BNY Mellon Investments : Steigende Renditen, vermehrte Ertragsmöglichkeiten und ein zunehmend vorteilhaftes Marktumfeld sind gute Argumente für Investitionen an den globalen Kreditmärkten.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
Von Shaun Casey, Portfoliomanager bei Insight Investment (BNY Mellon Investments)
Nach einem Anstieg der globalen Inflation im Anschluss an die Pandemie und, als Reaktion darauf, einer Reihe von geldpolitischen Zinsanhebungen sind die Märkte nun unschlüssig, wann Zentralbanken wie die Federal Reserve in den USA ihre nächsten Schritte unternehmen und in welche Richtung sie führen werden.
Im Moment scheinen die Zentralbanken ein Zinsplateau erreicht zu haben, wobei manche von ihnen moderate Zinssenkungen umsetzen. Im Juni setzte die Europäische Zentralbank die erste Zinssenkung seit fünf Jahren um, und auch die Bank of Canada nahm eine Senkung um 25 Basispunkte. Die neue, weniger aggressive Zinspolitik könnte eine gute Nachricht für Anleger am Anleihenmarkt sein: Wir gehen davon aus, dass die Zentralbanken im Hinblick auf Zinssenkungen künftig wahrscheinlich eher proaktiv handeln als zu reagieren; dies könnte sich für Anleger am Anleihenmarkt als positiv erweisen. Aus historischer Sicht stellen lange Pausen bei den Zinserhöhungen, insbesondere bei den Leitzinsen der Fed, in der Regel ein positives Umfeld für die Renditen sowohl von Aktien als auch von Anleihen dar.
Marktdivergenzen
In diesem Konjunkturumfeld erscheinen die globalen Kreditmärkte laut Casey immer attraktiver. Sowohl die steigenden Renditen, die zur Ertragsgenerierung beitragen können, als auch die Divergenzen zwischen den regionalen Märkten und die vergleichsweise niedrigen Ausfallraten sind seiner Einschätzung nach positive Signale für die weitere Entwicklung des Sektors. Die Chancen auf dem globalen Kreditmarkt waren in den letzten zehn Jahren nie besser und wir sehen eine starke Nachfrage nach dieser Anlageklasse vonseiten ganz verschiedener Anleger, darunter auch Multi-Asset-Manager. Einer der Schlüsselfaktoren für diese Nachfrage ist der Renditeanstieg, der vielen Anlegern in einem zunehmend günstigen Umfeld für die Kreditspreads aktienähnliche Renditen auf ihre Anleihen einbrachte.
In Bezug auf Divergenzen ist festzustellen, dass – global gesehen – nicht alle internationalen Wirtschaftsräume gleich gestrickt sind. Und da eine potenzielle geldpolitische Wende bevorsteht, entstehen unseres Erachtens Relative-Value-Chancen in einer Reihe von Märkten, deren Wirtschaftsleistung und zinspolitischen Kurse auseinanderlaufen. Aktive Fondsmanager sind auch gut positioniert, um neue Chancen auszunutzen, die sich aus der erhöhten Volatilität infolge der gestiegenen Unsicherheit in einem weltweit wichtigen Wahljahr ergeben. Auf der politischen Ebene ist dieses Jahr angesichts der ausgesprochen vielen Wahltermine in aller Welt immens wichtig. Insbesondere vor dem Hintergrund der US-Präsidentschaftswahl im November stehen den Märkten einige unvorhersehbare Entwicklungen bevor. All dies hat das Potenzial, die Ungewissheit und die Marktvolatilität anzuheizen.
Globaler Ansatz
In diesem volatilen Umfeld kann ein globaler Ansatz echte Vorteile bringen, denn er hilft Anlegern beim Umgang mit eher regionalen und länderspezifischen Problemen oder Krisen. Eine globale Ausrichtung kann umfassendere, vielfältigere Chancen eröffnen als eine engere Konzentration auf spezifische Märkte. Regionale wirtschaftliche Turbulenzen wie die Krise am britischen Gilt-Markt im Jahr 2022, die europäische Staatsschuldenkrise oder der Einbruch des chinesischen Immobilienmarkts sind Szenarien, die die meisten Anleger vermeiden wollen. Mit einem globalen Ansatz verfügen sie über die dafür notwendige Flexibilität.
Was das Ausfallrisiko betrifft, so ist der Ausblick für Investment-Grade-Unternehmensanleihen im Grossen und Ganzen als günstig einzuschätzen, es ist jedoch zugleich vor allzu grossem Hochmut an den Märkten zu warnen. Durch den Aufwärtstrend bei den Zinsen und der Inflation, der einsetzte, nachdem die Zentralbanken als Reaktion auf die Weltfinanzkrise die Zinsen extrem stark gesenkt hatten, hat eine gewisse Normalisierung stattgefunden und das Umfeld ist für Anleihen wieder günstiger geworden. Allerdings kommt es weiterhin zu Ausfällen.
Auch wenn das Konjunkturumfeld zum Grossteil freundlich erscheint und die Renditen risikoreicher Anlagen im letzten Quartal sehr positiv waren, könnte an den Märkten schnell wieder Unruhe entstehen. Manche denken vielleicht wirklich: ‚Dieses Mal geht es anders aus.‘ Das könnte aber die gefährlichsten Wörter im Anlagebereich sein!
Marktresilienz
Es gibt jedoch gute Gründe, um potenziellen Ausfällen gelassener entgegenzublicken. Die starken Unternehmensbilanzen, die verbesserten Kreditvergabestandards und die Lektionen aus der Weltfinanzkrise führen zu einer gewissen Entspannung an den Kreditmärkten.
Auf Sektorebene finden sich für Anleger am Anleihenmarkt im Bankensektor einige besonders vielversprechende Chancen. Obwohl es im vergangenen Jahr verschiedene aufsehenerregende Probleme im Bankensektor gab – insbesondere bei kleineren US-Regionalbanken –, unterliegt der Sektor nach Caseys Einschätzung einer immer besseren Regulierung und könnte ausgewählten Anlegern erheblichen Mehrwert bieten. Die Probleme im Bankensektor letztes Jahr nicht systemisch, sondern beruhten eher auf spezifischeren Faktoren, beispielsweise kurzfristigen Managementproblemen. Nach unserem Dafürhalten ist es den Regulierungsbehörden und der Branche seit der Weltfinanzkrise grundsätzlich gelungen, das Bankwesen viel sicherer und weniger risikoreich als früher zu machen. Die Banken sind in einer guten Verfassung, der Sektor hat einige wirklich starke Chancen und die Bewertungen innerhalb des Sektors sind immer noch relativ günstig.
Quelle: InvestmentWorld
Newsletter





