auf Georgia ankommen wird. Dem Markt bleiben also wahrscheinlich weitere vier Wochen Unsicherheit zu den Mehrheitsverhältnissen im Senat erspart. Nach Auszählung der Briefwahlstimmen, vor allem in Nevada und Arizona, sollte dazu bis zum Wochenende Klarheit herrschen.
Zweitens wären wir zwar was das Repräsentantenhaus betrifft vorsichtig, sich bezüglich der genauen Sitzverteilung jetzt schon allzu sicher zu sein. Dazu ist der Auszählungsgrad in den westlichen Bundesstaaten zu niedrig und die Anzahl der überraschenden Ergebnisse in den östlichen Bundesstaaten zu hoch. Klar ist aber jedenfalls, dass eine etwaige republikanische Mehrheit denkbar knapp ausfallen dürfte. Das hätte aus Marktsicht durchaus Charme. Denn damit wären einerseits Unternehmenssteuererhöhungen oder weitere Ausgabenpakte vom Tisch, die bei einem Durchmarsch der Demokraten in beiden Häusern gedroht hätten. Andererseits wären die Republikaner aber vermutlich zu schwach und zu zerstritten, starke eigene Akzente in der Gesetzgebung zu setzen.
Den Markt dürfte diese Entwicklung wenig beeindrucken, denn er hat derzeit bereits genug andere Sorgen, angefangen mit den morgigen Inflationszahlen.
Quelle: AdvisorWorld.ch
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