BNY Investments : Die Finanzkrise hat einer Ära der Deflation und des «kostenlosen Geldes» Platz gemacht, die für Wachstumswerte äusserst günstig war.
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Von Jon Bell, Senior Portfoliomanager bei Newton IM, einer Tochtergesellschaft von BNY Investments
Das derzeitige Umfeld ist inflationärer, was auf steigende Löhne, die Deglobalisierung, höhere Verteidigungsausgaben, Disziplin bei der Nutzung von Rohstoffen und Ressourcen und die Dekarbonisierung zurückzuführen ist. Darüber hinaus haben sich die Zinssätze normalisiert, d. h. sie liegen bei 3-4%.
Zeiten steigender Inflation sind für Substanzwerte günstig, da sie höhere Dividenden ausschütten können, wodurch die Anleger den Preisanstieg abfedern können. Die Geschichte zeigt uns, dass die Aktienrenditen durch die Kapitalisierung der Dividenden angetrieben wurden (siehe Grafik unten). Zwar gab es Zeiten, in denen Wachstumswerte aufgrund der Erwartung künftiger Erfolge kurzfristig hohe Renditen erzielten, doch mittel- bis langfristig werden Unternehmen, die diesen Erfolg in reale Gewinne und Erträge für die Anleger umsetzen können, eher erfolgreich sein.
Auswirkungen von Dividenden, USA, 1900-20221
Über die USA hinausblicken, um gute Gelegenheiten zu finden
Die Aussichten für passive Anlagen sind unserer Meinung nach ungünstig. Der FTSE World Index umfasst 2.500 Unternehmen, aber wenn Sie diesen Index halten, sind Sie tatsächlich nur in 100 Aktien engagiert, während es Anfang der 1990er Jahre über 500 und Ende des Jahrzehnts 250 waren (siehe Grafik unten). Der Weltindex war noch nie so konzentriert. Zudem sind diese 100 Aktien stark korreliert, so dass eine Investition in den Index unserer Meinung nach nur einen geringen Diversifikationsvorteil bietet.
Der FTSE World Index war noch nie so konzentriert Diversifizierungsproblem: tatsächliche Anzahl der Indexbestandteile
Was die «Magnificent Seven» betrifft, so wuchsen sie offensichtlich viel schneller als der Rest des Marktes, aber bis Mitte des Jahres dürfte sich der Trend umkehren. Folglich sind die Bedingungen für einen Rückgang des Wachstumsfaktors und einen Führungswechsel am Aktienmarkt gegeben.
Die Voraussetzungen für einen Führungswechsel sind gegeben
In den letzten zwei Jahren haben einige Experten darauf hingewiesen, dass der Hauptkatalysator für einen Führungswechsel an den Aktienmärkten wahrscheinlich die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sein würde, aber vielleicht ist es doch eher das Aufkommen von DeepSeek, das die KI-Landschaft grundlegend verändert. Die Bedingungen für einen Führungswechsel sind zweifellos gegeben: Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind hoch und die Ära der quantitativen Lockerung bei Nullzinsen liegt hinter uns, da wir uns in einer Phase dauerhaft höherer Inflation befinden, die zu höheren Zinssätzen führt.
Die Kombination aus einem höheren Abzinsungssatz aufgrund steigender Anleiherenditen und einer höheren Bewertung von Wachstumstiteln könnte zu einem Wechsel der Marktführerschaft führen, wie es nach dem Platzen der letzten Nasdaq-Blase Ende der 1990er Jahre der Fall war. Im darauffolgenden Jahrzehnt verzeichneten die Unternehmen des Nasdaq 100 ein Gewinnwachstum von knapp 8%, während der Rest des Marktes nur 1,4% erreichte. Vor allem aber blieb das Gewinnwachstum hinter den Erwartungen zurück, und folglich fiel der Multiple, den der Markt zu zahlen bereit war, um 13,5%, gegenüber einem Rückgang von 4% für den Rest des Marktes. Zusammen mit dem begrenzten Dividendenwachstum führte dies zu einer Underperformance des Nasdaq von 5,5%. Unserer Ansicht nach war passives Investieren damals riskant. Wird dies auch in den kommenden zehn Jahren so sein? Das wird nur die Zukunft zeigen.
Quelle: InvestmentWorld
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