LGT Navigator : Gold stieg zu Wochenbeginn auf ein neues Rekordhoch. Hintergrund ist, dass Immer mehr Anlegerinnen und Anleger einen “sicheren Hafen suchen, weil sie befürchten, dass der Haushaltsstreit in den USA bis zur Frist am Mittwoch nicht gelöst wird und es deshalb zu einem Stillstand (Shutdown) der US-Regierung kommen könnte.
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Die Aktienmärkte verzeichneten leichte Gewinne: Die Wall Street zeigte sich trotz der politischen Pattsituation robust, während die Aktien im Asien-Pazifik-Raum uneinheitlich tendierten, da Chinas anhaltende Industrieabschwächung andauerte und die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins unverändert liess. Europäische Aktien legten leicht zu, angeführt von Schweizer Aktien, nach einer Erklärung der SNB zur Devisenpolitik der Schweiz an die Adresse der US-Behörden. Die Aufmerksamkeit der Anlegerinnen und Anleger richtet sich nun auf eine Reihe wichtiger US-Arbeitsmarktberichte, die diese Woche erwartet werden, beginnend mit dem JOLTS-Bericht heute Dienstag.
Zu Wochenbeginn erreichte der Goldpreis aufgrund eines verstärkten Sicherheitsbedürfnisses eine neue historische Höchstmarke, ausgelöst durch die Sorge um einen potenziellen US-Regierungsstillstand sowie anhaltende Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) noch in diesem Jahr. Der Spotpreis für Gold lag über USD 3860 pro Unze. Auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin erzielten deutliche Gewinne. Die Märkte reagieren zunehmend nervös, da die politische Blockade in Washington das Risiko eines Stillstands der Regierungsfinanzierung erhöht, während Händlerinnen und Händler weiterhin mit weiteren Zinssenkungen der Fed rechnen. Ein längerer Shutdown birgt das Risiko, dass wichtige Wirtschaftsdaten später veröffentlicht werden und die Wirtschaftstätigkeit beeinträchtigt wird, wie zuletzt während des 35-tägigen Shutdowns von Ende 2018 bis Anfang 2019 zu beobachten war. Am Montag wurde ein erneuter Shutdown immer wahrscheinlicher, nachdem Präsident Donald Trump sowohl mit demokratischen als auch republikanischen Kongressführerinnen und -führern im Weissen Haus zusammentraf und grosse Meinungsverschiedenheiten ungelöst blieben.
Asien-Pazifik-Märkte gemischt – Chinas Industrie bleibt schwach
Am Dienstag entwickelten sich die Aktienbörsen im Asien-Pazifik-Raum uneinheitlich, nachdem Daten zeigten, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China im September zum sechsten Mal in Folge mit 49.8 im schrumpfenden Bereich blieb. Der Wert lag jedoch geringfügig über den Erwartungen und war der höchste Wert seit März. Der private “RatingDog”-PMI deutete mit 51.2 hingegen auf eine leichte Expansion hin und übertraf damit die Markterwartungen, was die Widerstandsfähigkeit mancher exportorientierter Sektoren andeutet. Der CSI 300 des chinesischen Festlands notierte 0.2% fester, während Hongkongs Hang Seng Index 0.2% niedriger lag. Japans Nikkei 225 verharrte nahezu unverändert und Koreas Kospi gab um 0.1% nach.
Australiens Notenbank belässt Leitzins trotz steigender Inflation unverändert
Der australische S&P/ASX 200 verlor 0.2%, nachdem die australische Zentralbank ihren Leitzins am Dienstag bei 3.6% belassen hatte. Die Inflation, angeheizt durch steigende Preise für Wohnraum, Lebensmittel und Alkohol, erreichte im August mit 3% den höchsten Stand seit Juli 2024. Die Reserve Bank of Australia hat die Zinsen im laufenden Jahr bereits um 75 Basispunkte gesenkt, nachdem seit November 2023 eine stabile Phase bei 4.35% vorgeherrscht hatte. Das Wirtschaftswachstum beschleunigte sich im zweiten Quartal: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 1.8% gegenüber dem Vorjahr und um 0.6% zum Vorquartal – beide Daten lagen über den Markterwartungen.
