LGT Navigator

LGT Navigator : EZB-Entscheid und US-Inflationsdaten im Fokus

LGT Navigator : In dieser Woche richten Anlegerinnen und Anleger ihren Blick gespannt auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die US-Inflationszahlen, die beide am Donnerstag veröffentlicht werden.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Zum Wochenstart legten japanische Aktien kräftig zu, nachdem Premierminister Ishiba seinen Rücktritt angekündigt hatte und das Wirtschaftswachstum die Erwartungen übertraf. Währenddessen enttäuschten die chinesischen Exportdaten. US-Aktien verloren vergangene Woche an Boden aufgrund erneuter Sorgen um den Arbeitsmarkt, und auch europäische Aktien schlossen schwächer wegen träge laufender regionaler Konjunkturdaten. Gold erklomm am Freitag ein neues Allzeithoch und notierte nahe USD 3580 pro Unze.

Diese Woche stehen die globalen Märkte ganz im Zeichen des EZB-Zinsentscheids am Donnerstag. Am selben Tag werden in den Vereinigten Staaten die Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten für August veröffentlicht – ein wichtiger Indikator für zukünftige Beschlüsse der US-Notenbank (Fed). Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer werden zur Wochenmitte zudem die Erzeugerpreis-Daten aus den USA beobachten. In China erscheinen am Mittwoch und Donnerstag Inflations- und Handelsbilanzdaten. Den Wochenabschluss bildet am Freitag der Verbraucherindex der Universität Michigan für September, der weitere Einblicke in das US-Konsumklima bieten soll.

Japanische Aktien steigen nach Rücktritt des Premierministers

Japanische Aktien erzielten am Montag deutliche Zugewinne, nachdem Premierminister Shigeru Ishiba am Wochenende seinen Rücktritt angekündigt hatte: Der Nikkei 225 legte um 1.5% zu und der Topix erreichte ein neues Rekordhoch. Die starke Marktreaktion spiegelt Optimismus der Investorinnen und Investoren hinsichtlich möglicher Nachfolgerinnen und Nachfolger wider, insbesondere bei reformorientierten Kandidatinnen wie Sanae Takaichi und Shinjiro Koizumi. Der japanische Yen schwächte sich gegenüber dem US-Dollar ab, und die Renditen für Staatsanleihen stiegen auf neue Höchststände, da die Märkte mit anhaltender politischer Unsicherheit rechnen. Zudem sorgten Makrodaten für positive Stimmung: Die japanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um annualisierte 2.2%, nach der ersten Schätzung von 1%. Die Märkte in der Asien-Pazifik-Region tendierten allgemein fester zum Wochenstart, mit einem Plus von 0.2% beim südkoreanischen Kospi, während Australiens S&P/ASX 200 gegen den Trend 0.3% nachgab.

Chinas US-Exporte brechen im August ein

Chinas Exporte in die USA gingen im August um 33% zurück, während die Gesamtexporte laut am Montag veröffentlichter Zollstatistik nur um 4.4% in US-Dollar stiegen – der schwächste Zuwachs seit Februar. Die Importe stiegen auf Jahressicht um 1.3%, verfehlten jedoch die Erwartungen, da die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt und wachsende Jobunsicherheiten die Nachfrage belasteten. Die USA bleiben Chinas grösster Einzelmarkt für Exporte, wobei neue US-Zölle und striktere Kontrollen von Transitsendungen den Handelsstrom weiter einschränken. In den zuletzt geführten bilateralen Handelsgesprächen gab es kaum Fortschritte; Ökonominnen und Ökonomen erwarten, dass die Inflationsdaten dieser Woche weiterhin schwach ausfallen werden. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg am Montag um 0.3%, während Chinas CSI kaum verändert schloss.

US-Aktien geben wegen Arbeitsmarktsorgen nach

Die US-Börsen beendeten den Handel am Freitag schwächer, nachdem der Beschäftigungsbericht für August enttäuschte und die Werte für die Vormonate nach unten korrigiert wurden – dies verstärkte Sorgen um die Konjunkturaussichten. Der S&P 500 fiel um 0.3% auf 6481.50 Punkte, nachdem er zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte; der Dow Jones Industrial verlor 0.5%, während der Nasdaq 100 dank starker Gewinne bei Broadcom und Tesla um 0.1% zulegen konnte. Die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten verstärken die Erwartungen für eine Zinssenkung der Fed Mitte September, schüren aber zugleich Zweifel an der Dynamik der Erholung nach der Pandemie.

US-Beschäftigungswachstum verlangsamt sich deutlich im August

Die Zahl der Beschäftigten in den USA stieg im August nur um 22’000, deutlich weniger als erwartet und weit unter dem revidierten Plus von 79’000 im Juli, wie das Bureau of Labor Statistics am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 4.3%. Ein Zuwachs zeigte sich weiterhin im Gesundheitswesen und in der Sozialhilfe, während im verarbeitenden Gewerbe und im Grosshandel Stellen abgebaut wurden. Die durchschnittlichen Stundenlöhne entwickelten sich entsprechend den Prognosen und stiegen um 0.3% im Monatsvergleich, allerdings verlangsamte sich das jährliche Wachstum auf 3.7%.

Eurozone: BIP und Beschäftigung steigen leicht an

Laut am Freitag veröffentlichten Daten von Eurostat stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone im zweiten Quartal um 0.1%, nach einem Plus von 0.6% im ersten Quartal. Auch die Beschäftigung legte um 0.1% zu. Im Jahresvergleich wuchs das BIP um 1.5% und die Beschäftigung um 0.6%, wobei beide Werte eine leichte Abschwächung zum Vorquartal zeigten. Die nachlassende Dynamik spiegelt ein schwächeres Wachstum bei den Bruttoanlageinvestitionen sowie rückläufige Exporte wider, teilweise ausgeglichen durch höhere Staatsausgaben und Bestandsveränderungen. Die EU insgesamt entwickelte sich etwas besser: Das BIP stieg im Quartalsvergleich um 0.2%, die Beschäftigung ebenfalls um 0.1%. Europäische Aktien gaben am Freitag nach: Der Euro Stoxx 50 verlor 0.5%, der deutsche DAX 0.7%, der französische CAC 40 0.3%. Der Swiss Market Index sank um 0.1%.

Kanada: Arbeitslosenquote steigt, Zinssenkung wahrscheinlich

Die Arbeitslosenquote in Kanada kletterte im August auf 7.1% und damit auf den höchsten Wert seit Mai 2016 ausserhalb der Pandemie, nachdem die Wirtschaft 65’500 Stellen verlor. Besonders betroffen waren die Bereiche professionelle, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Industrie und Transport, während im Baugewerbe leichte Zuwächse registriert wurden. Die Erwerbs- und Beschäftigungsquote fielen jeweils auf den tiefsten Stand seit Beginn der Pandemie und spiegeln die zunehmende Vorsicht der Unternehmen angesichts anhaltender Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik wider. Aufgrund der schwachen Arbeitsmarktdaten kalkulieren die Märkte mit einer 90%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Bank of Canada später im Monat.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Industrieproduktion Deutschland (08:00), Handelsbilanz Deutschland (08:00), Sentix Investorenvertrauen Eurozone (10:30).

Quelle: InvestmentWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.