LGT Navigator : Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag neue Allzeithochs erreicht, angetrieben von steigenden Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) nach schwachen US-Inflations- und Arbeitsmarktdaten.
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Die US-Aktienindizes schlossen am Donnerstag auf Rekordständen, während auch die europäischen Börsen zulegten, gestützt durch die stabile Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Anlegerinnen und Anleger preisen weiterhin eine bevorstehende Lockerung der US-Geldpolitik ein, was Technologie- und Halbleiteraktien unterstützte und dem US-Dollar sowie den globalen Anleihenrenditen einen Dämpfer versetzte. Der Goldpreis legte zum Wochenschluss zu und notierte bei rund USD 3650 je Unze, während die Renditen von US-Staatsanleihen nach Veröffentlichung der Inflationsdaten leicht nachgaben; die zweijährige Anleihe lag bei 3.5% und die zehnjährige bei annähernd 4.0%.
Die asiatischen Börsen stiegen am Freitag auf Rekordstände, gestützt durch die Erwartung mehrerer Zinssenkungen der Fed nach schwachen US-Inflationszahlen und Arbeitsmarktdaten. Vor allem starke Entwicklungen im Technologie- und Halbleitersektor unterstützten die Märkte. Der japanische Nikkei 225 legte um 0.9% auf ein neues Allzeithoch zu, der koreanische Kospi stieg um 1.3% und Australiens S&P/ASX 200 notierte 0.7% höher. Der Hang Seng Index in Hongkong gewann 1.5%, während der chinesische CSI 300 nahezu unverändert blieb. Die Finanzmärkte haben nun eine US-Zinssenkung in der kommenden Woche vollständig eingepreist und rechnen mit bis zu zwei weiteren Lockerungen in diesem Jahr – dies entlastet die globalen Anleihenmärkte und schwächt die US-Währung, wobei der US-Dollar-Index am Donnerstag 0.3% verlor.
US-Aktien erreichen neue Rekorde nach Inflations- und Arbeitsmarktdaten
Die wichtigsten US-Aktienindizes, darunter Dow Jones Industrial, S&P 500 und Nasdaq 100, erreichten am Donnerstag neue Höchststände, angetrieben von verstärkten Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed am 17. September. Der Dow Jones Industrial stieg um 1.4% auf 46’108.00 Punkte, der S&P 500 gewann 0.9% auf 6587.47 Punkte. Der Nasdaq 100 legte um 0.6% auf 23’992.56 Punkte zu. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsdaten stiegen die US-Verbraucherpreise im August gegenüber dem Vorjahr um 2.9% – nach 2.7% im Vormonat. Der monatliche Anstieg verdoppelte sich von Juli auf 0.4%, getrieben vor allem durch einen Anstieg der Mietkosten um 0.4%, während auch die Lebensmittel- und Energiepreise deutlich zulegten. Der starke Anstieg reduzierte die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Zinssenkung der Fed in der kommenden Woche, liegt jedoch weiterhin im Bereich, um Zinssenkungserwartungen zu unterstützen. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen unerwartet auf 263’000 für die Woche bis zum 6. September und deuten auf eine mögliche Abschwächung des Arbeitsmarktes hin, was die Erwartungen einer Zinssenkung zusätzlich stärkte.
EZB belässt Zinsen unverändert, vor allem wegen Unsicherheiten der Zollpolitik
Die EZB belies ihren Einlagensatz am Donnerstag unverändert bei 2% und hält damit an ihrem “Fahren auf Sicht”-Ansatz fest, während wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle weiter besteht. Die Inflation in der Eurozone bewegte sich in den vergangenen Monaten nahe am EZB-Ziel von 2%, während das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal von 0.6% auf nur noch 0.1% zurückging. Laut den aktuellen Prognosen der Zentralbank wird die Gesamtinflation im Jahr 2025 durchschnittlich 2.1% und im Jahr 2026 1.7% betragen; die Wachstumserwartungen für 2025 wurden leicht nach oben angepasst. Die europäischen Aktienindizes verzeichneten am Donnerstag deutliche Zuwächse und folgten damit der Stärke der US-Börse. Der Euro Stoxx 50 stieg um 0.5%, der deutsche DAX um 0.3% und der französische CAC 40 um 0.8%. Der SMI in der Schweiz schloss 0.6% höher.
Türkische Zentralbank senkt Leitzins deutlicher als erwartet
Die türkische Zentralbank hat ihren einwöchigen Repo-Leitzins am Donnerstag um 250 Basispunkte auf 40.5% gesenkt – mehr als die Markterwartung von 200 Basispunkten – mit Verweis auf eine sich abschwächende Inflationstendenz im August. Die jährliche Teuerung ging den 15. Monat in Folge zurück und erreichte mit 32.95% den tiefsten Stand seit November 2021, liegt aber weiterhin über den Markterwartungen. Trotz eines robusten Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal wies die Notenbank auf eine anhaltende Schwäche der inländischen Endnachfrage hin; Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen üben dabei weiter Aufwärtsdruck auf die Inflation aus. Die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger bekräftigten, dass die restriktive Geldpolitik so lange beibehalten werde, bis die Preisstabilität gesichert ist, da weiterhin Risiken für den Disinflationsprozess bestehen.
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Quelle: InvestmentWorld.ch
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