LGT Navigator : Die globalen Märkte zeigten gemischte Reaktionen, da Entscheidungen der Zentralbanken die Stimmung dominierten.
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Die US-Notenbank Federal Reserve hielt die Zinssätze unverändert, wobei Uneinigkeit unter den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern Unsicherheit über zukünftige Zinssenkungen hervorhob. Gleichzeitig behielt die Bank of Japan ihre ultralockere Geldpolitik bei, was die japanischen Aktienmärkte stützte. Unterdessen belasteten US-Zölle auf südkoreanische und indische Importe die asiatischen Märkte, wobei die meisten Indizes in der Region niedriger notierten. Europäische und US-amerikanische Aktien zeigten gedämpfte Bewegungen, während Anlegerinnen und Anleger Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen verarbeiteten.
Die Asien-Pazifik-Märkte gaben am Donnerstag überwiegend nach, da die Investorinnen und Investoren die Entscheidung der Bank of Japan bewerteten, den kurzfristigen Zinssatz zum vierten Mal in Folge bei 0.5% zu belassen. Der japanische Yen wertete auf, und die Renditen von Staatsanleihen stiegen nach der Ankündigung. Zusätzlich reagierten die Märkte auf die Einführung von 15%-Zöllen der USA auf Importe aus Südkorea sowie 25%-Zöllen auf indische Importe, was südkoreanische Automobilaktien und indische Aktien belastete.
Der japanische Nikkei 225 stieg um 1.1%. Der südkoreanische Kospi fiel um 0.7%, während der australische S&P/ASX 200 um 0.1% sank. Der chinesische CSI 300 gab um 0.8% nach, und der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 1.3%.
Fed hält Zinsen unverändert trotz Uneinigkeit
Die Federal Reserve hielt ihren Leitzins am Mittwoch in einer Spanne von 4.25%-4.5% mit einer 9-2-Abstimmung des Federal Open Market Committee stabil. Gouverneurin Michelle Bowman und Gouverneur Christopher Waller stimmten dagegen und plädierten für Zinssenkungen angesichts der kontrollierten Inflation und einer potenziellen Schwäche am Arbeitsmarkt. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell erklärte, dass noch keine Entscheidung über Änderungen der Geldpolitik bei der Sitzung im September getroffen wurde, während die Märkte eine mögliche Zinssenkung in Abhängigkeit von den kommenden Wirtschaftsdaten erwarten. Die Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund des anhaltenden Drucks von Präsident Trump auf aggressive Zinssenkungen, trotz eines Wirtschaftswachstums von 3% im zweiten Quartal und einer Inflation, die sich dem 2%-Ziel der Fed annähert. Auch die Bank of Canada liess ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 2.75%.
Die US-Aktienmärkte zeigten am Mittwoch gemischte Bewegungen, da die Anlegerinnen und Anleger ihre Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen nach der Entscheidung der Federal Reserve dämpften. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.4% auf 44’461.28 Punkte, während der S&P 500 um 0.1% nachgab. Im Gegensatz dazu stieg der Nasdaq 100 um 0.2%, angetrieben von Kursgewinnen bei Technologiewerten.
USA verhängen 50%-Zoll auf Kupferimporte
Präsident Donald Trump unterzeichnete am Mittwoch eine Anordnung, die einen universellen Zoll von 50% auf Kupferimporte vorsieht, der ab Freitag in Kraft tritt. Nach der Ankündigung fielen die US-Kupferpreise im nachbörslichen Handel um bis zu 18%, was den grössten Tagesrückgang des Metalls seit 1989 markieren würde, sollte der Trend anhalten. Die Regierung erklärte, dass der Zoll darauf abzielt, heimische Industrien zu unterstützen und Handelsungleichgewichte anzugehen. Expertinnen und Experten warnen jedoch, dass dies die Kosten für Waren wie Elektronik und Baumaterialien erhöhen könnte. Die USA importieren fast die Hälfte ihres Kupfers, hauptsächlich aus Chile, was die Auswirkungen des Zolls erheblich macht.
BIP-Wachstum im Euroraum verlangsamt sich, US-BIP erholt sich im zweiten Quartal
Am Mittwoch veröffentlichte Eurostat Daten, die zeigen, dass das BIP in der Eurozone im zweiten Quartal um 0.1% gewachsen ist. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft um 1.4%, angetrieben von starken Leistungen in Spanien und Frankreich, die Rückgänge in Deutschland und Italien ausglichen. Trotz einer Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 0.6% im ersten Quartal zeigte die Wirtschaft der Region Widerstandsfähigkeit, gestützt durch einen robusten Dienstleistungssektor und eine sich erholende Industrieproduktion.
Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 3%, nachdem sie im ersten Quartal um 0.5% geschrumpft war, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigen. Der Aufschwung wurde durch einen Rückgang der Importe und eine stärkere Konsumnachfrage vorangetrieben, trotz Rückgängen bei Investitionen und Exporten.
Deutsche Wirtschaft schrumpft, da Zoll-Effekt nachlässt
Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands sank im zweiten Quartal um 0.1%, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigen, und kehrte damit das Wachstum von 0.3% im ersten Quartal um. Der Rückgang wurde auf eine geringere US-Nachfrage zurückgeführt, nachdem es Anfang des Jahres zu einem Anstieg der Käufe aus Angst vor höheren Zöllen gekommen war. Die Investitionen innerhalb Deutschlands gingen in diesem Zeitraum zurück, während der Konsum und die Staatsausgaben zunahmen. Die deutschen Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni gegenüber dem Vormonat um 1%. Das stärker als erwartete Wachstum deutet auf eine Erholung der Konsumausgaben hin, die die breitere Wirtschaft inmitten anhaltender Unsicherheiten stützen könnte.
Europäische Aktien steigen überwiegend dank Quartalsberichten
Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Mittwoch moderate Zuwächse. Der EuroStoxx 50 stieg um 0.3%, angetrieben von starken Quartalsergebnissen des französischen Lebensmittelkonzerns Danone, dessen Aktien um 7.4% zulegten, und der italienischen Bank Intesa Sanpaolo, die einen Gewinn von EUR 2.6 Milliarden im zweiten Quartal meldete und deren Aktienkurs um 4.4% stieg. Unterdessen legte die Aktie der Schweizer Bank UBS um 1% zu, nachdem sie höhere Gewinne für das zweite Quartal bekannt gegeben hatte. Auf dem breiteren Markt stieg die Biotech-Firma Idorsia um 23% nach einer Rückkehr zur Rentabilität, während Huber+Suhner dank starker Auftragsaktivität um 18% zulegte. Der deutsche DAX stieg um 0.2%, und der französische CAC 40 legte um 0.1% zu. Der Schweizer SMI sank jedoch um 0.2%, da defensive Werte hinter den allgemeinen Gewinnen in der Region zurückblieben.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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