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Geopolitische Ereignisse als mögliche Bremser der Weltwirtschaft

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Als Folge der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Entwicklung in der arabischen Welt werden Gewinne auf Aktienpositionen mitgenommen. Der Abbau bei den Aktien erfolgt unter anderem zu Gunsten von Rohstoffen und norwegischen Obligationen.

Die Märkte stehen derzeit verstärkt unter dem Einfluss geopolitischer Ereignisse. In Anbetracht der Entwicklungen in Nordafrika und im Nahen Osten interessieren sich Anleger für Szenarien bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte. Zwar ist es eine Tatsache, dass das wirtschaftliche Gewicht von Nordafrika und der arabischen Halbinsel auch innerhalb der Schwellenländer gering ist. Die grossen Ölvorkommen in dieser Region führen jedoch in Krisenzeiten dazu, dass der Ölpreis bei den Marktteilnehmern in den Vordergrund rückt. Je nachdem, wie stark sich das Erdöl verteuert, erfolgt eine mehr oder weniger massive Flucht aus riskanten Anlagen in solche Assets, die als “sichere Häfen” gelten (z.B. Gold oder Staatsanleihen von Ländern mit bester Bonität). Eines der am häufigsten genannten Szenarien ist das Überschwappen der Unruhen auf Saudi-Arabien, das Land mit den grössten Ölvorkommen. Ein weiteres Negativ-Szenario sind Kriegshandlungen zwischen islamischen Staaten und Israel. In beiden Fällen wären die Auswirkungen auf den Ölpreis und damit auch auf die Finanzmärkte drastisch. Die Folgen könnten vergleichbar sein mit der Situation im August 1990, als irakische Truppen in Kuwait einmarschierten und den ersten Golfkrieg auslösten. Damals brach der Weltaktienmarkt um fast 30% ein, während die investierbaren Rohstoffe um rund 50% an Wert zulegten. Einem solchen Szenario messen wir eine Wahrscheinlichkeit von etwa 15% bei. Auf jeden Fall käme ein starker Anstieg des Ölpreises in einer Phase, in der sich die westlichen Volkswirtschaften nur langsam erholen. Zeichnet sich jedoch schon bald eine Entspannung der Lage ab, werden die grundsätzlich guten Konjunkturdaten und Firmenergebnisse wieder stärker ins Blickfeld der Anleger rücken.

Angesichts der Unsicherheiten reduziert Swisscanto das bisherige Übergewicht bei Aktien. Im Gegenzug verstärken wir das Engagement in CHF-Geldmarktpapieren, Obligationen und Rohstoffen. Bei den Obligationen werden auch gezielt norwegische Staatspapiere in der Währung NOK gekauft. Zusammen mit der Übergewichtung von Rohstoffen hat dies den Zweck, die Anlagen gegenüber einem starken Ölpreisanstieg teilweise abzusichern. Die Aktienmärkte insgesamt (MSCI World) sind gemäss unseren Bewertungsmodellen nur noch leicht unterbewertet. Aktien aus der Eurozone hingegen erachten wir nach wie vor als sehr günstig. Mehr Vorbehalte sind jedoch gegenüber Titeln aus den Emerging Markets angebracht, die bereits als teuer bezeichnet werden können. Bei den Anleihen legen wir Wert auf eine unterdurchschnittliche Duration und begrenzen dadurch die Verlustrisiken im Hinblick auf eine allgemeine Zinserhöhung. Wir bevorzugen weiterhin Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen. Bei Papieren von PIIGS-Staaten sind wir immer noch zurückhaltend, da keine glaubwürdige Lösung der Schuldenprobleme in diesen Ländern in Sicht ist. In unserer Währungsstrategie haben wir die “Rohstoff-Währungen” AUD, NZD sowie die skandinavischen Währungen NOK und SEK übergewichtet, während wir beim CHF, EUR und JPY eine vorsichtigere Haltung einnehmen.

Quelle: BONDWorld – Swisscanto


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