LGT Navigator: Die Aktienbörsen sind dynamisch in die neue Woche gestartet und an der Wall Street wurden einmal mehr neue Rekordmarken aufgestellt.
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Heute dürften sich die Anleger vor dem Zinsentscheid des Fed am Mittwoch aber etwas vorsichtiger zeigen. Unterdessen könnte der Entscheid der australischen Notenbank ihre Geldpolitik zu straffen, durchaus Signalwirkung entwickeln. Aktuelle Einkaufsmanagerindizes aus den USA, Grossbritannien und China bestätigten zwar einen nach wie vor intakten Wachstumstrend im Industriesektor, verdeutlichen jedoch auch die bestehenden Lieferketten- und Materialprobleme. Heute folgen nun auch die Einkaufsmanagerumfragen aus dem Euroraum.
Der Dow Jones Industrial schaffte es im frühen Handel kurz über die Marke von 36’000 Punkten, verlor dann aber im Tagesverlauf etwas an Schwung. Zum Schluss stand der Dow bei 35’913.84 Punkten (+0.26%). Auch der S&P 500 setzte die Rekordjagd zunächst fort, konnte dann aber die Gewinne nicht vollends halten und schloss +0.18% höher bei 4’613.67 Zählern. An der Nasdaq setzte sich die Rekordserie ebenfalls fort. Vor dem morgen Abend anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank dürften sich die Börsianer nun zunehmend zurückhalten.
In Asien tendierten die meisten Börsenindizes, nach einem teilweise fulminanten Wochenstart, heute leicht negativ, was die Zurückhaltung der Anleger vor den nun anstehenden Zinsentscheiden spiegeln dürfte.
Australiens Zentralbank strafft ihre Geldpolitik – Signalwirkung?
Die Reserve Bank of Australia sieht sich angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks gezwungen zu handeln und gibt ihr während der Pandemie eingeführtes Programm zur Steuerung der Zinskurve auf. Damit ist Australiens Zentralbank eine der ersten grossen Zentralbanken, die gegen den Anstieg der Inflation vorgeht. RBA-Gouverneur Philip Lowe meinte: «Die Entscheidung, das Renditeziel aufzugeben, spiegelt die Verbesserung der Wirtschaft und die früher als erwarteten Fortschritte in Richtung des Inflationsziels wider». Während die RBA ihre Kontrolle über die Renditekurve lockerte, signalisierte sie jedoch auch, dass sie es nicht eilig habe, die kurzfristigen Zinssätze zu erhöhen, und versprach, sie so lange beizubehalten, bis die Inflation nachhaltig in ihrem Zielbereich von 2-3% liegt.
US-Industrie bleibt trotz Lieferengpässen gemäss ISM auf Wachstumspfad
Die Aktivität im amerikanischen Industriesektor hat sich im Oktober zwar moderat verlangsamt, jedoch signalisiert der wegen seiner starken Korrelation zur Gesamtwirtschaft viel beachtete ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) weiterhin einen soliden Wachstumstrend. Der PMI gab leicht von 61.1 auf 60.8 Punkte nach, während Analysten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 60.5 Zähler gerechnet hatten.
Britische Industrie leicht optimistischer
Der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit für Grossbritanniens Industriesektor verbesserte sich im Oktober um 0.7 auf 57.8 Punkte. Die Lage bleibe aber angesichts der Probleme in den weltweiten Lieferketten angespannt, erklärte das Institut. Mit über 50 Punkten bleibt aber auch die britische Industrie auf einem Wachstumspfad.
Neuerliche Lockdowns und Versorgungsengpässe belasten Chinas Industrie
Die aktuellen Einkaufsmanagerindizes aus China lassen auf eine relativ schwache Wachstumsdynamik im Industriesektor schliessen. Zwar hat sich die Stimmung bei kleinen und mittelgrossen Industriebetrieben der Umfrage des chinesischen Wirtschaftsmagazins «Caixin» im Oktober wieder etwas verbessert, jedoch deutet der PMI mit einem Wert von 50.6 Punkten (Vormonat 50.0) auf eine eher schwache konjunkturelle Dynamik hin. Zudem zeigte der staatliche Einkaufsmanagerindex, der grosse und staatlich dominierte Industriekonzerne fokussiert, im Oktober eine Abschwächung des PMI von 49.6 Punkten im September auf 49.2 Zähler. Belastet werden die Unternehmen einerseits durch die Probleme in den globalen Lieferketten, Materialknappheit sowie Stromengpässe und andererseits durch neuerliche Lockdowns aufgrund lokaler Covid-19-Ausbrüche.
Wirtschaftskalender 2. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:30 | CH | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +0.9% |
| 09:15 | SP | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 58.1 |
| 09:45 | IT | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 59.7 |
| 09:50 | FR | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 53.5 |
| 09:55 | DE | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 58.2 |
| 10:00 | EZ | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) | 58.5 |
Unternehmenskalender 2. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Adecco | Q3 |
| DE | Fresenius | Q3 |
| AUT | Erste Group Bank | Q3 |
| AUT | ams Osram | Q3 |
| NL | DSM | Q3 |
| GB | BP | Q3 |
| GB | Standard Chartered | Q3 |
| USA | Pfizer | Q3 |
| USA | Amgen | Q3 |
| USA | DuPont | Q3 |
| USA | T-Mobile US | Q3 |
| USA | Mondelez International | Q3 |
| US | Conoco Phillips | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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