LGT Navigator: Nachdem die US-Notenbank eine baldige Drosselung ihrer quantitativen geldpolitischen Massnahmen in den Raum gestellt hat,
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wurden mit Spannung die Richtungsentscheide weiterer wichtiger Zentralbanken erwartet. Während die Schweizerische Nationalbank und die Bank of England ihren bisherigen Kurs bestätigten, hob Norwegens Zentralbank ihren Schlüsselzins erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie an. Ins Zentrum rückt heute die Geschäftsklimaumfrage des Ifo sowie die am Wochenende anstehenden deutschen Bundestagswahlen.
An den Kapitalmärkten wurden die jüngsten Zentralbankentscheide gut aufgenommen und Anleger zeigten sich wieder risikofreudiger. Zur besseren Stimmung trug auch bei, dass sich die Angst vor einem Kollaps des chinesischen Immobilienriesen «Evergrande» zumindest für den Moment etwas beruhigt hat. Der Dow Jones Industrial legte am Donnerstag um +1.48% auf 34’764.82 Punkte zu und der S&P 500 ging mit einem Gewinn von +1.21% bei 4’448.98 Zählern aus dem Tagesgeschäft. Auch an der Tech-Börse Nasdaq legten die Indizes um rund ein Prozent zu. In Asien setzte sich der freundliche Trend an den meisten Aktienmärkten zum Wochenschluss fort.
In Europa rücken nun die am Wochenende anstehenden deutschen Bundestagswahlen in den Fokus. Da sich eine schwierige und längere Koalitionsbildung abzeichnet, dürfte der unmittelbare Einfluss der Deutschland-Wahl auf die Finanzmärkte aber gering sein.
SNB bestätigt ihren bisherigen Kurs
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bestätigte wie erwartet ihre Negativzinspolitik mit der Begründung, die Schweizer Wirtschaft in der Corona-Pandemie weiter zu stützen, Preisstabilität zu erreichen und den Franken im Griff zu behalten. Der Leitzins blieb demnach unangetastet bei -0.75%. In ihrem Inflationsausblick geht die SNB nun von einem leicht stärkeren Teuerungsdruck aus. Im laufenden Jahr wird mit einer Inflationsrate von +0.5% und für 2022 und 2023 von +0.7%, resp. +0.6% gerechnet. In ihrem Basisszenario geht die SNB davon aus, dass sich die solide Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen fortsetzen wird, jedoch werde die internationale Wirtschaftslage weiterhin durch die Pandemie geprägt.
Bank of England sieht noch keinen Spielraum
Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins ebenfalls bestätigt. Einerseits beliess sie ihren Schlüsselzins auf dem Rekordtief von +0.1% und andererseits bleibt auch das Anleihenkaufprogramm auf dem bisherigen Niveau von GBP 895 Milliarden unverändert. Der Entscheid, den Leitzins unverändert zu belassen, fiel einstimmig. Hingegen sprachen sich zwei Ratsmitglieder für eine sofortige Reduktion des QE-Kaufvolumens aus, mit der Begründung, dass ein unverändert hohes Volumen bei einer Inflation von über 3% die mittelfristigen Inflationserwartungen weiter in die Höhe treiben könnte.
Norwegens Zentralbank wagt ersten Zinsschritt
Die Norges Bank hat ihren Leitzins erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie um einen viertel Prozentpunkt auf +0.25% angehoben, was jedoch von den meisten Analysten erwartet worden war. Notenbankchef Oystein Olsen stellte zudem einen weiteren Zinsschritt im Dezember in Aussicht und verwies dabei auf die Normalisierung des Wirtschaftswachstums. Zudem kletterte die Inflationsrate in Norwegen zuletzt auf +3.4%. Die norwegische Krone stieg in der Folge gegenüber anderen wichtigen Währungen.
Türkische Zentralbank überrascht mit Zinssenkung
Auf dem falschen Fuss erwischte gestern die türkische Notenbank die Anleger. Sie senkte überraschend ihren Leitzins trotz der extrem hohen Inflation um einen ganzen Prozentpunkt auf +18%. Daraufhin geriet die türkische Lira massiv unter Druck und fiel zum US-Dollar auf ein Rekordtief. Die Türkei ist derzeit mit einer Inflationsrate von knapp 20% konfrontiert. Die Zentralbank stützt sich auf die tiefere Kernrate und sieht den verstärkten Inflationsdruck als nicht nachhaltig an.
Frühindikator für Euro-Wirtschaft signalisiert weitere Abschwächung
Der für die gesamte Privatwirtschaft zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) von IHS Markit fiel im September auf 56.1 Punkte von 59.0 im Vormonat zurück und deutet damit eine weitere Eintrübung der Unternehmensstimmung in der Eurozone an. Der Rückgang war damit deutlich stärker als erwartet – Konsens 58.5. Hintergrund seien die anhaltenden Lieferengpässen im Welthandel und Sorgen hinsichtlich der Delta-Variante. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson fasste zusammen: Die Besorgnis über angespannte Lieferketten und steigende Preise habe die Zuversicht vieler Unternehmen getrübt, sodass der Geschäftsausblick für das kommende Jahr nun auf den niedrigsten Stand seit Januar gesunken sei.
Wirtschaftskalender 24. September
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 10:00 | IT | Geschäftsklima (September) | 113.4 |
| 10:00 | IT | Konsumentenstimmung (September) | 116.2 |
| 10:00 | DE | Ifo-Geschäftsklima (September) | 99.4 |
| 16:00 | USA | Fed-Chef Powell Rede | |
| 16:00 | USA | Verkäufe neuer Häuser (August, M/M) | +1.0% |
Unternehmenskalender 28. September
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Hella | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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