LGT Navigator : Die US-Aktienmärkte erholten sich am Mittwoch deutlich, unterstützt durch kräftige Kursgewinne bei Alphabet und Apple, nachdem ein US-Gericht Bemühungen zur Zerschlagung von Google gestoppt hatte.
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Gleichzeitig liessen schwächere Arbeitsmarktdaten die Erwartungen steigen, dass die Federal Reserve (Fed) noch in diesem Monat die Zinsen senken könnte. Der Nasdaq 100 führte die US-Indizes an, und die Optimismuswelle weitete sich auf die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum aus, wenngleich chinesische Aktien zurückblieben, da die Sorge vor möglichen neuen staatlichen Eingriffen gegen Marktspekulationen wuchs. Die Anleihemärkte zeigten sich weiterhin volatil: Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe erreichte nach einem Gerichtsurteil kurzzeitig 5%, nachdem Zweifel an US-Zöllen aufgekommen waren. Die europäischen Aktienmärkte schlossen nach verhaltenen Konjunkturdaten aus der Eurozone mehrheitlich höher.
Der Nasdaq 100 stieg am Mittwoch um 0.8% auf 23’414.84 Punkte, getragen von starken Kursgewinnen bei Alphabet und Apple. Der Dow Jones Industrial schloss leicht im Minus, der S&P 500 legte moderat zu. Die Alphabet-Aktie sprang um 9% auf ein Rekordhoch, nachdem ein US-Gericht staatliche Bestrebungen zur Zerschlagung von Google stoppte. Das Unternehmen darf weiterhin mit Apple und anderen kooperieren, allerdings wurden exklusive Vertriebsvereinbarungen eingeschränkt. Apple-Aktien kletterten um 3.8% und profitierten von fortlaufenden Zahlungen von Google sowie Berichten über einen eigenen KI-gestützten Suchdienst.
US-Rendite für 30-jährige Treasuries steigt auf 5%
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe überschritt am Mittwoch kurzzeitig 5%, bevor sie Richtung 4.9% zurückfiel. Auslöser war eine Entscheidung eines amerikanischen Berufungsgerichts vom vergangenen Freitag, das die meisten Zölle des Präsidenten Donald Trump für unrechtmässig erklärte – womit der US-Regierung Rückzahlungen in grossem Umfang drohen könnten. Gleichzeitig wuchsen Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed), nachdem fast 600 Ökonominnen und Ökonomen vor den Folgen einer möglichen Entlassung eines Fed-Gouverneurs gewarnt hatten, was das Vertrauen in die Notenbank schwächen könnte. Die Renditen für zwei- und zehnjährige Staatsanleihen sanken am Mittwoch auf 3.6% bzw. 4.2%. Gold erreichte zwischenzeitlich erneut Rekordhöhen, fiel aber wieder auf etwa USD 3530 je Unze zurück.
US-Stellenangebote sinken auf Pandemietief
Auf der makroökonomischen Seite fielen die US-Stellenangebote laut den am Mittwoch vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten JOLTS-Daten im Juli um 176’000 auf 7.18 Millionen, ein stärkerer Rückgang als vom Markt erwartet. Die Einstellungen stiegen leicht auf 5.31 Millionen, während die Entlassungen auf 1.81 Millionen zunahmen – dies deutet auf eine allmähliche Abschwächung am Arbeitsmarkt hin, wobei anhaltende Handelszölle und verschärfte Einwanderungspolitik als Ursachen genannt werden. Jüngsten Daten zufolge hat das Beschäftigungswachstum in den letzten drei Monaten auf durchschnittlich 35’000 pro Monat nachgelassen – gegenüber 123’000 im Vorjahreszeitraum. Die Erwartung steigt, dass die Fed auf ihrer Sitzung später in diesem Monat angesichts steigender Abwärtsrisiken im US-Arbeitsmarkt die Zinsen senken wird.
Asien-Pazifik-Aktien steigen dank Tech-Rally
Die meisten Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum stiegen am Donnerstag, getragen durch die Erwartung einer Zinssenkung der US-Notenbank noch in diesem Monat und der Rally an der Wall Street bei Technologiewerten. Australiens S&P/ASX 200 legte um 1% zu, da die Haushaltsausgaben im Juli um 0.5% gegenüber dem Vormonat stiegen – nach plus 0.3% im Juni – und damit im Jahresvergleich ein Plus von 5.1% auswiesen. Japans Nikkei 225 gewann 1.5%, Südkoreas Kospi 0.2%. Chinesische Märkte hinkten hingegen hinterher, da die Sorge vor neuen staatlichen Eingriffen zunahm: Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 1.2%, der CSI 300 auf dem chinesischen Festland verlor 2.1% in einem volatilen Handel.
Eurozonen-Wachstum bleibt im August verhalten
Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone stieg im August auf 51.0 nach 50.9 im Juli – der höchste Stand seit zwölf Monaten, jedoch nur ein Zeichen für eine minimale Expansion, wie Erhebungen am Mittwoch zeigten. Während die Industrieproduktion so kräftig zugelegt hat wie seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr, liess das Wachstum im Dienstleistungssektor nach: der entsprechende PMI sank von 51.0 auf 50.5. Verstärkte Preisdynamik – sowohl bei den Inputkosten als auch bei den Verkaufspreisen – könnte den Inflationsausblick der Europäischen Zentralbank (EZB) erschweren. Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Mittwoch mehrheitlich freundlich: Der Euro Stoxx 50 stieg um 0.6%, der DAX um 0.5%, der CAC 40 um 0.9%. Der Swiss Market Index legte um 0.9% zu. Die Rendite für 30-jährige französische Staatsanleihen notierte knapp unter 4.5% und damit so hoch wie seit 2009 nicht mehr – im Vorfeld des anstehenden Misstrauensvotums in der kommenden Woche.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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