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Schweizer Wirtschaft: Weiterhin auf dem Wachstumspfad im 3. Quartal 2010

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat heute die Wachstumszahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz für das 3. Quartal dieses Jahres publiziert. Die Erholung der Wirtschaft hat sich erwartungsgemäss auch im Herbst 2010 fortgesetzt…..


Quelle: Research News – Credit Suisse


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Zwischen dem 2. und dem 3. Quartal 2010 hat das BIP der Schweiz real um 0.7% zugenommen. Nach Wachstumsraten von 0.9% und 0.8% in den beiden vorhergehenden Quartalen hat damit die Erholungsdynamik erneut leicht an Schwung eingebüsst (Abbildung 1). Die Aufschlüsselung der gesamtwirtschaftlichen Produktion nach verwendungsseitigen Komponenten zeigt, dass sowohl der private (+0.3%) als auch der staatliche Konsum (+0.4%) positiv zum Vorquartalswachstum beigetragen haben. Die Bruttoanlageinvestitionen sind im Vergleich zum 2. Quartal 2010 um 0.6% angestiegen, wobei die Ausrüstungsinvestitionen etwas stärker als die Bauinvestitionen zugelegt haben.
Demgegenüber haben sich die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen um 3% zurückgebildet. Dieser Rückgang rührt massgeblich von den Dienstleistungsexporten her, die um 7% abgenommen haben – hauptsächlich wegen geringerer Erträge im volatilen Rohstoffhandel. Die Warenexporte haben stagniert. Ebenfalls eine Stagnation verzeichneten die Warenimporte, dies nach einer starken Dynamik in den Vorquartalen. Der Aussenhandelsbilanzüberschuss hat sich insgesamt gegenüber dem Vorquartal verringert. Der Wachstumsbeitrag der Komponente “Lager und statistische Abweichungen” betrug 2.2 Prozentpunkte.
Vorquartalsvergleich liefert Anhaltspunkte
Der Vorquartalsvergleich liefert eine Momentaufnahme, die aufgrund des nur dreimonatigen Betrachtungszeitraums stark durch Grossprojekte oder andere zufällige Schwankungen beeinflusst werden kann. Zudem weisen zahlreiche Nachfragekomponenten saisonale Schwankungen auf (Stichwort: Weihnachten). Diese werden zwar vom Seco mittels mathematischer Verfahren bereinigt. Weil das Seco die Saisonbereinigungsfaktoren jedes Quartal neu berechnet, sind Revisionen sämtlicher Quartalswerte des laufenden Jahres jedoch vorprogrammiert.
Trotz dieser Unschärfen lassen sich aus den Zahlen zum 3. Quartal gewisse Muster herauslesen: Erstens bewegt sich die Schweiz tendenziell im Gleichschritt mit der Weltwirtschaft. Der Konjunkturverlauf in der Schweiz ist jedoch deutlich weniger volatil. Dieses Bild widerspiegelt einerseits die hohe Auslandsabhängigkeit und anderseits die robuste Binnenwirtschaft. Zweitens sind Spuren der Frankenaufwertung sichtbar:
Diese hat sich bisher weniger in tieferen Warenexportvolumen als in einem Rückgang der Dienstleistungsexporte sowie einer massiven Lageraufstockung niedergeschlagen. Drittens sind offenbar die Opportunitäten der nominell historisch tiefen Zinsen genutzt worden, wie die steigenden Bau- oder Ausrü-stungsinvestitionen zeigen.
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Vorjahresvergleich: Rebound und robuster Konsum
Im Unterschied zum schwankungsanfälligen Quartalsvergleich macht der Vorjahresvergleich (Abbildung 2) dank der längeren Zeitspanne das Muster der bisherigen Erholung besser erkennbar. Das stärkste Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal haben diejenigen Nachfragekomponenten verzeichnet, die zuvor am tiefsten eingebrochen waren. So liegen das Export- und das Importvolumen sowie die Ausrüstungsinvestitionen – welche im Vorjahr zeitweise zweistellig Abschläge auswiesen – im 3. Quartal 2010 um 3.5%, 7.6% bzw. 4% über dem Vorjahresstand.
Der private Konsum hat zwischen dem 3. Quartal 2009 und dem 3. Quartal 2010 um 1.8% zugenommen. Die Konsumsteigerung hat damit auch während der gesamtwirtschaftlichen Erholung angedauert, nachdem der private Konsum bereits in der Rezession eine solide Stütze der Wirtschaft war. Der staatliche Konsum verzeichnet zum 3. Quartal 2010 eine Stagnation, in der Rezession hatte die staatliche Nachfrage noch positiv zum Wachstum beigetragen. Der Wachstumsbeitrag der Komponente “Lager und statistische Abweichung” erhöht das Vorjahreswachstum im 3. Quartal 2010 um 2.8 Prozentpunkte – damit haben die erneute Trendwende im Lagerzyklus und die statistischen Korrekturen des Seco von allen Komponenten
am stärksten zum Vorjahreswachstum beigetragen. Insgesamt lag das BIP im 3. Quartal 2010 real um 3% über dem Vorjahresniveau. Die Schweizer Wirtschaftsleistung in Franken entspricht dank der jüngsten Steigerung in etwa wieder dem Wert des Sommers 2008. Der Rebound nach dem tiefen Fall des Vorjahres ist damit vollzogen.
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Wie der Quartalsvergleich hat auch der Vorjahresvergleich seine Tücken. Denn der Betrachtungszeitraum reicht weit in die Vergangenheit zurück. So wird der Vergleich zwischen dem 3. Quartal 2010 und dem 3. Quartal 2009 durch Entwicklungen vom Juni 2009 mitgeprägt – also vor nunmehr knapp eineinhalb Jahren. Grund hierfür ist der Basiseffekt.
Basiseffekt – bis Sommer 2010 positiv

Die Wachstumszahlen sind in der äusserst volatilen Vergangenheit seit 2008 stark durch Basiseffekte mitgeprägt worden. Aus Abbildung 3 wird ersichtlich, dass die Erholungsdynamik bis in den Sommer dieses Jahres durch einen positiven Basiseffekt überzeichnet worden war. Im 3. Quartal 2010 hat der Wind gedreht; der Basiseffekt wirkt nun negativ. Auch in der nahen Zukunft werden Basiseffekte einen negativen Einfluss auf die BIP-Wachstumsraten zum Vorjahr ausüben. Unseren aktuellen Berechnungen zufolge werden 2011 die Vorjahreszuwächse des BIP in sämtlichen vier Quartalen jeweils aus statistischen Gründen geringer ausgewiesen werden als sie es tatsächlich sein werden, was den Eindruck einer Wachstumsabschwächung noch verstärk en wird.
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Disclaimer
Dieses Dokument wurde vom Economic Research der Credit Suisse hergestellt und ist nicht das Ergebnis einer/unserer Finanzanalyse. Daher finden die “Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse” der Schweizerischen Bankiervereinigung auf vorliegendes Dokument keine Anwendung.
Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken. Die darin vertretenen Ansichten sind diejenigen des Economic Research der Credit Suisse zum Zeitpunkt der Drucklegung (Änderungen bleiben vorbehalten).
Die Publikation darf mit Quellenangabe zitiert werden. Copyright © 2010 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.


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