Noch wird für Euroraum-Aktien 20 Prozent Dividendenrendite erwartet, trotz des Kursanstiegs zu Jahresbeginn. Im Rentenbereich haben High Yield und Emerging-Market-Anleihen noch Potenzial……
In den vergangenen drei Jahren war die Performance von Renten und Aktien gleichermassen beeindruckend. Die Geldpolitik sorgte für niedrige Zinsen und stützte die Aktienmärkte. Seit Jahresbeginn aber liegen Aktien eindeutig vorn, ungeachtet der Unsicherheit in Bezug auf Griechenland und der anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Dank Quantitative Easing der Europäischen Zentralbank (EZB) und des deutlich verbesserten Konjunkturausblicks führt an Euroraum-Aktien zurzeit kein Weg vorbei. Obligationen aus der Eurozone gilt es hingegen zu meiden.
Aufschwung im Euroraum
Für die US-Wirtschaft war 2014 ein hervorragendes Jahr. Trotz des steigenden Dollars werden auch die kommenden Monate für die USA positiv sein. „Die Erholung am Arbeitsmarkt und der deutliche Benzinpreisrückgang stützen den Konsum“, sagt Vincent Hamelink, CIO der Candriam Investors Group. „Dieses Jahr dürfte die US-Wirtschaft um etwa 3 Prozent wachsen.“ Der Euroraum erholt sich unterdessen, weil die Regierungen endlich weniger sparen und der fallende Ölpreis den Konsum fördert. Der wichtigste Grund für die Erholung liegt aber in der Euro-Abwertung, die gut für den Export ist. Für dieses Jahr rechnet Candriam mit 1,5 Prozent Wachstum für die Eurozone, für 2016 sogar mit 2 Prozent.
Die Notenbanken geben den Ton an
Die Konjunktur normalisiert sich allmählich. Nach wie hängt aber viel von der Politik der Notenbanken ab, die die Zinsen auf historischen Tiefstständen lassen und die nötige Liquidität bereitstellen. Die EZB und die japanische Notenbank gleichen das Ende der Anleihekäufe des Fed im vergangenen Jahr mehr als aus. „Immer mehr Notenbanken sind von einer Nullzinspolitik zu negativen Zinsen übergegangen“, meint Candriam. „Dies hatte enorme Auswirkungen auf die Rentenmärkte, wo nur sehr langlaufende Titel noch mehr als 1 Prozent Rendite bieten.“
Währungsdiversifikation
Die Rentenmärkte stehen am Scheideweg. Zu keinem Zeitpunkt waren europäische Obligationen so teuer. Das Wertpapierankaufprogramm, das die EZB vor einer Woche begonnen hat, fällt mit einer insgesamt restriktiven Fiskalpolitik zusammen. All dies führt zu grösseren Verzerrungen am europäischen Rentenmarkt. Die Ertragsaussichten sind schlecht: 80 Prozent der Titel bieten mittlerweile weniger als 1 Prozent Rendite. Für Anleger, die sich nicht auf den Euroraum beschränken, gibt es aber noch immer viele Chancen. „Bei Staatsanleihen sorgt die Diversifikation des Portfolios mit norwegischen, australischen und polnischen Titeln weiter für Ertrag“, sagt Nicolas Forest, Global Head of Fixed Income bei Candriam. „Und dies gilt umso mehr, da die Notenbanken dieser Länder ihre Zinsen weiter senken könnten.“
Emerging Market- und High Yield-Anleihen bieten Chancen
Emerging-Market-Anleihen bieten in den nächsten Monaten zwar nach wie vor die Aussicht auf fast 5 Prozent Ertrag, doch könnten sie kurzfristig unter der Normalisierung der US-Geldpolitik leiden. „Wer hier Chancen nutzen will, muss die Einzelwerte sorgfältig auswählen. Dollar-denominierte Papiere aus Kasachstan und Sri Lanka bieten nach wie vor fast 6 Prozent Rendite“, meint Nicolas Forest. Die EZB beschränkt sich zwar auf Staatsanleihekäufe, aber Unternehmensanleihen werden trotzdem zunehmend beliebter. Einige Hybridanleihen bieten noch immer attraktive Renditen, zumal sich ihre Fundamentaldaten verbessern. Ausserhalb des Euroraums haben amerikanische High-Yield-Anleihen sogar noch mehr Potenzial, auch weil viele US-Unternehmen Euro-denominierte Anleihen begeben wollen.
Euroraum-Aktien profitieren vom Aufschwung der Unternehmensgewinne
Trotz der guten Performance der zurückliegenden drei Jahre haben Aktien weiterhin Potenzial. Liquidität und Wirtschaftswachstum könnten für weitere Kursgewinne sorgen, zumal die Bewertungen attraktiv geblieben sind. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu Obligationen, deren Renditen so niedrig sind wie nie. Am Euroraum führt dabei kein Weg vorbei. Europäische Aktien profitieren von der im Vergleich zu den USA grösseren Dynamik und der Aussicht auf eine stärkere Erholung der Unternehmensgewinne, auf die der Aufschwung grosse Auswirkungen hat. „Ein bis zwei Prozent reales Wirtschaftswachstum lassen die Kurse um über 10 Prozent steigen“, so Koen Maes, Global Head of Asset Allocation. „Gut für die Gewinne von Unternehmen des Euroraums ist auch die schwache Währung.“ Hinzu kommt, dass die für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne der MSCI Europe-Unternehmen, gemessen an den Gewinnerwartungen für die USA, heute so niedrig sind wie seit Beginn dieses Jahrtausends nicht mehr.
Dax und Small Caps sind aussichtsreich
Um vom Konjunkturaufschwung und der Euro-Abwertung zu profitieren, empfiehlt es sich, in den DAX zu investieren. „Deutsche Unternehmen profitieren am stärksten vom schwachen Euro, da sie über 56 Prozent ihrer Umsätze ausserhalb Europas erzielen“, heisst es bei Candriam. „Hinzu kommt, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX deutlich attraktiver ist als das des Vergleichsindex MSCI. Ausserdem enthält der Index keine Energiewerte.“ Aber auch mit Small Caps können Anleger stark an der Erholung im Euroraum partizipieren. Die relative Performance niedrigkapitalisierter Werte gegenüber dem Gesamtmarkt hängt sehr vom Geschäftsklima ab. Zurzeit befinden sich die Einkaufsmanagerindizes im Aufwind. Small Caps profitieren vom Aufschwung auch durch ein höheres Gewinnwachstum. Sie sind zwar volatiler, aber dafür wachsen ihre Gewinne im Aufschwung stärker.
Source: AdvisorWorld.ch
Newsletter





