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Anziehende Inflation in den USA

Unternehmensgewinne auch im Q2 rückläufig….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die amerikanische Wirtschaft scheint nach dem verhaltenen ersten Quartal wieder an Schwung aufzunehmen. Dies legen die Ende letzter Woche veröffentlichten Daten zu den Detailhandelsumsätzen nahe. Deren starker Monatsanstieg von 1.3% im April wurde zwar deutlich von gestiegenen Benzinpreisen begünstigt. Aber auch die anderen Konsumausgaben konnten zu Beginn des zweiten Quartals wieder stärker zulegen. Zusammen mit der ebenfalls angezogenen Inflation, welche im April auf eine Jahresrate von 1.1% angestiegen ist (2.1% ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmittel) und den ebenfalls verbesserten Industrieproduktionsdaten dürften damit jene Stimmen zusätzlich Aufwind erhalten, welche eine weitere Leitzinserhöhung für Juni unterstützen. Das jüngste Fed-Protokoll zeigte, dass eine Mehrheit der FOMCMitglieder bei einer Beschleunigung des US-Wachstums im zweiten Quartal eine Zinserhöhung im Juni für angemessen hält. An den Terminmärkten sind die Erwartungen entsprechend deutlich nach oben geschnellt. Die implizierte Wahrscheinlichkeit für einen Juni-Zinsschritt liegt jedoch erst bei rund 30%, und auch wir gehen davon aus, dass die Fed am nächsten Meeting noch nicht an der Zinsschraube drehen wird – auch wegen der Unsicherheit vor der danach anstehenden “Brexit”-Abstimmung in Grossbritannien.

Nur schon von Spekulationen über eine geldpolitische Straffung ist man diesseits des Atlantiks indessen noch weit entfernt. Und dies obschon sich die Eurozone auf einem zwar moderaten aber nach wie vor intakten Erholungspfad befindet. So dürfte der vorläufige Einkaufsmanager-Index für die Währungsunion nächste Woche zwar keine zunehmende Dynamik anzeigen, aber weiterhin spürbar oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten notieren. Zugpferd bleibt dabei Deutschland: Während in Frankreich der nicht enden wollende Kampf um moderate Arbeitsmarktreformen die weiter auf sich warten lassenden Strukturreformen unterstreichen und die Konjunktur nicht richtig in Gang kommt, befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem soliden Zustand, angetrieben nicht wie früher durch dynamische Exporte, sondern basierend auf einer starken Binnennachfrage.

Doch diese insgesamt robusten Konjunkturindikatoren in Europa und in den USA täuschen nicht über die ernüchternde Gewinnsituation bei den Unternehmen hinweg. Die Firmen des amerikanischen S&P 500 Indexes etwa mussten bereits im Schlussquartal 2015 einen Gewinnrückgang von rund -6% hinnehmen. Und für Q1 fallen die Ertragszahlen noch enttäuschender aus: Bei den 469 Unternehmen, welche bereits Zahlen geliefert haben (94% aller im S&P 500 gelisteten Firmen), beträgt der aggregierte Gewinnrückgang -8.4%. Noch düsterer sieht es an den europäischen Börsen aus. Beim Eurostoxx 50 etwa liegt der Gewinnrückgang im Q1 – die Ergebnisse zweier Unternehmen sind noch ausstehend – bei rund -17%. Damit an den Aktienmärkten nachhaltige Kursavancen gerechtfertigt wären, müsste sich der Trend bei den Unternehmensgewinnen deutlich in die andere Richtung drehen. Die nächste Runde im griechischen Schuldenpoker sowie das “Brexit”-Referendum  bergen zusätzliches Unruhepotential für die Aktienmärkte. Zudem erscheint der Aufwind durch die gestiegenen Ölpreise limitiert. Denn erstens ist die Korrelation zwischen Aktien und Ölnotierungen deutlich höher bei sinkenden als bei steigenden Rohölpreisen, und zweitens ist die aktuelle Öl-Rally mehr einem Zusammenfallen verschiedener Angebotsstörungen geschuldet und weniger auf fundamentale Veränderungen zurückzuführen.

Die möglichen Unruhen für die Eurozone sind nicht zuletzt auch für EUR/CHF von Bedeutung. Gegenwärtig vermag sich der Franken gegenüber dem Euro zwar über 1.10 zu halten, sollte der CHF jedoch wieder stark aufwerten, hat SNBPräsident Jordan erneut die Bereitschaft bekräftigt, am Devisenmarkt zu intervenieren. Die nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden Sichteinlagen inländischer Banken werden erneut Aufschluss darüber geben, ob und wie stark die Schweizerische Nationalbank beim aktuellen Wechselkurs erneut aktiv geworden ist, nachdem die Sichteinlagen seit Mitte April leicht rückläufig waren. Ebenfalls im Fokus stehen hierzulande nächste Woche die Zahlen zur Handelsbilanz und Industrieproduktion. Wie in den letzten zehn Jahren dürfte auch für April ein Handelsbilanzüberschuss resultieren. Dieser Exportüberschuss ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Denn die Exporte werden zum allergrössten Teil durch die Ausfuhren pharmazeutischer Produkte gestützt.

Quelle: BONDWorld.ch


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