LGT Navigator : Die amerikanische Zentralbank (Fed) wird heute Abend ihren geldpolitischen Richtungsentscheid bekannt geben und an der folgenden Pressekonferenz ihre neusten Konjunkturprognosen erläutern.
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Das Fed gerät wegen des zuletzt deutlich gestiegenen Inflationsdrucks zunehmend unter Zugzwang. Notenbankchef Powell muss einerseits dem fragilen Inflationsausblick Rechnung tragen und andererseits die Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Pandemieentwicklung sowie die Auswirkungen der weltweiten Lieferkettenprobleme berücksichtigen.
Im Vorfeld des richtungsweisenden Entscheids der US-Notenbank heute um 20:00 Uhr (MEZ) gab der Dow Jones Industrial am Dienstag um -0.3% auf 35’544.18 Punkte nach und auch der S&P 500 fiel um -0.75% auf 4’634.09 Zähler zurück. Noch kräftiger waren die Verluste bei den zinssensiblen Technologiewerten. An der Nasdaq gaben die Indizes zwischenzeitlich um mehr als -2% nach und schlossen rund -1% tiefer als am Vortag. Hintergrund ist die Erwartung, dass das Fed die bereits gestartete Drosselung (Tapering) der quantitativen Massnahmen (QE) angesichts des starken Inflationsdrucks beschleunigen wird und damit auch eine schnellere Zinswende einleiten könnte. Dies würde die wachstumsorientierte und von günstigen Finanzierungsbedingungen abhängige Technologiebranche besonders hart treffen. An Asiens Börsen zeigte sich am Mittwochmorgen ein ähnliches Bild und auch in Europa dürften die Aktienmärkte vor dem Entscheid des Fed von Zurückhaltung geprägt sein.
Die aktualisierten Prognosen der US-Notenbank zur Wirtschafts-, Inflations- und Zinsentwicklung könnten eine frühere und stärkere Erhöhung des Leitzinses signalisieren, womit erste Zinserhöhungen schon ab Mitte 2022 zu erwarten wären.
US-Erzeugerpreise deuten auf anhaltenden Teuerungsschub hin
In den USA sind die Preise auf Produzentenebene im November stärker als erwartet gestiegen. Auf Jahressicht erhöhten sich die Erzeugerpreise um +9.6%, womit die höchste Steigerungsrate seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2010 registriert wurde. Im Vergleich zum Vormonat legte das Preisniveau um +0.8% zu (Konsens +0.5%). Beachtenswert ist zudem der Anstieg der Kernrate, also ohne Berücksichtigung der Energiepreise, die auf Jahressicht +6.9% und auf Monatsbasis +0.7% betrug (Konsens +0.4%). Die Erzeugerpreise fliessen teilweise und mit Verzögerung in die Verbraucherpreise ein.
Erholung der deutschen Wirtschaft verschiebt sich laut Ifo ins Jahr 2023
Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat angesichts der anhaltenden Lieferengpässe und der vierten Corona-Welle die Konjunkturprognosen nach unten korrigiert. Der Einschätzung des Ifo zufolge wird die deutsche Wirtschaft demnach im Jahr 2022 im Schnitt um +3.7% zulegen. Damit fällt die Prognose deutlich tiefer aus, als noch im Herbst mit +5.1% vorausgesagt. Das Ifo erwartet, dass sich die Wirtschaftserholung aus den genannten Gründen nach hinten verschiebt und es stellt dementsprechend für das Jahr 2023 ein stärkeres Wachstum von +2.9% (bisher +1.5%) in Aussicht. Die Prognose für das laufende Jahr beliess das Ifo bei +2.5%. Ifo-Präsident Clemens Fuest betonte, dass die Massnahmen gegen die Pandemie die Wirtschaft nicht belasten, sondern im Gegenteil schützten, weil sie die Krise verkürzten. Ein Verzicht auf die Einschränkungen würde die Wirtschaftslage noch schlimmer machen. Hinsichtlich der Inflationsentwicklung rechnet das Ifo mit einer Teuerungsrate im laufenden Jahr von +3.1% und einem Anstieg auf +3.3% im nächsten Jahr. Schon im Jahresverlauf 2022 gehen die Konjunkturexperten aber von einem Rückgang der Inflation aus und erwarten 2023 eine wieder deutlich moderatere Teuerungsrate von +1.8%.
Wirtschaftskalender 15. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Verbraucherpreise (November, J/J) | +4.2% |
| 08:00 | GB | Erzeugerpreise (November, J/J) | +8.0% |
| 09:00 | ESP | Verbraucherpreise (November, J/J) | +5.6% |
| 10:00 | IT | Verbraucherpreise (November, J/J) | +4.0% |
| 14:30 | USA | Einzelhandelsumsätze (November, M/M) | +1.7% |
| 14:30 | USA | NY Fed Empire State Industrieindex (Dezember) | +30.9 |
| 20:00 | USA | FOMC Zinsentscheid | 0.0-0.25% |
| 20:00 | USA | Fed Konjunktur- und Zinsprognosen | |
| 20:30 | USA | Fed Pressekonferenz |
Unternehmenskalender 15. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Roche | |
| DE | Metro | Jahreszahlen |
| IT | Generali | Investorentag |
| SWE | H&M | Q4 Umsatz |
| DK | Vestas | Kapitalmarkttag |
Quelle: BondWorld.ch
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