US-Aktien stabil trotz Shutdown-Risiko
Die wichtigsten US-Aktienindizes erzielten am Montag leichte Zugewinne, wobei Anlegerinnen und Anleger trotz der drohenden Regierungsschliessung sowie bevorstehender Arbeitsmarktdaten Gelassenheit zeigten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.2% auf 46,316.07 Punkte, der S&P 500 legte um 0.3% auf 6661.21 Punkte zu, und der Nasdaq 100 gewann 0.4% auf 24,611.35 Punkte, angeführt von Technologiewerten wie Nvidia, Microsoft, Cisco und Amazon. Für Aufmerksamkeit sorgten auch die Übernahmevereinbarung für Electronic Arts für USD 55 Mrd. sowie der geplante Zukauf von Merus durch Genmab für USD 8 Mrd. Die Renditen von US-Staatsanleihen gingen zu Wochenbeginn leicht zurück; die zweijährige lag knapp über 3.6%, die zehnjährige bei über 4.1%.
Schweiz bekräftigt Devisenpolitik gegenüber den USA
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) veröffentlichte am Montag mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement und dem US-Finanzministerium eine gemeinsame Erklärung, wonach keine der beiden Seiten Wechselkurse zum Wettbewerbsvorteil beeinflusst. Die SNB betonte, dass Deviseninterventionen ausschliesslich dazu dienen, angemessene monetäre Bedingungen zu gewährleisten und das Inflationsmandat zu erfüllen – nicht, um den Schweizer Exporteurinnen und Exporteuren einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Die Schweiz steht seit Juni auf der US-Beobachtungsliste für Währungspraktiken, doch SNB-Vertreterinnen und -Vertreter unterstrichen, dass die Interventionsquote in den vergangenen Monaten begrenzt blieb. SNB-Präsident Martin Schlegel hob hervor, dass die jüngsten Währungsbewegungen in erster Linie die Schwäche des US-Dollars widerspiegeln – und keine Manipulation seitens der Schweizer Behörden. Der Swiss Market Index stieg am Montag um beachtliche 0.7% und übertraf damit die meisten anderen europäischen Märkte.
Stimmung in der EU verbessert sich im September
Die Europäische Kommission berichtete am Montag, dass der Economic Sentiment Indicator für die EU im September auf 95.5 gestiegen ist. Positive Impulse kamen aus der Industrie, den Dienstleistungen sowie von den Verbraucherinnen und Verbrauchern, während der Einzelhandel weiter unter Druck stand und das Baugewerbe weitgehend stabil blieb. Auch wenn die Stimmung weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt liegt, verbesserte sich der Index insbesondere in Spanien und Italien, während die Werte in den Niederlanden und Deutschland zurückgingen. Der Beschäftigungserwartungsindex fiel auf 97.1, da die Erwartungen im Dienstleistungssektor, Einzelhandel und Baugewerbe sanken und nur die Industrie einen kleinen Anstieg verzeichnete. Die europäischen Aktienindizes verbuchten am Montag leichte Gewinne: Der Euro Stoxx 50 kletterte um 0.1%, der deutsche DAX lag mit weniger als 0.1% praktisch unverändert, während der französische CAC 40 um 0.1% zulegte.
Bank of Israel hält Leitzins trotz anhaltendem Konflikt stabil
Die Bank of Israel beliess ihren Leitzins am Montag zum vierzehnten Mal in Folge bei 4.5%, nachdem die Inflation im August von 3.1% im Juli auf 2.9% zurückgegangen ist und damit wieder innerhalb des Zielbands der Zentralbank von 1–3% liegt. Die letzte Zinssenkung erfolgte im Januar als Reaktion auf das nachlassende Wirtschaftswachstum zu Beginn des Gaza-Konflikts. Seither zeigt sich die Notenbank angesichts anhaltender Unsicherheit vorsichtig. Israels Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um annualisierte 4%, was die massiven Auswirkungen des zweijährigen Kriegs mit der Hamas verdeutlicht.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.
Konjunkturdaten im Fokus: Bruttoinlandsprodukt und Arbeitslosenquote Grossbritannien (08:00), Einzelhandelsumsätze Deutschland (08:00), Verbraucherpreisindex Frankreich (08:45), KOF Konjunkturbarometer Schweiz (09:00), Verbraucherpreisindex Italien (11:00), Arbeitslosenquote Deutschland (09:55), Verbraucherpreisindex Deutschland (14:00), JOLTS-Stellenangebotbericht USA (16:00), Verbrauchervertrauen Conference Board USA (16:00).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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