LGT Navigator: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet ihren geldpolitischen Kurs bestätigt und sowohl die Leitzinsen als auch die Modalitäten der Wertpapierprogramme sowie die «Forward Guidance» unverändert belassen.
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EZB-Präsidentin Lagarde betonte erneut, dass die Notenbank von einem «nur» temporären Anstieg der Inflation ausgehe und sich die Wirtschaftserholung fortsetzen sollte.
An Europas Börsen wurde der Zinsentscheid der EZB gut aufgenommen und der EuroStoxx 50 schloss mit einem Tagesgewinn von +0.31% bei 4’233.87 Punkten. Damit näherte sich der europäische Leitindex dem im September erreichten Hoch seit 2008 an.
An der Wall Street standen die Quartalsberichte weiterhin im Mittelpunkt. An der Nasdaq verzeichneten die Indizes erneut Rekordwerte. Der Dow Jones Industrial legte zum Vortag um +0.68% auf 35’730.48 Punkte zu und der marktbreite S&P 500 ging knapp ein Prozent höher bei 4’596.42 Zählern aus dem Tagesgeschäft. Der Nasdaq 100 legte den vierten Tag in Folge zu, gewann am Donnerstag +1.15% und schloss bei 15’778.16 Punkten. Für Aufmerksamkeit sorgte einerseits Facebook mit der Umbenennung des Konzerns in «Meta» sowie Apple, dessen Aktie nach Börsenschluss um rund -5% nachgab. Der iPhone-Hersteller hat im vierten Geschäftsquartal bei geringer als erwarteten iPhone-Verkäufen die Umsatzprognosen des Marktes verfehlt. Zudem warnte Apple vor Herausforderungen wegen der Unterbrechungen in den Lieferketten.
EZB bekräftigt ihren Inflationsausblick
«Wir gehen davon aus, dass die Inflation in nächster Zeit weiter ansteigt, dann aber im Laufe des nächsten Jahres wieder zurückgeht», so Notenbankchefin Christine Lagarde. Damit bekräftigte sie die bisherige Einschätzung, dass der erhöhte Inflationsdruck lediglich temporärer Natur sein wird. Im September erreichte die Teuerungsrate im Euroraum mit +3.4% den höchsten Stand seit 13 Jahren. Gleichzeitigt geht EZB-Präsidentin Lagarde davon aus, dass sich die Euro-Wirtschaft weiterhin kräftig erholt, auch wenn die Dynamik aufgrund des Material-, Ausrüstungs- und Arbeitskräftemangels etwas nachgelassen habe. Die weitere Erholung hänge aber weiterhin vom Verlauf der Pandemie und den weiteren Fortschritten bei den Impfungen ab. Insgesamt beschreibt die EZB die Risiken für den Konjunkturausblick in der Eurozone als «weitgehend ausgewogen».
Leicht verbesserte Wirtschaftsstimmung im Euroraum
Im Oktober signalisiert der Economic Sentiment Indicator (ESI) der EU-Kommission erneut eine Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftsstimmung in der Eurozone. Der Indikator kletterte im aktuellen Berichtsmonat um 0.8 auf 118.6 Punkte. Analysten waren hingegen von einem Rückgang auf 116.7 Punkte ausgegangen. Besonders deutlich hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor auf.
Inflation in Spanien so hoch wie seit 29 Jahren nicht mehr
In Spanien sind die Lebenshaltungskosten im Oktober auf Jahressicht um +5.5% gestiegen, der stärkste Anstieg der Teuerungsrate seit 1992. Hintergrund sind wenig überraschend die gestiegenen Energiepreise.
Bank of Japan korrigiert Konjunkturprognosen
Die japanische Zentralbank stellte gestern anlässlich ihrer geldpolitischen Standortbestimmung ihre neusten Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsentwicklung vor. Vor dem Hintergrund der Probleme in den globalen Lieferketten geht die Bank of Japan (BoJ) nun von einem BIP-Wachstum im laufenden Fiskaljahr (bis Ende März 2022) von +3.4% aus (bisher +3.8%). Andererseits korrigierte die Notenbank ihre Projektion für das Jahr 2022/23 nach oben: von +2.7% auf +2.9%. In ihrem Inflationsausblick geht die BoJ nun davon aus, dass die Kernverbraucherpreise im laufenden Fiskaljahr stagnieren (bisher +0.6%) und im darauffolgenden Jahr um +0.9% (unverändert) steigen werden. Damit bleibt der Wert deutlich unter dem langjährigen Inflationsziel der Zentralbank von zwei Prozent.
Mit Spannung erwarteter UN-Klimagipfel
Am Sonntag beginnt in Glasgow der 26. Klimagipfel der Vereinte Nationen. Gefordert wird, dass die Staaten ihre Klimaziele verschärfen und konkretisieren. Ob jedoch konkrete Umsetzungsschritte vereinbart werden können, bleibt dahingestellt – insbesondere in Anbetracht der akuten Energiekrise in vielen Ländern. Stärkere Klimaschutzbemühungen könnten vor allem Aktien von Unternehmen mit Fokus auf erneuerbare Energien unterstützen.
Wirtschaftskalender 29. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:30 | FR | BIP Q3 (Q/Q) | +1.1% |
| 08:00 | JP | Importpreise (September, J/J) | +16.5% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +2.7% |
| 09:00 | CH | KOF-Konjunkturbarometer (Oktober) | 110.6 |
| 09:00 | SP | BIP Q3 (Q/Q) | +1.1% |
| 09:00 | AUT | BIP Q3 (Q/Q) | +3.6% |
| 10:00 | DE | BIP Q3 (Q/Q) | +1.6% |
| 11:00 | EZ | BIP Q3 (Q/Q) | +2.2% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +3.4% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +1.9% |
| 11:00 | IT | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +2.9% |
| 14:30 | USA | Konsumausgaben (September, M/M) | +0.8% |
| 15:45 | USA | Chicago-Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 64.7 |
| 16:00 | USA | Konsumentenstimmung Universität Michigan | 71.4 |
Unternehmenskalender 29. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Holcim | Q3 Umsatz |
| CH | Swiss Re | Q3 |
| DE | Daimler | Q3 |
| FR | BNP Paribas | Q3 |
| FR | Air France-KLM | Q3 |
| IT | Eni | Q3 |
| SP | BBVA | Q3 |
| AUT | OMV | Q3 |
| DK | Danske Bank | Q3 |
| GB | Natwest | Q3 |
| US | Exxon Mobil | Q3 |
| US | Chevron | Q3 |
| US | Colgate-Palmolive | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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