LGT Navigator : Die Angst vor einer neuen Coronavirus-Variante sorgte ausgerechnet am «Black Friday» für einen Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten, respektive für eine Flucht in sichere Werte.
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Noch bleibt unklar wie gefährlich die neue Virus-Variante «Omikron» wirklich ist, jedoch wurden bereits mehrere Fälle in verschiedenen europäischen Ländern nachgewiesen. Bis mehr Klarheit herrscht, wird dies angesichts der ohnehin wieder deutlich angespannteren Pandemiesituation im Laufe der Woche weiterhin für eine anhaltende Unsicherheit und erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten sorgen.
Am Freitag sorgte die Meldung der neuen Coronavirus-Variante «Omikron» aus Südafrika für Aufregung und einen Absturz an den Börsen. Die Sorge besteht, dass die Variante aufgrund einer ungewöhnlich hohen Zahl von Mutationen ansteckender sein könnte und auch den Schutz der Impfstoffe durchdringen könnte. In New York, wo aufgrund des langen Thanksgiving-Wochenendes nur ein verkürzter Parketthandel stattfand, brach der Dow Jones Industrial am Freitag zeitweise um knapp -3% ein und schloss mit einem Tagesverlust von -2.53% bei 34’899.34 Punkten. Auf Wochensicht verlor der Dow damit rund -2%. Der breite S&P 500 gab bis zur Schlussglocke um -2.27% auf 4’594.62 Punkte nach und an der Nasdaq schlossen die Indizes rund -2% tiefer. Gefragt waren andererseits als sicher geltende Vermögenswerte wie Staatsanleihen, Gold, US-Dollar, japanischer Yen oder Schweizer Franken.
Auch in Europa sorgte die Corona-Variante für grosse Verunsicherung und einen Ausverkauf – der Euro STOXX 50 verlor am Freitag -4.74% und ging bei 4’089.58 Zählern ins Wochenende. Damit verbuchte der europäische Leitindex in der vergangenen Woche einen Verlust von rund -6%. Vor allem Aktien aus der Reisebranche brachen ein, nachdem einige Länder bereits neue Reiseeinschränkungen angekündigt hatten. Der europäische Branchenindex STOXX Europe 600 Travel & Leisure brach um fast -9% ein und fiel damit auf den tiefsten Stand seit knapp einem Jahr zurück.
In Asien setzten die Aktienindizes ihren negativen Trend vom Freitag fort, wobei die meisten Börsen ihre Tagesverluste zu Wochenbeginn etwas eindämmen konnten.
WHO untersucht neue Coronavirus-Variante und G7 beraten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte «Omikron» als besorgniserregend und untersucht nun inwieweit die Variante Folgen für die Diagnostik, Impfungen und insbesondere die Übertragbarkeit hat. Es werde aber «ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat», hiess es von Seiten der WHO. Ein Merkmal von «Omikron» ist bisher, dass die Variante ungewöhnlich viele Mutationen aufweist und daher hoch ansteckend sein könnte. Der US-Pharmakonzern und Impfstoffhersteller Pfizer erwartet eigenen Aussagen zufolge, innerhalb von zwei Wochen zu wissen, ob «Omikron» gegen den aktuellen Impfstoff resistent ist.
Um die aktuellen Entwicklungen zu diskutieren, hat Grossbritannien für heute Montag ein ausserplanmässiges Treffen der Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) einberufen.
EZB wird handeln, falls Inflation doch dauerhaft hoch bleibt
EZB-Präsidentin Christine Lagarde unterstrich, dass die Notenbank handeln werde, «wenn wir erkennen, dass die Inflation auf mittlere Sicht, dauerhaft und nachhaltig unser Ziel von zwei Prozent erreicht – also nicht nur für eine kurze Zeit – dann können auch die Zinsen wieder steigen». Die EZB geht aber laut Lagarde derzeit nach wie vor davon aus, dass der Anstieg der Inflation nicht von Dauer sein und im nächsten Jahr wieder abkühlen wird.
Deutsche Unternehmen werden laut Ifo starke Preiserhöhungen weitergeben
Gemäss einer aktuellen Studie des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo planen viele Firmen in Deutschland, die Preise kräftig zu erhöhen und teilweise an die Konsumenten weiterzugeben – ein potenzieller Treiber für die Inflation. Die Preiserhöhungen seien über alle Wirtschaftszweige zu beobachten. Hintergrund sei der kräftige Preisschub bei Vorprodukten und Rohstoffen. Das Ifo erwartet, dass die Inflationsrate bis Ende dieses Jahres bis auf knapp +5% steigen und auch im kommenden Jahr noch spürbar über +3% liegen wird. Im Schnitt sollte die Inflationsrate in Deutschland im laufenden Jahr +3% betragen und im nächsten Jahr 2.5-3%.
Wirtschaftskalender 29. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 09:00 | ESP | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +4.0% |
| 10:00 | IT | Erzeugerpreise (Oktober, J/J) | +13.3% |
| 11:00 | EZ | Wirtschaftsstimmung (November) | +118.6 |
| 11:00 | EZ | Geschäftsklima (November) | +1.78 |
| 11:00 | EZ | Konsumentenvertrauen (November) | -6.8 |
| 14:00 | DE | Verbraucherpreise (November) | +4.6% |
| 16:00 | USA | Ausstehende Hausverkäufe (Oktober, M/M) | -2.3% |
Unternehmenskalender 30. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| FR | Schneider Electric | Q3 |
| GB | Easyjet | Jahreszahlen |
| SWE | Volvo Cars | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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