Federated Hermes : Anhaltende Lieferkettenprobleme trugen in großem Maße zum wachsenden Inflationsdruck bei, den wir im Zuge der Pandemie erlebt haben.
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Martin Todd, Lead Portfolio Manager des Federated Hermes Sustainable Global Equity Fund.
Doch neue Daten liefern ermutigende Hinweise, dass die Lage langsam besser wird.
Während der COVID-19-Pandemie sorgte eine Kombination aus mehreren gleichzeitig auftretenden Problematiken bei Unternehmen, die auf globale Lieferketten angewiesen sind, für großes Kopfzerbrechen. Denn die Lieferketten zeigten sich plötzlich im Angesicht der nie dagewesenen Störfaktoren als höchst fragil. Und es wurde sogar noch schlimmer: die Problemlage verschärfte sich durch die Folgen der Blockade des Suezkanals im März 2021 und durch die von China verfolgte Null-COVID-Politik.
Der Krieg in der Ukraine spitzte die Situation zusätzlich zu, da er die Kosten für Rohmaterialien erhöhte und zudem die Liste der Probleme, vor denen Unternehmen standen, um den nun erforderlichen Umgang mit Sanktionen erweiterte. Angesichts der anhaltenden Unterbrechungen sowie des zunehmenden Protektionismus und der Lohninflation haben einige Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um ihre Lieferketten umzustrukturieren und neu zu denken – was einen zunehmenden Onshoring-Trend hervorgerufen hat.
Probleme im Griff: Indizes zeigen rückläufige Transportkosten
Glücklicherweise deuten die jüngsten Daten aus wichtigen Quellen darauf hin, dass zumindest die Richtung stimmt – obwohl noch nicht alles ausgestanden ist. Der Supply Chain Pressure Index der Federal Reserve Bank of New York verbindet Transportkostendaten mit Produktionsindikatoren, wie zum Beispiel lieferkettenbezogenen Komponenten aus den Einkaufsmanagerindizes (PMI) der großen Volkswirtschaften in aller Welt. Dies ist ein nützlicher Indikator des relativen Stresslevels globaler Lieferketten im Zeitverlauf. Das Diagramm zeigt: Der Druck ist immer noch sehr hoch, hat aber seit Ende 2021 allgemein abgenommen. Siehe Grafik 1 (unten verlinkt).
Eine weitere Datenquelle ist der FBX Global Container Index, der Bestandteil einer Reihe von Indizes ist, die von Freightos und der Baltic Exchange zusammengestellt werden. Er bildet den gewichteten Durchschnittspreis von Containern auf zwölf regionalen Routen ab. Die Abbildung zeigt einen rapiden Preisanstieg im Sommer 2021 infolge des Impfstarts und der anschließenden Wiedereröffnung der Wirtschaft. Obwohl die Preise noch immer über dem Niveau vor der Pandemie liegen, sind sie seit März deutlich zurückgegangen. Dies deutet darauf hin, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sich auszugleichen beginnt. Siehe Grafik 2 (unten verlinkt).
Und nun läuft alles wieder glatt?
Ein weiteres erfreuliches Signal für die Lieferkettenlogistik ist die abnehmende Überlastung wichtiger Häfen. Auf dem Höhepunkt der Krise im Januar 2022 erreichte der Containerschiffrückstau im Hafen von Los Angeles die Rekordmenge von 109 Schiffen, wobei diese im Schnitt zwischen 18 und 24 Tagen warten mussten, um anlegen zu können. Stand 29. August 2022 war die Warteschlange auf bloß acht Schiffe geschrumpft.
Unterdessen machten im Vereinigten Königreich jüngst potenzielle Unterbrechungen in der Lieferkette Schlagzeilen, als es in Felixstowe, wo fast die Hälfte des nationalen Containerverkehrs abgewickelt wird, zu einem achttägigen Streik kam. Allerdings wurde die Wahrscheinlichkeit gravierender Folgen sowohl von der British Ports Authority als auch der British International Freight Association heruntergespielt; beide Organisationen wiesen auf robustere Lieferketten und andernorts verfügbare Kapazitäten hin.
Null-COVID: Chinas strenge Politik ist nach wie vor die große Unbekannte
Chinas Null-COVID-Politik stellt für die Wiederbelebung der Lieferketten weiterhin ein Risiko dar. Allerdings gibt es Anzeichen, dass die Regierung ihre strengen Maßnahmen zu lockern beginnt. Dem COVID-Ausbruch in Shanghai Ende Februar 2022 begegnete man mit aller Härte und verhängte für April und Mai unter anderem einen Lockdown für die gesamte Stadt. Das hatte sowohl im Inland als auch über die Grenzen Chinas hinaus Folgen und sorgte für erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen in der Halbleiter-, Elektro- und Automobilindustrie – sowie auch im Transport. Im Vergleich dazu fasste man den jüngsten Ausbruch in Peking geradezu mit Samthandschuhen an, was möglicherweise das Bedürfnis widerspiegelt, die wirtschaftlichen Folgen unter Kontrolle zu behalten. Nichtsdestotrotz wurde bei jüngsten Ausbrüchen in Provinzen rund um die Hauptstadt Ende August ein Lockdown über Millionen von Menschen verhängt.
Auswirkungen auf Investitionen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Probleme noch nicht überstanden sind – doch es gibt vielversprechende Hinweise darauf, dass die Lieferketten wieder in Schwung kommen. Dies dürfte Herstellern zugutekommen, die für ein langfristiges Wachstum positioniert sind – insbesondere solche mit Geschäftsmodellen, die sich auf die Lösung von Klimaproblemen fokussieren.
Fallstudie: Xylem Inc.
Xylem verfügt über eine starke Position auf dem weltweiten Markt für Wassertechnologien und -lösungen und ist in mehr als 150 Ländern tätig. Seine Investitionen in Analyse und Software können potenziell die Margen stärken und den bereits hohen Anteil wiederkehrender Umsätze weiter steigern.
Effizientes Wassermanagement ist ein wichtiges Thema mit weitreichenden Konsequenzen. Besonders in Entwicklungsländern liegt die Last der Wasserbeschaffung vor allem auf den Schultern von Frauen und Kindern, was die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern weiter belastet und verhindert, dass Kinder die Schule besuchen können. Ein verbessertes Wassermanagement – besonders in Regionen, in denen Wasservorräte knapp sind – ist der Schlüssel zur effektiven Lösung dieser Probleme.
Xylem profitiert von einer langfristig wachsenden Nachfrage, die sich auf schwerwiegende Probleme in Sachen Wasser und Klima zurückführen lässt. Ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmensportfolios ist Technologie, mit der Kunden aus dem Versorgungs-, Wohngebäude-, Handels-, Agrar- und Industriesektor den Wasserverbrauch messen, überwachen und steuern können. Die digitalen Lösungen reduzieren Wasserverlust und verbessern die Effizienz. Dies führt wiederum zu Kostensenkungen. Die Lieferkettenkrise hat sich auf Xylem am unmittelbarsten in Form von Halbleiterknappheit ausgewirkt, was die Produktion verlangsamte und den Umsatz belastete.
In der jüngsten Gewinnmeldung wies die Geschäftsleitung jedoch auf schrittweise Angebotsverbesserungen sowie kürzere Vorlaufzeiten für die Lieferung von Produkten hin. Die Nachfrage bleibt unterdessen solide, besonders bei Digitalprodukten. Daraus ergeben sich höhere Margen und eine beträchtliche Ertragsperspektive für die kommenden Jahre.
Quelle : AdvisorWorld
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