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Federated Hermes: Chinas Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft

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Federated Hermes: Angesichts der strengen Regulierungsmaßnahmen, der Zahlungsunfähigkeit von Evergrande und der Energiekrise, die die Regierung zu einer Gratwanderung zwischen hohen Emissionen und Energieknappheit veranlasst, steht China unter verstärkter Beobachtung der Anleger.

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Von Kunjal Gala, Global Emerging Markets Portfolio Manager bei Federated Hermes


Allerdings: hierbei empfiehlt sich eine längerfristige Perspektive. Diese zeigt, dass ein moderates Wachstum China zu einer nachhaltigen Zukunft führen könnte.

Würde man Anleger fragen, wie Fortschritt in Schwellenländern aussieht, so wären die Antworten einhellig: Eindämmung der Korruption, Verbesserung der Regierungsführung, stärkere und strengere Umweltstandards, weniger Monopole, Förderung von Innovationen und ein höherer Lebensstandard für alle. In all diesen Bereichen hat China unter der Regierung Xi Jinping Fortschritte gemacht.

Seit 2012 hat Xi Jinping ein hartes Vorgehen gegen korruptionsverdächtige Beamte der Partei, der Regierung, des Militärs und staatseigener Unternehmen eingeleitet, das zu einer Reihe von Ermittlungen und Strafverfolgungen geführt hat. In diesem Jahr nahm Chinas staatliche Behörde für Marktregulierung Technologieunternehmen mit Antimonopolvorschriften ins Visier. Auch wenn China derzeit mit einem schwierigen Energiedilemma konfrontiert ist: wir können die Anstrengungen nicht leugnen, die unternommen wurden, um umweltschädigende Industrien ins Visier zu nehmen und sich ehrgeizige Ziele zu setzen. Das große Ziel: Als einer der weltweit größten Verursacher von Treibhausgasemissionen eine Netto-Nullbilanz zu erreichen.

Die zwei Seiten der Medaille

Die Aktienmärkte könnten diesen zügigen regulatorischen Schub fürchten, weil sie kurzfristige Gewinne bevorzugen. Aber: Anleger sollten jene kurzfristige Perspektive überdenken und stattdessen das Gesamtbild im Blick behalten. Chinas Ansatz und die Geschwindigkeit, mit der die regulatorischen Rahmenbedingungen umgesetzt wurden, hätten behutsamer sein können. Aber die unter Xi Jinping unternommenen Schritte gehen in die richtige Richtung, um ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu schaffen und die Ziele zur Anhebung des Lebensstandards für die Bevölkerung zu erreichen.

Ein langsameres Wachstum ist unvermeidlich, sollte aber nicht unbedingt gefürchtet werden. Denn: Ein moderates Wachstum bedeutet eine geringere Verschuldung und verhindert Zusammenbrüche – wie den von Evergrande, Chinas zweitgrößtem Immobilienunternehmen, das derzeit vor dem Bankrott steht und seine Schuldner nicht auszahlen kann. Aus globaler Sicht bedeutet ein langsameres Wachstum, dass weniger Ressourcen verbraucht werden, die ansonsten teuer und umweltschädlich wären. Hierbei wird nun jede Maßnahme als dringender und entscheidender Schritt in Richtung Netto-Null-Ziel angesehen.

Die von China ergriffenen Maßnahmen werden wahrscheinlich auch von anderen Ländern unternommen werden. Die USA versuchen derzeit, ihre Technologiemonopole zu kontrollieren und aufzubrechen. Und in Europa gibt es bereits sehr ausgefeilte Datenschutzgesetze. China besitzt die Möglichkeit, sofortige und energische Maßnahmen zu ergreifen. Kurzum: Ja, es gibt Volatilität. Aber langfristig erwartet uns voraussichtlich eine nachhaltige Zukunft.

Zukunftsbaukasten

Es ist kein Geheimnis, dass China sein extremes Verhalten zurückgefahren hat und die Verschuldung weiter reduziert. Die Auswirkungen des stark fremdfinanzierten chinesischen Immobiliensektors haben die Anleger mit dem Zusammenbruch von Evergrande verunsichert.

Ein weiterer stark verschuldeter Sektor in China war die Infrastruktur. In den letzten Jahren wurden jedoch Infrastrukturprojekte wie Hochgeschwindigkeitszüge, die wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen waren, gestrichen. China ist nun dabei, seine Ausgaben von Prestigeprojekten auf wesentliche Projekte wie die Modernisierung des Stromnetzes zu verlagern. Eine vergleichbare Ausrichtung auf die Modernisierung des Stromnetzes ist in anderen Ländern der Welt noch nicht zu beobachten. Eines der wichtigsten Elemente bei der Dekarbonisierung ist die Elektrifizierung. Wenn wir von Benzin und Kohle unabhängig werden wollen, muss das Netz stark und flexibel genug sein, um erneuerbare Energien aufzunehmen. Zwar werden die Märkte einen moderaten Anstieg der Infrastrukturausgaben nicht befürworten, aber unserer Ansicht nach ist die Qualität der Aufwendungen wichtiger als die Quantität.

Digitalisierung und Konnektivität

Chinas hartes Durchgreifen gegen die Technologiebranche mag Anlegern wie ein Alarmzeichen vorkommen; dies insbesondere angesichts der jüngsten Kartellstrafe in Höhe von 534 Millionen Dollar, die dem Essenlieferungs-Giganten Meituan auferlegt wurde – nachdem im April bereits Alibaba bestraft wurde. Doch trotz des regulatorischen Drucks bestehen nach wie vor Möglichkeiten.

Eines ist klar: Die „low hanging fruits“ des Sektors sind bereits gepflückt und die Unternehmen müssen wirklich innovativ sein, um zu bestehen und erfolgreich zu sein. Es mag zwar nicht unbedingt naheliegend erscheinen, diesen Sektor ins Blickfeld zu nehmen, aber: Das Wachstumspotenzial ist gestiegen und die Bewertungen sind gesunken. Der enorme Arbeitsaufwand, der in die Digitalisierung und Software fließt, ist erstaunlich. Daher haben wir unser Exposure in chinesische Softwareunternehmen und in den Schwellenländern insgesamt erhöht.

Das größte Potenzial liegt jedoch im B2B-Bereich. Der Druck durch die Regulierungsbehörden ist geringer und viele Unternehmen sind mit Chinas politischen Zielen der Lokalisierung und der Abkopplung von der technologischen Abhängigkeit gegenüber den USA vollkommen im Einklang. Durch EV-Batterietechnologie, 5G- und 6G-Patente, Robotik und schnell wachsende Biotech-Fähigkeiten werden chinesische Unternehmen den Weg in eine Zukunft anführen, die digitaler, elektrischer, vernetzter und maßgeschneidert sein wird. China ist eine treibende Kraft und liefert die Bausteine für diese Zukunft.

Zusammenfassend: Auch wenn natürlich Risiken bestehen, bietet die Volatilität Chancen für Stockpicker. Anleger sollten geduldig sein und das langfristige Potenzial von Chinas Zukunft im Blick behalten.

Quelle : AdvisorWorld


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