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LGT Navigator: Konjunkturdaten aus China belasten den Wochenstart an den Börsen

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LGT Navigator: Stärker als erwartete Daten zum Konsum aus den USA sorgten an der Wall Street vor dem Wochenende für steigende Kurse.

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Zum Wochenstart drückten hingegen schwächer als erwartete Konjunkturdaten aus China die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Im Zentrum dürfte in dieser Woche weiterhin die Unternehmensberichtssaison stehen.

Der Dow Jones Industrial verbuchte am Freitag einen soliden Tagesgewinn von +1.09% und schloss bei 35’294.76 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich damit ein Zuwachs von +1.6%. Positive Impulse lieferten die neusten Umsatzzahlen der US-Einzelhandelsbranche sowie solide Ergebnisse der grossen US-Banken. Am Freitag vermochte auch die Investmentbank Goldman Sachs mit ihrem Quartalsergebnis zu überzeugen. Der breite S&P 500 legte gleichzeitig um +0.75% auf 4’471.37 Zähler zu und an der Technologiebörse Nasdaq stiegen die Indizes um rund +0.65%.

In Asien konnten die meisten Aktienindizes nicht von den positiven Vorgaben aus Übersee profitieren und notieren zum Wochenbeginn leichte Verluste. Hintergrund sind einerseits die latenten Inflationsängste und andererseits die aktuellen Konjunkturdaten aus China, die auf eine Abschwächung in der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft hindeuten. So hat der Aufschwung der chinesischen Wirtschaft im dritten Quartal vor dem Hintergrund der Energieknappheit und der Unsicherheiten im Immobiliensektor an Schwung verloren. Das BIP wuchs noch um +4.9% gegenüber dem Vorjahr, nach einem Rekordzuwachs von +18.3% im Q1 und +7.9% im Q2. Im Zeitraum von Januar bis September lag das Wachstum damit zusammengerechnet bei +9.8%.

Im Zentrum steht in dieser Woche weiterhin die soeben begonnene Unternehmensberichtssaison. Die Highlights sind u.a.: Kering und Netflix am Dienstag, Roche, IBM und Tesla am Mittwoch, ABB, SAP oder Intel am Donnerstag sowie Sika, Rieter, Renault oder American Express am Freitag.

Amerikanische Konsumenten geben mehr Geld aus

Der amerikanische Einzelhandel hat im September überraschend mehr eingenommen als erwartet. So sind die Umsätze gegenüber dem Vormonat um +0.7% gestiegen, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten mit einem Rückgang um -0.2% gerechnet. Insbesondere in Restaurant und Bars haben die Konsumenten mehr ausgegeben. Der Verkauf von Fahrzeugen ist dagegen geschrumpft. Die Autobranche leidet besonders stark unter den Lieferengpässen, die zu Einschränkungen der Produktion führen und landesweit für niedrige Lagerbestände bei Autohändlern sorgen. Die Umsatzdaten können von Monat zu Monat stark schwanken und reflektieren derzeit auch die steigenden Preise, da sie nicht um die Inflationsrate bereinigt werden. Das Konsumklima hat sich derweil eingetrübt. Der von der Universität Michigan erhobene Index für die Verbraucherstimmung ist im Oktober verglichen zum Vormonat um -1.4 auf 71.4 Punkte gefallen. Analysten hatten einen leichten Anstieg erwartet. Damit verharrt das Konsumklima auf niedrigem Niveau. Insbesondere die Verteuerung der Preise würde die Stimmung belasten, stellte die Erhebung fest.

Chinas Zentralbank bricht im Fall «Evergrande» ihr Schweigen

Chinas Zentralbank hat sich am Freitag erstmals zum hochverschuldeten Immobilienkonzern Evergrande geäussert. Die Auswirkungen der Krise auf das Finanzsystem seien kontrollierbar, hiess es im Statement der Notenbank. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, die Regierung in Peking habe die heimischen Grossbanken aufgefordert, die Vergabe von Immobilienkrediten zu erleichtern, um die Gefahr einer Ausweitung der Krise zu reduzieren. Der Immobiliengigant hat am 23. September die Zinszahlung auf einen in US-Dollar denominierten Bond ausgesetzt und damit Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. Weitere Zahlungsausfälle folgten seither. Bislang beschränkten sich die Auswirkungen der Schuldenkrise von Evergrande auf den chinesischen Immobilienmarkt, wo inzwischen weitere Immobilienunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten stecken. Evergrande ist derzeit der am höchsten verschuldete Konzern weltweit, mit Verpflichtungen von über USD 300 Mrd. Bald läuft eine dreissigtägige Frist ab, in der der Konzern die versäumten Zinszahlungen restrukturieren kann. Gelingt das nicht, droht diese Woche der Bankrott.

In Frankreich und Italien steigen die Preise weiter

Die Inflation in Frankreich ist im September erneut gestiegen. So haben sich die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um +2.7% verteuert, teilte das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mit. Im August betrug das Wachstum +2.4%. Grund für den Anstieg waren höhere Preise für Dienstleistungen und Energie, dagegen schwächte sich der Preisauftrieb von Industriegütern sowie von Lebens- und Genussmitteln etwas ab.

Auch in Italien setzt sich das Preiswachstum fort. Die Inflationsrate stieg im September gegenüber dem Vorjahr auf +2.9%, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Im August lag sie bei+2.5%. Neben höheren Energiepreisen müssen die Italiener auch für Lebensmittel und Alkohol, langlebige Güter sowie Dienstleistungen tiefer in die Tasche greifen.

Wirtschaftskalender 18. Oktober

MEZLandIndikatorLetzte Periode
15:15USAIndustrieproduktion (September, J/J)+5.95%
16:00USANAHB-Wohnungsmarktindex (Oktober)+76.0

Unternehmenskalender 18. Oktober

LandUnternehmenPeriode
NLPhilipsQ3
USAAppleProduktpräsentation
USAState StreetQ3

Quelle: BondWorld.ch


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