Federated Hermes : In den letzten Wochen haben die geopolitischen Ereignisse viel zum Nachdenken angeregt. Dennoch drängen die Anleger vorerst den großen, beängstigenden Elefanten im Raum in eine Box, da die Ertragssaison vorsichtig beginnt und die Inflationswerte den Markt weiterhin belasten.
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Louise Dudley, Portfolio Manager für Global Equities bei Federated Hermes Limited
Louise Dudley : …KI bleibt das beherrschende Thema in den Schlagzeilen. Die Besorgnis über die Auftragslage im Maschinenbau schickte die Chipindustrie auf Talfahrt. Selbst ein positives Ergebnis in der Chipherstellung konnte nicht die Marktbegeisterung auslösen, an die wir uns im Zusammenhang mit KI gewöhnt haben. Diese Ergebnisse beeinträchtigen nicht die These zur KI, jedoch könnten sie auf die Gefahr hinweisen, dass sich der Markt bezüglich dieses Themas erschöpft.
Die Inflation beherrscht nach wie vor die Diskussionen und wird mit den Gewinnmeldungen um die Schlagzeilen wetteifern. Aktuell ist absehbar, dass die Inflation auf ihrem derzeitigen Niveau verbleiben wird. Es liegt nun mehr denn je in der Verantwortung der Zentralbanken, sie durch ihre Geldpolitik und der politischen Akteure durch ihre Außenpolitik zu kontrollieren.
In diesem Kontext betrachten wir starke Bilanzen und vernünftige Wachstumsaussichten als bedeutende Chancen. Die Fähigkeit, sich in einem Umfeld steigender Zinsen zu behaupten und attraktive Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, könnte dazu beitragen, die Hauptakteure des kommenden Jahrzehnts zu bestimmen.
Mo Elmi, Senior Portfolio Manager für Emerging Market Debt bei Federated Hermes
Der jüngste Anstieg der Ölpreise lässt sich größtenteils auf Angebot und Nachfrage zurückführen. Die Produktionskürzungen, die die OPEC+ im vergangenen Jahr eingeleitet hat und für die Saudi-Arabien maßgeblich verantwortlich ist, scheinen Wirkung zu zeigen. Die Nicht-OPEC-Ölförderung, die die Dominanz des Kartells am stärksten beeinträchtigt, beginnt sich zu stabilisieren.
Die US-Produktion hat sich auf dem Rekordniveau vom November 2023 eingependelt, während die russische Upstream-Produktion unter Ersatzteilmangel und logistischen Einschränkungen leidet. Obwohl dies für die ölexportierenden Schwellenländer eine willkommene Entlastung ihrer Außenbilanzen darstellt, wird die US-Notenbank angesichts der anhaltend starken Wirtschaftsdaten den Energiesektor mit Blick auf die Hauptreisemonate im Sommer genau im Auge behalten.
Vincent Benguigui, Senior Portfolio Manager für Fixed Income bei Federated Hermes Limited
In der vergangenen Woche sorgten die Schlagzeilen über den Nahen Osten wieder für Unsicherheit an den Märkten. Der VIX, der sogenannte “fear index” der Wall Street, der die erwartete Volatilität des S&P 500 abbildet, schoss von 13 auf 19 in die Höhe und drückte die Aktienmärkte ins Minus. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2023, aber von historischen Niveaus sind wir noch weit entfernt. Weniger bekannt ist, dass es diesen Angstindex auch für andere Anlageklassen wie Kredite und Zinsen gibt. Der Move-Index (der die Volatilität von US-Zinsswaps misst) und der Vtrac-X-Index (der die Volatilität an den europäischen Kreditmärkten misst) haben sich noch stärker bewegt als der VIX.
Obwohl sich das makroökonomische Umfeld nicht grundlegend geändert hat, spiegeln diese Bewegungen eine erhöhte Volatilität und eine vorsichtigere Haltung der Marktteilnehmer wider. Wir gehen davon aus, dass die “Wende der Zentralbanken” mittelfristig ein Markttreiber bleiben wird, rechnen aber kurzfristig mit weiteren Marktbewegungen aufgrund des plötzlichen Anstiegs der Volatilität.
Quelle : InvestmentWorld
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