LGT Navigator : Die Wall Street verzeichnete am Montag Verluste, da die Hoffnungen auf eine baldige US-Zinssenkung nachliessen und neue Sorgen bezüglich Zöllen die Stimmung belasteten.
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Anlegerinnen und Anleger agierten zudem vorsichtig im Vorfeld wichtiger Inflationsdaten später in dieser Woche. Technologiewerte standen weiterhin im Fokus: Nvidia legte zwar leicht zu, konnte aber den Gesamtmarkt nicht stützen. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an, Gold erreichte nach der Absetzung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook durch US-Präsident Donald Trump ein Zweiwochenhoch, was Befürchtungen über die Unabhängigkeit der Notenbank schürte. Asiatische Aktien folgten den Verlusten aus den USA. Die europäischen Börsen schlossen klar im Minus, was die anhaltende Vorsicht im Zusammenhang mit globalen Handelsrisiken widerspiegelt.
Die US-Leitindizes schlossen am Montag schwächer, da der Optimismus bezüglich möglicher Leitzinssenkungen durch die Fed erneuten Sorgen über Zölle und Inflationsdruck wich. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.8% auf 45’282.47 Punkte und entfernte sich damit von seinem jüngsten Rekordhoch. Der S&P 500 gab 0.4% auf 6439.32 Punkte nach, während der Nasdaq 100 um 0.3% auf 23’425.61 Punkte sank. Die Aktien des Chipherstellers Nvidia, der als Pionier im Bereich künstliche Intelligenz gilt, stiegen vor den anstehenden Quartalszahlen um 1%, konnten aber die allgemeine Stimmung nicht drehen.
US-Staatsanleiherenditen steigen vor Inflationsdaten
Die Renditen von US-Staatsanleihen legten zu Wochenbeginn zu, nachdem die Anlegerinnen und Anleger die zurückhaltenden Äusserungen von Fed-Chef Jerome Powell auf dem Jackson Hole Symposium und die anstehenden wichtigen Inflationszahlen ins Kalkül zogen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe notierte über 4.3%, die der zweijährigen Anleihe über 3.7%. Powell betonte anhaltende Unsicherheiten, die die Zinsentscheide beeinflussen, und signalisierte nach seiner Rede eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. Der Fokus richtet sich nun auf die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Kernzahlen der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Juli. Hier wird mit einer leichten Beschleunigung des jährlichen Wachstums gegenüber dem Vormonat gerechnet.
Goldpreise steigen wegen Sorgen um Fed-Unabhängigkeit
Gold verteuerte sich am Dienstag auf ein Zweiwochenhoch von rund USD 3380, da die Nachfrage der Anlegerinnen und Anleger nach sicheren Anlagen nach Trumps Entscheidung, Fed-Gouverneurin Cook abzusetzen, stieg. Die umstrittene Abberufung Cooks, gegen die sie Einspruch erhebt, schürt die Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank und um eine mögliche wachsende politische Einflussnahme auf die geldpolitischen Entscheide der Fed.
Trump droht mit Zöllen wegen Digitalsteuern und Magnet-Exporten
Trump kündigte am Montag an, neue, umfangreiche Zölle einführen und den Export von Mikrochips in Länder beschränken zu wollen, die Digitalsteuern auf US-Technologieunternehmen erheben. Solche Steuern bezeichnete er als diskriminierend gegenüber US-Technologiekonzernen wie Meta, Alphabet und Amazon und forderte deren Abschaffung als Voraussetzung für weitere Handelsbeziehungen. Darüber hinaus warnte Trump, dass die USA Zölle von bis zu 200% auf chinesische Seltenerdmagnete erheben könnten, falls Peking Exportbeschränkungen verhänge. Damit steigen die Sorgen um die Stabilität des bestehenden Waffenstillstands im Handelskonflikt zwischen beiden Ländern. Jüngste Regierungsdaten zeigen, dass die chinesischen Magnetexporte in die USA im Juni und Juli wieder das Vorkrisenniveau erreichten und damit Chinas dominante Stellung in der globalen Lieferkette unterstreichen.
Asiatische Aktienmärkte geben nach, da US-Zinsoptimismus schwindet
Die Aktienmärkte in Asien tendierten am Dienstag schwächer, da die jüngste Euphorie über mögliche US-Zinssenkungen zurückging und die Vorsicht im Vorfeld der Nvidia-Quartalszahlen zunahm. Chinesische Aktien notierten nahe mehrjähriger Höchststände, getragen von der Erwartung weiterer Konjunkturmassnahmen aus Peking. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor 0.3%, während der CSI 300 auf dem chinesischen Festland leicht um 0.1% nachgab. Der japanische Nikkei 225 lag 0.9% im Minus, Koreas Kospi fiel um 0.8% und Australiens S&P/ASX 200 gab 0.4% nach. Die Reserve Bank of Australia signalisierte in am Dienstag veröffentlichten Protokollen, dass im kommenden Jahr mit weiteren geldpolitischen Lockerungen zu rechnen ist, nachdem diesen Monat der Leitzins um einen Viertelpunkt auf 3.6% gesenkt worden war.
Deutsches Geschäftsklima im August leicht verbessert
Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg im August von 88.6 auf 89.0 Punkte, was am Montag eine leichte Verbesserung der Unternehmenseinschätzung signalisiert. Der Anstieg wurde hauptsächlich durch bessere Geschäftserwartungen getrieben, während die Bewertung der aktuellen Lage leicht nachgab und so die weiterhin fragile Erholung der deutschen Wirtschaft verdeutlicht. Trotz des Anstiegs bleiben die Unternehmen laut Umfrage zurückhaltend und das Wachstum in den wichtigsten Branchen verhalten. Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Montag nach schwacher Wall-Street-Stimmung und wiederaufkommenden Sorgen um die Handelspolitik deutlich im Minus. Der Euro Stoxx 50 fiel um 0.9%, der DAX in Deutschland gab 0.4% nach und der CAC 40 in Frankreich verlor 1.6%. Der Swiss Market Index schloss 0.5% schwächer.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.
Konjunkturdaten im Fokus: Auftragseingänge langlebige Güter USA (14:30), Verbrauchervertrauen Conference Board USA (16:00) und Verkäufe neuer Häuser USA (16:00).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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