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Amundi : SVB-Kollaps Kein systemisches Risiko

Amundi : SVB-Kollaps Kein systemisches Risiko – Anleger sollten Vorsicht walten lassen – Chinesischer Aktienmarkt relativ unberührt.

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Von Monica Defend, Leiterin des Amundi Institute, Vincent Mortier, Amundi CIO, und Matteo Germano, stv. Amundi CIO.


Insolvenz der Silicon Valley Bank (SVB) – US-Regionalbanken unter Druck: Das Scheitern der SVB war hauptsächlich auf die mangelnde Kongruenz zwischen Aktiva und Passiva zurückzuführen, die zu Verlusten aus dem Verkauf von Qualitätsanleihen führte, die angesichts der gestiegenen Renditen mit Verlusten gehandelt wurden.

Fed-Intervention gegen Liquiditätsengpass: Die Fed reagierte, indem sie ein Bank Term Funding Program aufstellte, um Kreditgebern, die hochwertige Wertpapiere wie US-Treasuries, Agency Debt und hypothekenbesicherte Wertpapiere verpfänden, Kredite (von bis zu einem Jahr) anzubieten und so Liquidität zu schaffen. Diese Vermögenswerte werden zum Nennwert bewertet. Auch wenn es etwas dauern wird, bis das Vertrauen völlig wiederhergestellt ist, war diese Ankündigung ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Heftige Marktreaktionen: Die Anleihemärkte waren extrem volatil mit aussergewöhnlichen Renditeschwankungen vor allem bei 2-jährigen US-Treasuries, mit dem grössten Eintages-Rückgang seit 1982. Auch die Aktienmärkte wurden abverkauft, insbesondere im Bankensektor, einschliesslich Europa. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die starke Korrektur hier vor allem auf Gewinnmitnahmen nach der starken Wertentwicklung seit Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Analogie zu Lehman? Der Ausfall der SVB belastet zwar den Markt, ist jedoch eher ein idiosynkratisches als ein systemisches Problem. Im Vergleich zur Lehman-Krise ist die Bank nicht so stark fremdfinanziert, hat kein grosses Engagement in Derivaten und keine relevanten globalen Verbindungen. Dieses Ereignis unterstreicht jedoch die Notwendigkeit, die Auswirkungen höherer Zinssätze sorgfältig zu bewerten, insbesondere wenn es um nicht systemrelevante Finanzinstitute und einige andere Nichtbanken-Finanzinstitute geht, für die es an strenger Regulierung mangelt.

Bankensektor: Europa in besserer Verfassung: Seit der Finanzkrise sind die grossen systemrelevanten Banken gut kapitalisiert und stark reguliert. Generell bevorzugen wir grosse gegenüber kleinen Banken. Insbesondere in Europa befindet sich der Sektor im Vergleich zur damaligen Krise in einer weitaus besseren Verfassung. Wir sehen hier keine Risiken wie die, denen der US-Regionalbankensektor ausgesetzt ist, da das Durationsrisiko besser gemanagt wird und strengere regulatorische Anforderungen bestehen. Bei der Beurteilung von Perspektiven für Banken konzentrieren wir uns hier stärker auf die Ertragsentwicklung. Die SVB-Pleite unterstreicht auch, wie wichtig Selektivität ist.

Auswirkungen auf die Zentralbankpolitik: Wir glauben, dass die Fed weiterhin entschlossen sein wird, die Inflation zu bekämpfen. Sie wird aber auch die Auswirkungen der aktuellen Krise und ihre potenziellen Nebenwirkungen berücksichtigen müssen. Das Makroszenario bleibt fragil und die Gesamtbewertung ist nicht einfach, angesichts der verzögerten Wirkung geldpolitischer Massnahmen auf die Wirtschaft. Eine Verschärfung von Finanzbedingungen infolge der SVB-Krise könnte dazu führen, dass die Fed weniger aggressiv agiert, als noch vor einer Woche erwartet und die EZB könnte dazu gezwungen sein, ihren geldpolitischen Kurs zu überdenken. Trotzdem: die Marktbewegungen waren extrem und wir glauben, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, gegen die Fed zu agieren, da die Inflation ein Schlüsselfaktor bleibt, den es zu beobachten gilt.

Markteinschätzung: Vorsicht ist weiter geboten – China-Aktien könnten Chancen bieten: Insgesamt bestätigen wir unsere vorsichtige Haltung, da die inversen Renditekurve darauf hindeuten, dass einige Friktionen auftreten könnten. Wir bleiben in Bezug auf Aktien und Hochzinsanleihen vorsichtig, mit einem regional diversifizierten Ansatz, einschliesslich eines Engagements in chinesischen Aktien, die vom Epizentrum der jüngsten Turbulenzen stärker isoliert zu sein scheinen.

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 14.03.2023 [Veröffentlichung des Researchs]. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

Quelle: AdvisorWorld.ch


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