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Chinas BIP legt weiter kräftig zu

US-Detailhandel enttäuscht im Q1…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Konjunktursorgen an den Aktienmärkten sind aktuell weniger akut als noch in den Monaten zuvor. Insbesondere die Wachstumsängste um China haben sich verringert. Die chinesischen Export- und Industriezahlen haben nach einem schlechten Jahresauftakt zuletzt keine weitere Abschwächung gezeigt. Insgesamt blieb die Wachstumsverlangsamung der Wirtschaft damit auch im Q1 in geordneten Bahnen. Das BIPWachstum gegenüber Vorjahr schwächte sich lediglich von 6.8% auf 6.7% ab. Neben dem robusten Privatkonsum stabilisieren insbesondere die staatlichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte die Konjunktur. Dies dürfte auch in den kommenden Monaten das Wachstum stützen. Nichtsdestotrotz ist Chinas Wirtschaft unverändert mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Das zeigt sich z.B. am Immobilienmarkt, wo nächste Woche die Häuserpreise für März zur Veröffentlichung anstehen. Die Zinssenkungen der Notenbank und die Lockerung der Kriterien für die Hypothekenvergabe haben in den letzten Monaten in den grössten Metropolen des Landes zu rasanten Preisanstiegen von bereits hohen Niveaus aus geführt. Der Angebotsüberhang bei den Immobilien ist indes weiterhin hoch und dürfte gemäss Internationalem Währungsfonds die chinesische Bauaktivität noch auf Jahre hinaus belasten.

Auch in den USA sind die Wachstumssorgen nicht mehr so gross wie zu Jahresbeginn. Die Unternehmensstimmung in der Industrie hat sich dank schwächerem US-Dollar und steigendem Ölpreis aufgehellt. Dies wird auch durch das aktuelle Beige Book bestätigt, also die Einschätzung der regionalen Geschäftskontakte der Fed. Gemäss deren Beurteilung ist das Wirtschaftswachstum stabil und dank robustem Arbeitsmarkt seien in mehreren Landesteilen beschleunigte Lohnzuwächse zu beobachten.

Die jüngsten Daten zur US-Konjunktur fielen allerdings gemischt aus. Die nominalen Detailhandelsumsätze sind im März gesunken und liegen damit unter dem Niveau vom Ende 2015, was auf eine enttäuschende BIP-Entwicklung im Q1 hindeutet. Der private Verbrauch zeigt sich bereits seit letztem Herbst wenig schwungvoll. Da die Beschäftigung weiter steigt, genau wie die Einkommen der Haushalte, gehen wir zwar weiterhin

von einer Erholung des Konsums aus. Neben den weltwirtschaftlichen Risiken macht der schwache Jahresauftakt des Detailhandels eine baldige Zinserhöhung durch die USNotenbank jedoch unwahrscheinlich. Der geringe Inflationsdruck drängt die Fed derweil nicht zur Eile. Der zuletzt auf Monatsbasis überraschend starke Anstieg bei der Kerninflation hat sich im März nicht fortgesetzt und die Gesamtteuerungsrate fiel von 1.0% auf 0.9%.

In der Eurozone wiederum haben sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen im März ebenfalls aufgehellt. Der Rückgang der Unternehmensstimmung zu Jahresbeginn war wohl zu einem grossen Teil auf die Finanzmarktturbulenzen zurückzuführen. Von der Binnennachfrage gibt es weiterhin keine Anzeichen für eine nachlassende Dynamik. Der Composite Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im April sollte nächste Woche daher im Rahmen des Vormonats bleiben und somit weiterhin ein moderates Wirtschaftswachstum signalisieren. Die Kreditvergabe in Euroraum kommt jedoch trotz niedrigen Kreditzinsen nach wie vor nicht in Schwung. An die EZB-Ratssitzung von nächsten Donnerstag sind dennoch keine grossen Erwartungen geknüpft, da bereits im März weitreichende Massnahmen beschlossen wurden, die erst nach und nach umgesetzt werden.    

Insgesamt stehen nächste Woche wie jede Monatsmitte relativ wenige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Für Marktimpulse dürfte daher vor allem die angelaufene USBerichtssaison sorgen. Die wenigen bisher vorliegenden Unternehmensergebnisse zeigen ein durchmischtes Bild und bestätigen damit, dass sich die Prognosen für einen leichten Gewinnrückgang des Gesamtmarktes als zu optimistisch erweisen könnten.

Im Marktfokus steht aktuell auch das für kommenden Sonntag anberaumte Treffen von OPEC-Staaten mit Russland. Spekulationen wonach es zu einer Einigung über eine Begrenzung der Ölförderung auf das Januar-Niveau geben könnte, haben dem Ölpreis in den letzten beiden Wochen Auftrieb verliehen und auch die Aktienmärkte unterstützt. Doch auch mit einer Einfrierung auf dem Januar-Niveau bleibt das grosse Überangebot an Erdöl bestehen. Wir erachten das weitere Aufwärtspotential für die Ölnotierungen daher als limitiert.  

 Quelle: BONDWorld.ch


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