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EZB dürfte Geldpolitik weiter lockern

SNB-Interventionen wahrscheinlich…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Auch wenn es die EZB-Spitze letzte Woche tunlichst vermieden hat, im Vorfeld des Zinsentscheides von nächster Woche zu hohe Erwartungen zu wecken, gehen die Markterwartungen von einer neuerlichen Senkung des Einlagezinssatzes von derzeit -0.3% auf -0.4% aus. Denn auch wenn die Energiepreise angesichts einer möglichen Übereinkunft der Ölförderer zuletzt etwas angezogen haben, bleibt die Inflationsrate in der Währungsunion massgeblich unter dem anvisierten Zielwert von knapp 2%. Hinzu kommt, dass sich die Konjunkturindikatoren in der Eurozone zuletzt deutlich wieder deutlich eingetrübt haben, was die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Öffnung der monetären Schleusen zusätzlich erhöht. Obschon bereits die bisherige Liquiditätsflutung nicht die gewünschte Wirkung erzielte und die Geschäftsbanken immer deutlicher ihren Unmut über den Strafzins kundtun, dürfte dies Mario Draghi nicht davon abhalten, die Zinsen weiter in den negativen Bereich zu treiben.

Eine abermals ausgeweitete Geldpolitik dürfte in der Folge auch den Druck auf die SNB erhöhen, zusätzliche Massnahmen zur Verhinderung einer weiteren Aufwertung des Frankens zu ergreifen. Denn die Schweizer Währung ist gegenüber dem Euro jüngst wieder spürbar erstarkt und handelt mittlerweile wieder deutlich unterhalb der Marke von 1.10. Damit ist der CHF weiterhin überbewertet mit den entsprechenden Belastungen für die Schweizer Wirtschaft. Diese zeigte sich zwar in Anbetracht des Frankenschocks erstaunlich widerstandsfähig (siehe Fokus Seite 2), hat aber gegenüber dem Vorjahr drastisch an Schwung verloren.

Der faktische Spielraum der SNB bei der Bekämpfung des starken Franken ist angesichts des bereits schon rekordtiefen Einlagezinssatzes von -0.75% jedoch beschränkt. Dementsprechend ist zu erwarten, dass das Nationalbank-Direktorium sehr zurückhaltend sein wird, was eine erneute Senkung der Zinsen betrifft. Viel eher dürfte die Schweizer Währungshüter weiterhin versuchen, den Druck auf den CHF durch verstärkte Devisenmark-Interventionen zu reduzieren, wie sie dies zuletzt wieder in erhöhtem Umfang vorgenommen hat. Demzufolge dürfte die nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden Sichteinlagen der inländischen Banken bereits zum wiederholten Mal eine deutliche Ausweitung anzeigen.

Neben der SNB-Politik ist in der Schweiz das Augenmerk vorerst auf die Veröffentlichung der Februar-Arbeitslosenquote gerichtet, die vor allem durch den anhaltenden Gegenwind für die Schweizer Industrie geprägt sein dürfte. So wurde in der ausgehenden Woche erneut Stellenstreichungen im Industriesektor bekannt. Wir rechnen in diesem Umfeld mit einem geringfügigen Anstieg der Arbeitslosenquote von 3.4% auf 3.5% – mit leicht steigender Tendenz bis zum Jahresende.

Ein Indiz dafür, wie stark die grösste Volkswirtschaft der Eurozone von erhöhten Abwärtsrisiken betroffen ist, liefern die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für den Monat Januar. In die beiden letzten Monate des vergangenen Jahres hatte der Indikator etwas überraschend in den negativen Bereich gedreht. Die Aussichten für die deutschen Unternehmen sehen wir jedoch weiterhin als robust an und gehen für das laufende Jahr von einem Wachstum aus. Wir rechnen mit einer Aufhellung bei der deutschen Industrieproduktion und einem entsprechenden Wachstum von 1%.

Alles andere als aufgehellt präsentiert sich die Lage für die japanische Wirtschaft, deren annualisierte Schrumpfung im Schlussquartal 2015 nächste Woche sogar noch nach unten revidiert werden dürfte. Mit einer Wirtschaft im Rückwärtsgang, einem Kurszerfall des Nikkei sowie weiterhin nicht oder kaum vorhandener Inflation muss damit endgültig ein Scheitern von Abenomics konstatiert werden. Dennoch dürfte die japanische Notenbank die expansive Geldpolitik nicht nur fortführen sondern weiter ausweiten.

Herausfordernd bleibt die Situation ebenfalls für die Wirtschaft Chinas. Die chinesischen Unternehmungen melden weiterhin schwache Export-Aufträge, weshalb die Februar-Zahlen zu den chinesischen Ausfuhren erneut deutlich im negativen Bereich liegen dürften. Die Märkte haben sich jedoch mittlerweile an die Verlangsamung des chinesischen Wachstums gewöhnt, weshalb sie auch erneut schlechte Export-Daten nicht beeindrucken dürften.

Quele: BONDWorld.ch


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