LGT Navigator: Die amerikanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal stark gewachsen und profitiert von den robusten privaten Konsumausgaben.
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Die Aussichten sind weiterhin gut, doch die Ausbreitung der Delta-Variante sorgt für Unsicherheit. In der Eurozone notiert die Wirtschaftsstimmung auf einem Rekordhoch.
Die Rekordjagd an der Wall Street setzte sich am Donnerstag fort. Der S&P 500 gewann +0.4% auf 4419.15 Punkte und der Dow Jones Industrial avancierte ebenfalls +0.4% auf 35’084.53 Zähler. Beide Indizes verzeichneten im Handelsverlauf neue Intraday-Höchststände. Der Nasdaq Composite hinkte dem breiten Markt hinterher und legte +0.1% auf 14’778.26 Punkte zu. Gebremst wurde der Tech-Index unter anderem von Facebook. Die Aktien des sozialen Netzwerks büssten rund -4% ein, nachdem das Unternehmen ein schwächeres Wachstum im weiteren Jahresverlauf in Aussicht stellte.
Die Verschnaufpause an den asiatischen Märkten währte nur kurz. In Tokio verliert der Nikkei am Freitag -1.8%. Der Shanghai Composite notiert -1.1% schwächer und der Hang Seng in Hongkong gibt gar -2.5% nach. Einmal mehr standen Tech-Werte unter Druck, nachdem sie am Donnerstag die Verluste der Vortage eingegrenzt hatten. So stehen die Titel von Alibaba im Nachmittagshandel -5.5% tiefer und Tencent büsst -4% ein.
US-Wirtschaft brummt
Die amerikanische Wirtschaft hat ihre rasante Erholung im zweiten Quartal fortgesetzt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um +6.5% gewachsen, wie eine erste Schätzung des Handelsministeriums ergeben hat. Ökonomen hatten mit einem Plus von +8.5% gerechnet. Obschon das BIP-Wachstum etwas unter den Erwartungen blieb, hat die US-Konjunktur verglichen zum Jahresbeginn noch einmal leicht an Schwung gewonnen (Q1: +6.3%). Zudem liegt die Wachstumsrate über den Werten, die vor Ausbruch der Pandemie gemessen wurden und unterstreicht damit die rasante Wirtschaftserholung. Zum Aufschwung beigetragen haben die Lockerungsmassnahmen, die Impfungen sowie die Hilfspakete der Regierung: Die Kombination dieser Faktoren hat dazu geführt, dass die amerikanischen Konsumenten wieder auf Shoppingtour gehen und damit den Wirtschaftsmotor ankurbeln. Der private Konsum zählte denn auch zu den wichtigsten Wachstumstreibern im zweiten Quartal. Als Bremsklotz erwiesen sich die Bauinvestitionen, die geschrumpft sind. Das spiegelte sich auch in der Zahl der geplanten, aber noch nicht abgewickelten Hausverkäufe, die im Juni überraschend gefallen sind. Analysten erwarten, dass sich die Konjunktur auch in den kommenden Monaten stark entwickeln wird. Für einen Dämpfer könnten steigende Preise, knappe Rohstoffe oder die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sorgen.
Wirtschaftsklima in der Eurozone erreicht Rekordhoch
Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist so gut wie nie zuvor, wie ein Blick auf den Economic Sentiment Indicator (ESI) zeigt. Er ist im Juli verglichen zum Vormonat um 1.1 auf 119.0 Punkte gestiegen und notiert damit auf einem Rekordwert, wie die Europäische Kommission am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten lediglich einen Anstieg auf 118.2 Zähler erwartet. Der Index ist damit zum sechsten Mal in Folge gestiegen, allerdings hat sich das Wachstum abgeschwächt. Die einzelnen Sub-Indizes haben sich unterschiedlich entwickelt. So hat sich die Stimmung in der Industrie und im Dienstleistungssektor verbessert. Dagegen hat das Verbrauchervertrauen abgenommen und auch der Einzelhandel und die Bauwirtschaft sind weniger optimistisch als im Juni.
Gewinn für die SNB
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verzeichnet im ersten Halbjahr einen hohen Gewinn, der insbesondere der Wechselkursentwicklung zu verdanken ist. Für die Periode von Januar bis Juni 2021 weist die SNB einen Überschuss von CHF 43.5 Mrd. aus, wie sie am Freitag mitteilte. Bereits im ersten Quartal resultierte ein Gewinn von CHF 37.7 Mrd., im zweiten Quartal sind CHF 5.8 Mrd. dazu gekommen. Aufgeschlüsselt nach Positionen ergab sich bei den Fremdwährungen im Semester ein Gewinn von CHF 44.5 Mrd., während auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand ein kleiner Bewertungsverlust von CHF 1.4 Mrd. resultierte. Auf den Frankenpositionen erzielte die SNB ein Plus von CHF 0.6 Mrd.
Wirtschaftskalender 30. Juli
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 01:50 | JP | Industrieproduktion (M/M, Juni) | -6.5% |
| 11:00 | EZ | Bruttoinlandprodukt Q2 (J/J) | -1.3% |
| 11:00 | EZ | Verbrauchervertrauen (J/J, Juli) | +1.9% |
| 14:30 | USA | Konsumentenpreisindex (J/J, Juni) | +3.9% |
| 15:45 | USA | Chicago Einkaufsmanagerindex (Juli) | 66.1 |
| 16:00 | USA | Uni Michigan Verbrauchervertrauen (Juli) | 85.5 |
Unternehmenskalender 30. Juli
| Land | Unternehmen | Periode |
| ESP | BBVA | Q2 |
| FR | BNP Paribas | Q2 |
| CH | Holcim | Q2 |
| DE | Linde | Q2 |
| USA | Procter & Gamble | Q4 |
| FR | Schneider Electric | Q2 |
| CH | Swiss Re | Q2 |
| IT | Uni Credit | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
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