US-Stellenzuwachs von rund 200‘000 erwartet…
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Die Unternehmensstimmung in der Eurozone fiel im Februar klar unter den Erwartungen aus. Die Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern geht nicht spurlos an der europäischen Export- und Industriedynamik vorbei. Auch der vorübergehend kräftige Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar dürfte im Februar die Einkaufsmanagerindizes beeinträchtigt haben. Insgesamt signalisieren die Niveaus der Unternehmensumfragen aber weiterhin keine merkliche Wachstumsabkühlung. Zudem dürfte die Stimmung auch durch den starken Rückgang der Aktienkurse in der ersten Monatshälfte getrübt worden sein. Hinweise dafür liefern die deutschen und französischen Geschäftsklimaindizes. Die Unternehmen bewerten die eigene Lage optimistischer als im Vormonat, obwohl sie die allgemeinen Konjunkturaussichten schlechter einschätzen. Nichtsdestotrotz bestätigt die jüngste Datenrunde die gestiegenen Wachstumsrisiken vor denen die EZB warnt. Die Notenbank geht zwar von einer stabilen Entwicklung des Privatkonsums aus, befürchtet aber aufgrund der wenig dynamischen Weltwirtschaft negative Folgen für den europäischen Aussenhandel. Damit hat die Wahrscheinlichkeit neuer EZBMassnahmen an der nächsten Ratssitzung vom 10. März nochmals zugenommen. Angesichts des seit Jahresbeginn deutlichen Rückgangs der Inflationserwartungen war an den Terminmärkten eine weitere Zinssenkung noch tiefer in den negativen Bereich bereits eingepreist. Die Erwartungen für eine erneute Lockerung werden sich kaum wieder zurückbilden, denn nächste Woche dürfte die Februar-Inflation auf 0.1% fallen und den anhaltend schwachen Preistrend bestätigen.
Die US-Inflation lag letzte Woche leicht über den Prognosen. Die Konsumentenpreise legten im Januar um 1.3% gegenüber Vorjahr zu; die Kerninflation um 2.2%. Bei letzterer überraschten die auf Monatsbasis erstmals seit längerem wieder angestiegenen Güterpreise. Setzt sich dieser Anstieg weiter fort, wäre dies ein wichtiges Anzeichen für einen steigenden Inflationstrend. Ein Datenbericht reicht jedoch nicht aus, um eine Trendwende feststellen zu können. Die Markterwartungen zur Inflation verharren daher auf sehr niedrigem Niveau, zumal laut Umfragen auch die Unternehmen nicht mit einem steigenden Inflationstrend rechnen, bzw. kaum Preiserhöhungen planen. Im Mittelpunkt steht für die US-Notenbank aktuell ohnehin vielmehr die Frage, wie stark die schwache Industrieentwicklung und die Aktienkorrektur das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt weiter bremsen. Dazu werden die Einkaufsmanagerindizes und der Arbeitsmarktbericht nächste Woche neue Hinweise liefern. Bei den PMIs wird ein leichter Anstieg erwartet. Die Aktienturbulenzen könnten die Einschätzung der Einkaufsmanager beeinflussen, ähnlich wie dies bei der Konsumentenstimmung der Fall war. Diese hat sich im Februar zwar verschlechtert, blieb aber auf hohem Niveau, nicht weit vom letztjährigen Durchschnitt. Damit bleiben die Perspektiven für den Konsum weiter intakt, nachdem der private Verbrauch zu Jahresbeginn klar zulegte, was auf ein gutes BIP-Ergebnis im Q1 hoffen lässt. Auch die Prognose für den Arbeitsmarkt zeigt nach einem vergleichsweise schwachen Vormonat mit einem erwarten Stellenplus von rund 200‘000 nach oben. Die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe haben sich in den letzten Wochen wieder verringert, was auf einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt hindeutet. Unabhängig davon, ob die Markterwartung erfüllt wird, dürfte die USNotenbank aber noch weitere Daten abwarten, bis ausreichend Gewissheit über die Lage der Wirtschaft besteht. Eine Zinserhöhung an der FOMC-Sitzung vom 16. März steht daher nicht auf der Agenda.
Auch in der Schweiz werden nächste Woche mit dem KOFKonjunkturbarometer und dem Einkaufsmanagerindex Frühindikatoren veröffentlicht. Daneben folgt auch das BIPWachstum für das Schlussquartal 2015. Wir erwarten ein kleines Quartalsplus. Der starke Franken ist weiterhin eine grosse Belastung, hat aber nicht zum befürchteten Einbruch geführt, weder in der Tourismusbranche noch im Exportsektor.
Schliesslich werden auch die chinesischen Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Allfällige negative Überraschungen dürften die Hoffnung auf zusätzliche vor allem fiskalpolitische Massnahmen der Regierung noch stärker wecken, insbesondere so kurz vor dem Beginn der jährlichen Tagung des Nationalen Volkskongresses. Eine negative Marktreaktion für den Fall dass die PMIs enttäuschen, ist daher nicht vorprogrammiert.
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