LGT Navigator: Die Finanzmärkte schwanken weiterhin zwischen einerseits Optimismus hinsichtlich einer erwarteten dynamischen Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie und andererseits der Sorge vor einem nachhaltig verstärkten Inflationsdruck und entsprechender Reaktion der Zentralbanken.
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Jüngste Aussagen von Seiten des Fed oder auch des deutschen Bundesbankchefs und EZB-Ratsmitglieds Weidmann scheinen darauf hinzudeuten, dass sich auch die Notenbankspitzen um den Inflationsausblick sorgen und eine Reduktion des geldpolitischen Stimulus zumindest zur Debatte stehen dürfte. Gestern publizierte positive Konjunkturdaten tragen zu dieser Annahme bei und sorgten für eine wieder verstärkte Rotation im Aktienuniversum.
In New York verbesserte sich der Dow Jones Industrial am Donnerstag um +0.41% auf 34’464.64 Punkte und der S&P 500 legte um +0.12% auf 4’200.88 Zähler zu. Dabei waren zyklische Aktien stärker gesucht als Technologiewerte, was an der Nasdaq zu Tagesverlusten führte. Der Nasdaq 100 gab in der Folge um -0.33% auf 13’657.85 Punkte nach. Gleichzeitig stabilisierte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 1.61%. Gestützt wurden die Zykliker im Dow und im S&P 500 durch einen durch positive US-Konjunkturdaten bestärkten Optimismus hinsichtlich einer weiteren Erholung der weltgrössten Volkswirtschaft. Unterstützt wird die von Zuversicht geprägte Haltung auch durch das erwartete Haushaltsbudget von US-Präsident Joe Biden. Dieses soll rund USD 6 Billionen betragen und auf Investitionen in die Infrastruktur, Bildung und die Gesundheitsversorgung fokussieren.
Auch in Asien setzte sich der positive Grundton heute fort. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ein solides Plus von rund +2%. In Hongkong legt der Hang Seng um etwa +0.75% zu, während der Shanghai Composite-Index einen etwas moderaten Gewinn von rund +0.3% ausweist. Der Blick auf die Futures-Märkte lässt auf einen positiven Auftakt an Europas Börsen schliessen.
US-Wirtschaft gewinnt zu Jahresbeginn an Dynamik
Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt expandierte im ersten Quartal des laufenden Jahres mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +6.4%, womit das Handelsministerium in Washington eine erste Schätzung bestätigte und die Erwartungen der Ökonomen in etwa traf. Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich damit gegenüber dem Schlussquartal 2020 beschleunigt. Im Q4 wurde eine annualisierte Wachstumsrate von +4.3% ausgewiesen.
Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich fort
Die wöchentlich gemeldeten Zahlen zu den erstmals gestellten Anträgen auf Arbeitslosenhilfe gingen in der Woche zum 22. Mai um 38’000 auf 406’000 Anträge zurück. Damit wiesen die «Initial Jobless Claims» den vierten Rückgang in Folge auf und erreichten den tiefsten Stand seit Beginn der Coronakrise.
EZB sollte ihre Geldpolitik den Inflationsaussichten anpassen
Nach Einschätzung von Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann muss die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik den Inflationsaussichten anpassen, wenn es der Preisausblick gebietet. Dabei dürfe die EZB auch keine Rücksicht auf die Finanzierungsbedürfnisse der Staaten nehmen. Weidmann warnte zudem davor, in Folge der Corona-Pandemie die Haushaltsregeln der EU in Frage zu stellen. Die Coronakrise dürfe nicht als Vorwand dienen, um die Fiskalregeln endgültig über Bord zu werfen. Eine zu rasche Straffung der Geldpolitik sei aber angesichts der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen nicht angezeigt, so Weidmann.
Konsumklima in Deutschland erholt sich
Einer aktuellen Umfrage des Nürnberger Instituts GfK zufolge haben sich die Konjunktur- und die Einkommenserwartungen deutscher Konsumenten aufgehellt. Der für Juni projizierte Indikator verbesserte sich von -8.6 auf -7.0 Punkte. Laut GfK sorgten die entspanntere Pandemielage und die Fortschritte der Impfkampagne für «konjunkturelle Aufbruchstimmung» und dürfte in der zweiten Jahreshälfte ein stärkeres Konsumklima zur Folge haben.
Bessere Stimmung italienischer Unternehmen und Verbraucher
Die vom Römer Statistikamt Istat monatlich erstellten Indikatoren zur Unternehmens- und Konsumentenstimmung haben sich im Mai deutlich verbessert. Das Geschäftsklimabarometer kletterte von 97.9 auf 106.7 Punkte und erreichte gar den höchsten Wert seit rund drei Jahren. Auch das Verbrauchervertrauensbarometer hellte sich spürbar auf, von 102.3 auf 110.6 Zähler, womit dieser Indikator wieder das Niveau vor Ausbruch der Pandemie erreichte.
Wirtschaftskalender 28. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Importpreise (Mai, J/J) | +6.9% |
| 08:45 | FR | BIP Q1 (Q/Q) | +0.4% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (Mai, J/J) | +1.6% |
| 09:00 | CH | KOF-Konjunkturbarometer (Mai) | 134.0 |
| 11:00 | EZ | Wirtschaftsstimmung (Mai) | 110.3 |
| 11:00 | EZ | Geschäftsklima (Mai) | 1.13 |
| 11:00 | EZ | Verbrauchervertrauen (Mai) | -5.1 |
| 14:30 | USA | Konsumausgaben (April, M/M) | +4.2% |
| 14:30 | USA | Persönliche Einkommen (April, M/M) | +21.1% |
| 15:45 | USA | Chicago Einkaufsmanagerindex (Mai) | 72.1 |
| 16:00 | USA | Konsumentenstimmung Universität Michigan (Mai) | 82.8 |
Unternehmenskalender 1. Juni
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Dell | Q1 |
| USA | Zoom Video | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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