LGT Navigator: Die Bank of England hält vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik fest, definiert aber einen Fahrplan zum Ausstieg aus den Anleihenkäufen.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Anleger warten heute gespannt auf den amerikanischen Arbeitsmarktbericht, der weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank geben soll. Das amerikanische Handelsdefizit erreicht inzwischen Rekordwerte.
Die US-Börsen haben am Donnerstag kräftig zugelegt. Das Blue-Chip-Barometer S&P 500 hat +0.6% gewonnen und mit einem Schlusskurs von 4429.10 Punkten ein neues Allzeithöchst erreicht. Der Nasdaq Composite avancierte +0.8% auf 14’895.12 Punkte und verzeichnete damit ebenfalls eine neue Bestmarke. Der Dow Jones kletterte um +0.8% auf 35’064.25 und verfehlte das bisherige Höchst nur knapp.
Im Fokus steht am heutigen Freitag der monatliche Arbeitsmarktbericht, der Aufschluss darüber geben soll, wie schnell die Erholung der amerikanischen Konjunktur voranschreitet. Gemäss Bloomberg erwarten Ökonomen, dass die US-Wirtschaft nach einem Stellenzuwachs von 850’000 im Vormonat im Juli 870’000 neue Stellen geschaffen hat. Die Arbeitslosenrate soll gemäss der Prognose von 5.9 auf 5.7% sinken. Ein starker Arbeitsmarktbericht dürfte die Diskussion über den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank intensivieren. Notenbankchef Jerome Powell hatte am Mittwoch nach der Zinssitzung erklärt, dass sich die Beschäftigungslage verbessern müsse, bevor die Zentralbank den geldpolitischen Kurswechsel einleite.
An den asiatischen Börsen setzt sich der Zick-Zack-Kurs auch am letzten Handelstag der Woche fort. Der Nikkei gewinnt am Freitag +0.3%. In Hongkong notiert der Hang Seng mit -0.1% leicht schwächer und der Shanghai Composite verliert -0.4%.
BoE legt Tapering-Fahrplan fest
Die Bank of England (BoE) hält trotz steigender Inflation vorerst an ihrer expansiven Geldpolitik fest und hat den Leitzins am Donnerstag unverändert bei 0.1% belassen. Zudem hält sie am Volumen des laufenden Anleihenkaufprogramms von GBP 895 Mrd. fest. Die BoE geht weiterhin davon aus, dass die Teuerung nur vorübergehend erhöht bleiben wird und erwartet, dass sie bis Jahresende auf 4% klettern wird. Im Mai hatte sie noch einen Inflationsanstieg auf 2.5% prognostiziert. Im Juni haben die Konsumentenpreise verglichen zum Vorjahr um +2.5% angezogen – dabei handelte es sich um das stärkste Wachstum seit August 2018. Die Inflation liegt damit deutlich über dem Zielwert der Notenbank, der bei 2% liegt. Für den Preisauftrieb sorgen die Wirtschaftserholung sowie die knappe Verfügbarkeit von Rohstoffen. Die Währungshüter haben am Donnerstag aber auch signalisiert, dass sie eine Drosselung der Anleihenkäufe erwägen (Tapering). Der Fahrplan sieht vor, das Kaufvolumen zu verringern, wenn der Leitzins bei 0.5% steht. Zunächst sollen die Mittel aus auslaufenden Obligationen nicht mehr reinvestiert werden. Ein Verkauf der Bonds soll erst dann erwogen werden, wenn der Leitzins auf mindestens 1% gestiegen ist.
Im Vereinigten Königreich sind mittlerweile mehr als 70% der Erwachsenen vollständig geimpft und die Schutzmassnahmen sind inzwischen mehrheitlich aufgehoben worden. Die britische Wirtschaft hat den Konjunktureinbruch im Zuge der Coronakrise inzwischen fast wieder aufgeholt. Allerdings sorgt die Ausbreitung der Delta-Variante nun für neue Unsicherheit.
USA weisen rekordhohes Handelsdefizit aus
Das US-Handelsdefizit ist im Juni wegen steigender Importe auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Einfuhren haben die Ausfuhren um USD 75.7 Mrd. übertroffen, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit hat sich das Defizit gegenüber dem Vormonat um +6.7% ausgeweitet. Dabei sind die Warenimporte um +1.8% auf einen Höchstwert von USD 239.1 Mrd. gestiegen, da zahlreiche Unternehmen offenbar ihre Lager gefüllt haben, um die erwartete wachsende Kundennachfrage bedienen zu können. Die Exporte stiegen lediglich um +0.2%, erreichten aber ebenfalls einen Rekordwert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für die USA neu ein Wirtschaftswachstum von 7% in diesem Jahr. Im April lag die Prognose noch bei 4.6%.
Wirtschaftskalender 6. August
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Industrieproduktion (Juni) | -0.3% |
| 14:30 | USA | Stellenwachstum (non-farm payrolls) (Juli) | +662’000 |
Unternehmenskalender 6. August
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Allianz | Q2 |
| NL | ING Group | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



